Endress+Hauser
Die Bilanz 2012
Trotz anhaltender Unsicherheit weist Endress+Hauser für 2012 ein gutes Wachstum aus: Der Messtechnik-Spezialist erreichte bei Umsatz, Beschäftigung, Gewinn und Eigenkapital Bestwerte.
"2012 war kein leichtes Jahr", sagt Firmenchef Klaus Endress bei der Präsentation der Bilanz am 28. Mai in Basel. Letztlich steigerte Endress+Hauser in 2012 den Nettoumsatz um 11 % auf annähernd 1,7 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) hielt, trotz höherer Abschreibungen, mit einem Plus von über 10 % fast Schritt und erreichte 273 Mio. Euro. Bedingt durch die gestiegene Abgabenlast legte das Ergebnis nach Steuern nur um 3 % zu. Mit 183 Mio. Euro markiert es jedoch ebenfalls einen Bestwert. Die Umsatzrendite ist geringfügig auf 15,5 % zurückgegangen.
Endress+Hauser verzeichnete über alle Weltregionen Wachstum. Dabei stach die Entwicklung auf dem amerikanischen Markt mit plus 27 % heraus. "In den USA war es für uns das dritte gute Jahr in Folge", erklärt Michael Ziesemer, Stellvertreter des CEO. Niedrige Energiepreise würden dort die Reindustrialisierung befeuern. Dagegen habe der Geschäftsverlauf in China mit einem lediglich leichten Wachstum enttäuscht.
Laut Ziesemer verzeichneten die Bereiche Öl und Gas sowie Kraftwerke und Energie die höchsten Zuwächse, gefolgt von der chemischen Industrie, der Lebensmittelindustrie, den Life Sciences sowie der Wasser- und Abwasseraufbereitung. "Die großen Treiber hinter unserem Wachstum sind Megatrends wie Energie, Ressourcen und Effizienz, Ernährung, Wasser und Demografie."
Weltweit waren Ende 2012 insgesamt 10.066 Menschen bei Endress+Hauser beschäftigt – 652 mehr als vor Jahresfrist. 272 Mitarbeitende kamen in Europa dazu, davon 162 in der deutsch-französisch-schweizerischen Region um Basel, in der die beiden größten Produktionsstätten, mehrere Gruppengesellschaften sowie die Holding angesiedelt sind.
Dass die Marke von 10.000 Beschäftigten überhaupt überschritten wurde, liegt am Erwerb von SpectraSensors. Das US-Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt mit rund 90 Mitarbeitenden laserbasierte Gas-Analysatoren. Unter dem Dach von Endress+Hauser will SpectraSensors neue Märkte erschließen. Gestärkt hat Endress+Hauser auch das Kalibriergeschäft. Eine Beteiligung an der irischen Firma CompuCal Calibration Solutions sichert den Zugang zu Software für das Kalibriermanagement.
Investitionen in Rekordhöhe
Mit 127 Mio. Euro erreichten die Investitionen der Firmengruppe eine neue Höchstmarke. Die Summe floss größtenteils in den Ausbau der Fertigungskapazitäten. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Standorten im süddeutschen Maulburg, in Gerlingen bei Stuttgart sowie in Greenwood/Indiana, USA. Nicht das größte, aber das bedeutendste Vorhaben sei eine neue Produktionsstätte in Itatiba nahe São Paulo gewesen. Endress+Hauser erhofft sich hiervon wichtige Impulse für den Wachstumsmarkt Brasilien, aber auch für das Geschäft auf dem übrigen südamerikanischen Kontinent.
Wie Finanzchef Dr. Luc Schultheiss ausführt, konnte die Endress+Hauser-Gruppe ihre Finanzkraft weiter stärken. Die Eigenkapitalquote wurde um mehr als drei Prozentpunkte auf über 73 % gesteigert.
Die Ziele für 2013
Für 2013 hat sich Endress+Hauser zum Ziel gesetzt, den Umsatz um 10 % auf nahezu 1,9 Mrd. Euro zu steigern. Das Unternehmen hat in den vergangenen acht Jahren den Umsatz mehr als verdoppelt. Beim Betriebsergebnis wie auch beim Ergebnis nach Steuern erwartet Endress+Hauser einen leichten Rückgang. Hier schlagen sich Investitionen in Gebäude und Anlagen, Software und IT von 160 Mio. Euro nieder, ebenso gesteigerte Ausgaben für Forschung und Entwicklung. 550 Stellen sollen bis Ende 2013 hinzukommen. Derzeit, so Michael Ziesemer, liege man noch "leicht unter Budget". Während die Umsätze in China wieder kräftig zulegten, bleibe die Entwicklung in den USA hinter den Erwartungen zurück.
"Wir erwarten, dass 2013 kein einfaches Jahr wird", unterstreicht Klaus Endress. "Die Probleme, die unsere Welt so unsicher und unbeständig gemacht haben, bestehen weiterhin." Dies sei mit ein Grund gewesen, den bevorstehenden Wechsel an der Spitze des Unternehmens früh bekanntzugeben. Klaus Endress wird 2014 in den Verwaltungsrat wechseln und dort Klaus Riemenschneider als Präsident ablösen; sein Nachfolger wird Matthias Altendorf, bis dato Geschäftsführer des größten Produktionszentrums der Firmengruppe in Maulburg.













