Stepstone Trendstudie 2016

Was Fachkräfte wollen

Deutschlands Fachkräfte sind wählerisch. Laut der Studie von Stepstone ist bei der Jobsuche heute auch das Image des Unternehmens wichtig. Können Bewerber sich mit dem Unternehmen nicht identifizieren, würden acht von zehn Fachkräften eine passende Stelle ausschlagen.

© Ditty_about_summer | Shutterstock

Arbeitsinhalte und Gehaltspakete allein überzeugen Arbeitnehmer nicht mehr. Laut der Studie der Online-Jobbörse Stepstone wollen viele der befragten Führungs- und Fachkräfte einen Arbeitsplatz, der auch zum eigenen Leben passt. Zwar hat die Arbeit noch immer einen hohen Stellenwert, aber Familie und die persönliche Entwicklung sind mittlerweile genauso wichtig. Für fast alle Befragten hat die eigene Gesundheit die höchste Priorität. Dagegen haben Aufstiegschancen oder das Bestreben nach einer guten Karriere etwas an Bedeutung verloren. Noch dazu wollen sich die Arbeitnehmer in ihrem Unternehmen wohlfühlen. Das Arbeitsklima und der Umgang mit den Kollegen spielt für viele eine große Rolle – ist für einige sogar wichtiger als ein Arbeitsalltag mit interessanten Aufgaben.

Fachkräfte haben ein großes Selbstbewusstsein und kennen den Wert ihrer Qualifikation. Grund dafür ist unter anderem ihre sehr starke Position auf dem deutschen Arbeitsmarkt. 70 Prozent der Befragten betrachten ihren aktuellen Arbeitsplatz als gesichert – besonders gefragte Berufsgruppen wie IT und Ingenieurswesen. Ein Drittel der Studienteilnehmer ist der Meinung, dass ihre Jobchancen besser sind, als in den Jahren zuvor. Sieben von zehn Fachkräften sind sich sicher, bei Bedarf in maximal einem halben Jahr einen neuen Arbeitsplatz finden zu können. Ein Drittel geht sogar davon aus, die Jobsuche innerhalb von nur drei Monaten erfolgreich abzuschließen.

Der Fachkräftemangel in vielen Berufsgruppen führt außerdem dazu, dass die Arbeitnehmer deutlich flexibler werden. Die Bereitschaft zum Arbeitsplatzwechsel ist sehr hoch. Fast die Hälfte der befragten Fach- und Führungskräfte sehen sich in mindestens fünf Jahren bereits bei einem anderen Arbeitgeber. Außerdem würden 47 Prozent für einen Arbeitsplatz umziehen oder pendeln.

Um eine neue Arbeitsstelle zu bekommen würden etwas mehr als ein Drittel der Befragten bei Gehalt, Einsatzort, Arbeitszeiten und sogar bei den Aufgaben Kompromisse eingehen. Auf Zusatzleistungen wie Firmenwagen oder Handy kann am ehesten verzichtet werden. Die geringste Kompromissbereitschaft zeigen Fachkräfte bei der Sicherheit des Arbeitsplatzes und den Ansprüchen an die Vorgesetzten. Mut zur Entscheidung, klare Ansagen und das Ermöglichen von eigenverantwortlichem Arbeiten sind beim Vorgesetzten besonders wichtig.

Fach- und Führungskräfte haben hohe Erwartungen an den Bewerbungsprozess. Mehr als ein Drittel der Befragten bricht den Bewerbungsprozess ab, wenn er zu kompliziert wird. Ein Viertel verweigert eine Bewerbung über ein Online-Formular oder -Portal. Viele der Teilnehmer sehen die Bewerbung über das Smartphone als neuen Weg, um den Bewerbungsprozess zu vereinfachen und zu beschleunigen. Das Jobinterview wird als persönliche Vorstellung des Unternehmens beim Bewerber wahrgenommen. Ein misslungenes Jobinterview kann viele Gründe liefern, das Jobangebot abzulehnen.

Die Online-Umfrage für die Studie wurde im Frühjahr 2016 durchgeführt und es nahmen rund 14.000 Fach- und Führungskräften teil. 62 Prozent der Teilnehmer waren Fachkräften und Spezialisten und 38 Prozent gehörten der Führungsebene an. Insgesamt waren 42 Prozent Frauen und 58 Prozent Männer. Der Großteil der Befragten ist in den Berufsfeldern IT, Ingenieurwesen, Vertrieb, Marketing, Banken und Finanzen sowie Logistik tätig.

Nähere Informationen und die Studie finden Sie hier.

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