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Artikel und Hintergründe zum Thema

Jumo

Inka Krischke | Inka Krischke,

Ein Jahr der Einschränkungen

„Mit einem blauen Auge davongekommen“ – so fasst Geschäftsführer Dimitrios Charisiadis die vergangenen Monate für Jumo im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz zusammen. Der Ausblick auf die Zukunft des Unternehmens fällt optimistisch aus.

Die Jumo-Geschäftsführung (v.l.): Bernhard Juchheim (Geschäftsführer und Gesellschafter), Dimitrios Charisiadis (Geschäftsführer), Michael Juchheim (Geschäftsführer und Gesellschafter).

© Jumo

Bisher sei Jumo insgesamt glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen, diese habe aber wirtschaftlich deutliche Spuren hinterlassen: Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich beim Umsatz der Unternehmensgruppe ein Minus von 6,1 % und ein Minus von 7,1 % (2019: 184 Mio. Euro, 2020: 171 Mio. Euro) bezogen auf Jumo Deutschland. Die Prognose für das laufende Jahr sei aber positiv, was ein Blick auf den Auftragseingang untermauert (Stand 31.08.2021): Zum Krisenjahr 2020 ergibt sich ein Plus von 36 %, zum Jahr 2019 von 21 %. Und auch der Umsatz (Stand ebenfalls 31.08.2021) weist ein Plus von 17 % zu 2020 und von 7 % zu 2019 auf.

Für die Zukunft setzt Jumo auf klare strategische Ziele, wie Geschäftsführer Michael Juchheim erläutert: „Zum einen werden wir auf Basis eines ganz klaren Branchenfokus unser Portfolio mit neuen Messgrößen ergänzen und abrunden. Zum anderen wollen wir als Lösungsanbieter für die Automationsbranche die Digitalisierung unserer Kunden vorantreiben. Die dritte Wachstumssäule ist der Ausbau der Service- und Schulungsangebote für unsere Kunden.“

Wie die Digitalisierung aussehen kann, verdeutlichen zwei anlässlich der Pressekonferenz vorgestellte neue Produkte. Dies ist zum einen ein drahtloser Familienzuwachs für das Jumo-Automatisierungssystem namens Varitron 300 und zum anderen die Browser-basierte Software-Lösung Smartware Evaluation.

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Die 'Varitron 300'-Zentraleinheit bietet umfangreiche Automatisierungsmöglichkeiten im kompakten Gehäuse.

© Jumo

Mit Varitron 300 steht Anwendern eine smarte Lösung für einfache Automatisierungs-Applikationen zur Verfügung. Das Gerät basiert auf der ‚Jumo Jupiter‘-Plattform und nutzt zahlreiche Features dieses Embedded-Systems. Basis ist eine CPU mit einem 800 MHz Single-Core-Prozessor. Die Software ist auf einer Linux-Plattform modular aufgebaut und nutzt die Codesys V3.5-Programmierumgebung SP16. Als Verbindungsmöglichkeiten bietet die Zentraleinheit einen USB-Host, zwei Ethernet-Schnittstellen und einen RS485-Anschluss. Über ein Funk-Gateway können bis zu 32 drahtlose Jumo Wtrans-Sensoren angeschlossen werden, beispielsweise zur Messung von Temperatur oder Druck. Anschaltmodule mit konfigurierbaren Analogeingängen und autarken PID-Reglern mit Selbstoptimierungsfunktion sind mithilfe eines speziell entwickeltem 1-Port Routers anschließbar. Für die individuelle kundenspezifische Bedienung per Codesys Remote TargetVisu oder Codesys WebVisu stellt das Unternehmen Visualisierungsbibliotheken bereit.

Prozessdaten Intuitiv auswerten und visualisieren

Die Browser-basierte Software-Lösung Smartware Evaluation ermöglicht eine intuitive Auswertung und Visualisierung von Prozessdaten des Varitron-Automatisierungssystems. Individuelle Dashboards erlauben den schnellen Zugriff auf aufgezeichnete Prozessdaten. Eine Manipulationserkennung auf Basis digitaler Zertifikate sorgt für hohe Datensicherheit.

Die Browser-basierte Software-Lösung Smartware Evaluation von Jumo ermöglicht die intuitive Auswertung und Visualisierung von Prozessdaten des Automatisierungssystems Varitron.

© Jumo

Das Tool wird mittels Docker-Technologie zentral auf Desktops, lokalen Servern oder in der Cloud installiert. Zusätzliche Installationen von Software oder Add-ons beim Anwender sind nicht notwendig. Der Zugriff erfolgt über die gängigen Webbrowser. Einmal eingerichtet, ermöglicht die Software-Lösung einer unbegrenzten Zahl von Nutzern die Auswertung und Visualisierung von bis zu 1500 Signalen.

Durch eine intuitive Geräte- und Anlagenübersicht erfolgt eine schnelle Navigation und Auswahl der Dashboards. Auch eine anlagenübergreifende Chargensuche und -auswertung ist so möglich. Die Dashboards lassen sich individuell gestalten.
Was die Datensicherheit angeht, werden die aufgezeichneten Rohdaten vom Varitron 300 oder 500 über Rest-API mit dem Datendiodenprinzip sicher in einen Datastore übertragen und archiviert. Auch bei einer Konfigurationsänderung oder einem Gerätetausch ist die Traceability (Rückverfolgbarkeit) der aufgezeichneten Daten sichergestellt. Die Auswertung erfolgt in einem separaten Bereich (Dataview) und wird durch eine Manipulationserkennung auf Basis digitaler Zertifikate unterstützt, sodass nachweispflichtige Prozessdaten verlässlich für kritische Audits bereitgestellt werden können.

Neue Wege geht Jumo auch in Sachen Planungs- und Kostensicherheit. Die Abrechnung erfolgt über ein Lizenzmodell und basiert auf der Anzahl der benötigten Signale. Das Modell ist frei skalierbar, Gebühren pro User fallen nicht an.

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