Accenture

Alexandra Hose,

Autonome KI prägt die Zukunft

Die jüngste Ausgabe der »Accenture Technology Vision« prognostiziert eine neue Ära der Digitalisierung: KI-Systeme lernen und handeln zunehmend autonom und wälzen damit die Arbeitsrealität in den Unternehmen um. Der entscheidende Erfolgsfaktor dabei: die Vertrauenswürdigkeit von KI-Technologien. Die Studie analysiert die Auswirkungen autonomer werdender KI.

© Accenture

Die rasante Entwicklung und Verbreitung von KI veranlasst Unternehmen zum Handeln: 69 Prozent der Führungskräfte weltweit sehen die Notwendigkeit, ihre Technologielandschaft grundlegend neu zu gestalten. Deutsche Unternehmen teilen diese Einschätzung mit 68 Prozent. Dabei soll KI künftig mehrere Schlüsselrollen einnehmen: als Entwicklungspartner in der IT, als persönlicher Markenbotschafter, in der Steuerung von Robotiksystemen und als Katalysator für die nahtlose Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.

Christina Raab, Vorsitzende der Geschäftsführung Accenture (DACH) © Accenture

»Mit der Technology Vision 2025 zeigen wir auf, wie KI künftig selbstständig mit und im Auftrag von Menschen agiert, welche Effekte sich daraus ergeben und wie Unternehmen diese für sich nutzen können«, erklärt Christina Raab, Vorsitzende der Geschäftsführung für Accenture in der DACH-Region. Vertrauenswürdigkeit bildet dabei das Fundament: KI-Systeme müssen neben dem verantwortungsvollen Einsatz präzise, vorhersehbar, konsistent und nachvollziehbar arbeiten. 77 Prozent der internationalen Führungskräfte (Deutschland: 78 Prozent) sehen die Realisierung des Nutzens von KI direkt an entsprechendes Vertrauen in diese Technologie gekoppelt. »Autonome Künstliche Intelligenz wird unsere Arbeitswelt fundamental verändern«, ergänzt Tobias Regenfuß, Technology Lead bei Accenture DACH. »Der Schlüssel zum Erfolg liegt im systematischen Aufbau von Vertrauen in diese Technologie.« Die Accenture-Studie ,Technology Vision 2025` unterteilt die Auswirkungen autonomer werdender KI in vier Bereiche.

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Binärer Big Bang

Dank fortschrittlicher Sprachmodelle ist die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine erstmals in neuem Maßstab möglich, was besonders die Softwareentwicklung verändert. KI-gestützte Entwicklungstools erweitern die klassische Programmierer zu ganzheitlichen Systemarchitekten machen Softwareentwicklung einem breiteren Anwenderkreis zugänglich. Der Trend geht dabei klar zu dynamischen, KI-gesteuerten Systemen: Flexible, generative KI-Lösungen ersetzen starre Architekturen und intelligente Multi-Agenten-Systeme übernehmen komplexe Geschäftsprozesse.

Die internationale Führungsebene zeigt sich überzeugt: 77 Prozent erwarten eine grundlegende Neugestaltung ihrer IT-Systemlandschaft durch KI-Agenten. In Deutschland liegt die Zustimmung mit 74 Prozent nur knapp darunter. Allerdings zeigen sich bei der konkreten Umsetzung deutliche Unterschiede. International erwarten 40 Prozent der Führungskräfte eine Zunahme des KI-Agenten-Einsatzes in den nächsten drei Jahren, in Deutschland sind es hingegen zehn Prozent weniger. Überraschend nach dieser Aussage: Während global 48 Prozent der Befragten mehr Flexibilität durch KI erwarten, sind es in Deutschland 56 Prozent. Also sehen deutsche Unternehmen großes Potenzial in KI-Systemen; in der erwarteten Umsetzung ist man aber eher zögerlich.

