Endress+Hauser
Das Labor-Geschäft lockt
Das Jahr 2013 geht bei Endress+Hauser als ein Rekordjahr in die Geschichte ein. Um sich gegen konjunkturelle Schwankungen besser zu wappnen, will das Unternehmen das Analyse-Geschäft auf die Laborumgebung ausdehnen.
Klaus Endress, Sohn des Firmengründers, gibt nach 19 Jahren den CEO-Posten ab und steht seit Anfang des Jahres dem Verwaltungsrat als Präsident vor.
© Endress+HauserDie Endress+Hauser Gruppe steigerte ihren Umsatz im vergangenen Jahr um mehr als 7 % auf über 1,8 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis erreichte mit 277 Mio. Euro einen neuen Höchststand, ebenso der Gewinn nach Steuern mit 187 Mio. Euro.
Mit diesem positiven Fazit verabschiedet sich Klaus Endress nach 19 Jahren als CEO aus der operativen Leitung der auf Mess- und Automatisierungstechnik spezialisierten Endress+Hauser Gruppe. Knapp 12.000 Menschen arbeiteten Ende 2013 für das Unternehmen.
Neuer CEO der Firmengruppe ist Matthias Altendorf, seit 25 Jahren bei Endress+Hauser und zuletzt Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für Füllstand- und Druckmesstechnik im süddeutschen Maulburg. Als eine "Herausforderung" bezeichnet es der neue CEO, die noch unter Klaus Endress eingeläutete neue Analyse-Strategie der Firmengruppe umzusetzen.
Matthias Altendorf, seit Jahresbeginn CEO der Endress+Hauser Gruppe: "Wir wollen die Tür zum Markt der Laboranalyse aufstoßen."
© Endress+Hauser"Wir wollen den Markt der Laboranalyse erschließen und unsere Kunden dadurch von der Entwicklung von Produkten und Prozessen bis hin zur verfahrenstechnischen Produktion begleiten", erläuterte der CEO. Zur Erschließung des Laboranalyse-Marktes übernahm Endress+Hauser im vergangenen Jahr die Kontrolle über die ostdeutsche Analytik Jena - "Die größte Übernahme in der Geschichte von Endress+Hauser überhaupt", wie Klaus Endress ausführt. Das Unternehmen ist 1990 gegründet worden. Es hat später die Laboranalysetechnik von Carl Zeiss Jena übernommen und sich zu einer Firmengruppe entwickelt mit mehr als 1.000 Beschäftigten und rund 100 Mio. Euro Umsatz pro Jahr. Analytik Jena ist an der Börse. Endress+Hauser hält inzwischen allerdings mehr als 50 Prozent der Aktien und hat die Option, ab Oktober weitere 27 Prozent der Anteile zu kaufen. Ziel ist letztlich die vollständige Übernahme. Interessant an der Analytik Jena ist für Endress+Hauser vor allem der Bereich Analytical Instrumentation mit High-End-Analysatoren für industrielle und wissenschaftliche Labore sowie der Bereich Life Science mit bioanalytischen Systemen für Biotechnologie, Pharmazie und Molekulardiagnostik.
Das Wachstum von Endress+Hauser "ist breit abgestützt", wie Michael Ziesemer, Stellvertreter des CEO, ausführt. Für besondere Impulse sorgten im vergangenen Jahr nicht zuletzt große Projekte in der chemischen Industrie. Überdurchschnittlich gut habe sich das Geschäft mit Dienstleistungen und Automatisierungslösungen entwickelt. "Unsere Strategie, Kunden über die Prozessmesstechnik hinaus zu unterstützen, ist erfolgreich", unterstreicht Ziesemer. So würden sich beispielsweise immer mehr Kunden auf die Kompetenz von Endress+Hauser bei der Kalibrierung von Messstellen verlassen.
Verhaltener Start ins neue Jahr
Für 2014 hat sich Endress+Hauser mehr als 2,1 Mrd. Euro Umsatz zum Ziel gesetzt – bedingt durch die getätigten Akquisitionen ein Plus von über 15 Prozent. Außerhalb der neuen Geschäftsbereiche ist ein organisches Wachstum von rund neun Prozent geplant. Mehr als 500 neue Stellen will das Unternehmen schaffen und die Eigenkapitalquote wieder deutlich über 70 Prozent anheben (67,8 Prozent in 2013). Den Start ins laufende Jahr beschreibt die Geschäftsführung mit "verhalten". Der Auftragseingang wachse zwar, liege jedoch noch unter den Umsatzzielen.















