Endress+Hauser
Fünftes gutes Jahr in Folge
Endress+Hauser zog jetzt die Bilanz des Jahres 2014: Die Firmengruppe steigerte den Umsatz, den Gewinn und baute die Anzahl der Mitarbeiter aus – ein unsicherer Faktor allerdings bleibt: Die Auswirkungen der Franken-Aufwertung kann das Unternehmen noch nicht absehen.
Matthias Altendorf, CEO: "Die Analyse hat sich besser entwickelt als alle anderen Arbeitsgebiete." Der CEO sieht damit den Trend bestätigt, dass die Anwender im laufenden Prozess nicht nur Zustände und Quantitäten messen wollen, sondern zunehmend auch die Produkteigenschaften und die Qualität.
© Endress+HauserMichael Ziesemer, Chief Operating Officer, verweist auf das überdurchschnittliche Wachstum der Automatisierungslösungen: "Gemeinsamer Nenner dieser Lösungen ist die Verbindung von messtechnischem Know-how und anwendungsspezifischem Wissen."
© Endress+HauserMatthias Altendorf, präsentierte nach seinem ersten Jahr als Chef der Endress+Hauser Gruppe auf der Bilanzmedienkonferenz Anfang Mai gute Zahlen. So hat Endress+Hauser nun innerhalb von acht Jahren den Umsatz verdoppelt. Ein weiterer überwundener Meilenstein: "Zum ersten Mal in der Geschichte haben wir mehr als die Hälfte des Umsatzes außerhalb von Europa generiert", so der CEO.
Die Schweizer Firmengruppe steigerte im vergangenen Jahr den Umsatz um 11 % auf 2,013 Mrd. Euro und erzielte nach Steuern ein Ergebnis von 192 Mio. Euro. Weltweit investierte das Unternehmen mehr als 126 Mio. Euro und zählte zum Jahresende 12.435 Beschäftigte. Vor allem auf dem amerikanischen Kontinent (17,7 % Umsatzwachstum) lief es gut, berichtete Chief Operating Officer Michael Ziesemer, etwa in den USA, für Endress+Hauser der zweitgrößte Markt. Doch auch Deutschland, der umsatzstärkste Markt, legte – wie Europa insgesamt (8 %) – ordentlich zu. Uneinheitlich war das Bild in Asien (11,7 %). In China, Absatzmarkt Nummer drei, verlangsamte sich das Wachstum; Südostasien entwickelte sich dynamisch. In Afrika und Nahost (10,4 %) machte sich in einzelnen Ländern die politische Instabilität bemerkbar.
Besonders gut entwickelte sich das Arbeitsgebiet Analyse. Zurückzuführen sei dies auf das zunehmende Bedürfnis, im laufenden Prozess Produkteigenschaften und -qualität zu bestimmen. Altendorf sieht die strategische Entscheidung bestätigt, die Kompetenz in der Prozessanalyse zu stärken und auf die Laboranalyse auszuweiten; dies insbesondere durch die Beteiligung an der Analytik Jena. Endress+Hauser hält inzwischen über 92 % an dem Laboranalyse-Spezialisten.
Analytik Jena erwarb den Bereich der Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma von der US-Firma Bruker und komplettierte so das Angebot in der Elementspurenanalyse. Zum Jahreswechsel gründete Endress+Hauser in Reinach die TrueDyne Sensors AG, die das Geschäft mit Durchfluss-Sensoren in Mikrosystemtechnik vorantreiben soll. Im Februar 2015 übernahm der Schweizer Sensorhersteller Innovative Sensor Technology IST AG – seit 2005 Teil der Endress+Hauser Gruppe – die auf Biosensorik spezialisierte Firma Jobst Technologies im deutschen Freiburg im Breisgau.
Hohe Investitionen
12.435 Menschen arbeiteten Ende 2014 weltweit für Endress+Hauser – 516 mehr als vor Jahresfrist. Das Unternehmen investierte 126 Millionen Euro und baute unter anderem die Durchflussmessgeräte-Produktion im schweizerischen Reinach aus. Modernisiert wurde auch der Standort des IT-Dienstleisters der Firmengruppe im deutschen Freiburg im Breisgau.
Analytik Jena erwarb den Bereich der Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma von der US-Firma Bruker und komplettierte so das Angebot in der Elementspurenanalyse. Zum Jahreswechsel gründete Endress+Hauser in Reinach die TrueDyne Sensors AG, die das Geschäft mit Durchfluss-Sensoren in Mikrosystemtechnik vorantreiben soll. Im Februar 2015 übernahm der Schweizer Sensorhersteller Innovative Sensor Technology IST AG – seit 2005 Teil der Endress+Hauser Gruppe – die auf Biosensorik spezialisierte Firma Jobst Technologies im deutschen Freiburg im Breisgau.
Profitabel und finanzstark
Die Zahlen von Analytik Jena flossen erstmals für das gesamte Berichtsjahr der Endress+Hauser Gruppe ein. Dies habe den Umsatz ausgeweitet, der ohne Akquisitionen um etwa 6 % gewachsen wäre, aber die Ergebnisseite belastet, so Chief Financial Officer Dr. Luc Schultheiss. Die Umsatzrendite gab um 1,3 Punkte nach auf 13,6 %.
Das Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich um 3,2 %auf 268 Millionen Euro, eine Folge von Verlustrückstellungen bei Analytik Jena für ein Projekt in Russland aufgrund der Rubelschwäche. Das Finanzergebnis war dank günstiger Währungseffekte und einträglicher Finanzanlagen positiv. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg dadurch um 1,7 % auf 274 Mio. Euro. Eine leicht sinkende Steuerquote von 30,2 Prozent hob das Nettoergebnis um 2,3 % an auf 192 Mio. Euro.
Frankenstärke belastet
Der Einfluss der Wechselkurse war 2014 gering. Noch schwer abschätzbar sind im laufenden Jahr die Folgen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank. "Für die Endress+Hauser Gruppe als Ganzes ist das Erstarken des Schweizer Franken verkraftbar", betonte Luc Schultheiss. Ein hoher Teil der Wertschöpfung sei unabhängig vom Schweizer Franken. Der Finanzchef erwartet jedoch durch die Belastung der schweizerischen Gruppenfirmen einen niedrigeren Gewinn.
Endress+Hauser hat sich zum Ziel gesetzt, den Umsatz 2015 um knapp 10 % auf 2,2 Mrd. Euro zu steigern. Das Unternehmen will 179 Millionen Euro investieren und 600 Stellen schaffen. Die Eigenkapitalquote soll über 71 % klettern. Konjunkturelle Risiken und Währungsverschiebungen trüben jedoch die Aussichten für 2015. So sei der Start ins neue Jahr verhalten gewesen, gerade auf den großen Märkten Deutschland, USA und China. "Wir sind ein gutes Stück entfernt von unseren Zielen, obwohl wir durch die Wechselkurse starken Rückenwind haben", sagt Luc Schultheiss.