Neue Customer Experience

Mit neuen sprachlichen und generativen Fähigkeiten entwickelt sich Künstliche Intelligenz zum zentralen Gestalter der Schnittstelle zwischen Unternehmen und ihren Kunden. Um sich im Wettbewerb zu differenzieren, müssen Marken KI gezielt für herausragende Kundenerlebnisse einsetzen. Allerdings sehen 80 Prozent der Führungskräfte darin auch eine Herausforderung: Die Nutzung von Chatbots und Avataren auf Basis der gleichen großen Sprachmodelle kann zu einer wahrgenommenen fehlenden Differenzierung an der Schnittstelle zu Kunden führen – in Deutschland teilen sogar 83 Prozent diese Bedenken. Dennoch zeigt sich die Mehrheit zuversichtlich: denn 77 Prozent der Befragten sehen in hochgradig personalisierten KI-Erlebnissen einen vielversprechenden Lösungsansatz. Mithilfe eines »digitalen Masterminds«, das mit Markenelementen wie unternehmensspezifischer Kultur, Werten und Begriffen trainiert wurde, kann der Markenkern in die digitale KI-Welt transportiert werden. Das Potenzial dieser KI-gestützten Personalisierung ist beachtlich. Der Erfolg hängt jedoch maßgeblich vom Kundenvertrauen ab. Global erachten 77 Prozent der Führungskräfte die aktive Vertrauensbildung in KI-gesteuerte Kommunikation als entscheidend; in Deutschland liegt dieser Wert mit 70 Prozent etwas niedriger.

LLMs – Robotics auf dem nächsten Level

KI trifft auf die physische Welt. In den nächsten Jahren werden KI-gesteuerte Roboter viel autonomer mit der physischen Welt interagieren. Flexible Allzweckroboter können schnell zu spezialisierten Robotern werden, indem sie neue Aufgaben erlernen. Die Kion Group beispielsweise arbeitet bereits mit Accenture und Nvidia zusammen, um KI-gesteuerte Roboter für Lagertätigkeiten zu optimieren. Roboter entwickeln verstärkt eigenständige Handlungskompetenz und werden künftig vermehrt direkt mit Menschen in ihrem Arbeitsumfeld interagieren. 80 Prozent der Führungskräfte glauben, dass die Kommunikation in natürlicher Sprache zu mehr Vertrauen und besserer Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine führen wird. Bemerkenswert ist die verhaltenere Einschätzung in Deutschland: Trotz seiner starken Rolle in der Industrieautomatisierung teilen hier nur 72 Prozent der Führungskräfte diese optimistische Einschätzung.

Mensch und KI bilden eine positive Lernschleife

Je mehr Menschen KI einsetzen, desto leistungsfähiger wird sie – was wiederum ihre Attraktivität für neue Nutzer steigert. Anders als bei klassischen Automatisierungslösungen kann sich diese neue Generation von KI-Systemen kontinuierlich weiterentwickeln und schafft damit stetig wachsenden Mehrwert für Anwender und Unternehmen. Global sehen 80 Prozent der Führungskräfte höchste Priorität darin, eine positive Einstellung zur Mensch-KI-Zusammenarbeit zu fördern und Automatisierungsängste abzubauen (Deutschland: 74 Prozent). Weiterbildung spielt hierbei eine Schlüsselrolle: 68 Prozent der internationalen Führungskräfte halten KI-Schulungen in den nächsten drei Jahren für unverzichtbar. Dieser Wert liegt in Deutschland mit 77 Prozent noch deutlich höher – ein klares Signal für die Bedeutung von Qualifizierung im deutschen Markt. Allerdings klafft wiederum eine Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung: Während global immerhin 47 Prozent der Führungskräfte planen, ihren Mitarbeitenden umfassenden Zugang zu KI-Tools zu gewähren, sind es in Deutschland nur 32 Prozent. Diese Zurückhaltung kann die digitale Transformation deutscher Unternehmen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit bremsen.

Über die Studie
Die Informationen für den Bericht 2025 wurden von einem externen Beirat mit mehr als zwei Dutzend Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und dem öffentlichen Sektor gesammelt. Die globale Primärforschung umfasste zwei parallele Umfragen: mehr als 4.000 Führungskräfte aus 21 Branchen und 28 Ländern sowie mehr als 12.000 Verbraucher, die von Oktober bis Dezember 2024 befragt wurden. Alle Ergebnisse der Technology Vision 2025 stehen auf der Website von Accenture bereit.

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