Aras

Alexandra Hose,

Zukunft der Industrie: KI wird eigenständiges Produkt

Die deutsche Industrie hat KI als zentralen Erfolgsfaktor erkannt. Mit zunehmender Autonomie der Maschinen müssen die Hersteller KI als ein eigenständiges, zu integrierendes Produkt begreifen. KI müsse fortan gleichrangig mit den mechanischen, hydraulischen und elektronischen Komponenten betrachtet werden, heißt es von Aras.

© stock.adobe.com/inthasone

»Industrieunternehmen müssen ihre Erzeugnisse konsequent von zwei Seiten betrachten: Zum einen die physische Maschine oder Anlage, zum anderen die dazugehörige KI als praktisch eigenständiges, zu integrierendes Produkt«, sagt Jens Rollenmüller, Regional Vice President beim auf Product Lifecycle Management (PLM) spezialisierten Anbieter Aras. Er ist der Ansciht, dass KI gleichrangig mit den mechanischen, hydraulischen und elektronischen Komponenten betrachtet werden muss.

Industrielle Maschinen und Anlagen sind mit zahlreichen Sensoren ausgestattet, die permanent Betriebsdaten erfassen. In Zukunft wird eine integrierte KI diese Daten in Echtzeit auswerten und bei Bedarf aktiv in den Betriebsablauf eingreifen.

Warum hat die KI wann und wie entschieden?

Jens Rollenmüller, Regional Vice President bei Aras. © Aras Software

Künstliche Intelligenz automatisiert also zunehmend Entscheidungsprozesse und übernimmt Denkaufgaben, die bisher dem Menschen vorbehalten waren. Diese Entwicklung löst laut Branchenexperte Rollenmüller eine Nachweispflicht aus: »Im Kern geht es um die Frage, warum die KI wann und wie entschieden hat. Denn wenn Maschinen autonom handeln, liegt es in der Verantwortung der Unternehmen beziehungsweise Hersteller, diese Entscheidungsprozesse – und damit mögliche Fehlerquellen – lückenlos für alle verwendeten Komponenten und Produkte zu analysieren und zu dokumentieren.«

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Um diese Transparenz zu gewährleisten, sollte KI nicht als Feature einer Maschine, sondern als eigenständiges Produkt oder als eigenständige Komponente betrachtet werden. »Diese Herangehensweise beschleunigt die Entwicklungszyklen bei gleichzeitig strukturiertem Datenmanagement und unter Einhaltung aller regulatorischer Vorgaben wie etwa dem AI Act der EU«, so Rollenmüller. »Die Entwicklung beziehungsweise Weiterentwicklung von KI ist ungleich komplexer als die Softwarekomponenten der klassischen Automatisierungstechnik mit ihren begrenzten Funktionalitäten. KI muss in vielen unterschiedlichen Umgebungen und Szenarien autonom, sicher und fehlerfrei funktionieren.«

Je höher der Autonomiegrad der KI, desto wichtiger wird die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit – von Forschung und Entwicklung über die Fertigung und Montage bis hin zur IT sowie der Compliance-Abteilung. Dies erfordert ein Höchstmaß an Transparenz und Nachvollziehbarkeit, ein effizientes Datenmanagement und klar definierte Verantwortlichkeiten. »Moderne und vor allem flexible PLM-Systeme haben bereits in der Vergangenheit gezeigt, wie immer komplexere Produkte und Produktionsumgebungen beherrschbar bleiben. Das wird auch mit KI der Fall sein«, ist Aras-Manager Rollenmüller überzeugt.

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