Entlohnung

Robert Weber,

Angst vor der Gehaltserhöhung

Jede vierte Fachkraft in Deutschland hat ihren Chef noch nie nach einer Gehaltserhöhung gefragt. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage des Karriereportals StepStone. Ein weiterer Punkt: Wer das Thema Gehalt anspricht, verdient im Schnitt 21 % mehr als der, der sich zurückhält.

© Fotolia / BillionPhotos.com

Viele Angestellte scheuen jedoch das Gespräch mit dem Vorgesetzten, sofern es um eine Gehalterhöhung geht. Die Autoren der Stepstone-Studie geben Mitarbeitern daher fünf Ratschläge für die nächste oder erste Verhandlung zur Hand.

 

Rat 1: Ordnen Sie Ihre Gehaltsvorstellungen ein

Das Gehalt ist in Deutschland immer noch ein Tabuthema. Jede dritte Fachkraft weiß nicht, wie viel ihre Kollegen in ähnlichen Positionen verdienen, weitere 48 % haben nur eine ungefähre Ahnung. Dabei ist das Wissen um übliche Gehälter in dem eigenen Berufsfeld und der eigenen Branche von essentieller Bedeutung für die Gehaltsverhandlung. Der StepStone-Gehaltsreport bietet eine wertvolle Orientierung: mit Durchschnittsgehältern aufgeschlüsselt nach Berufserfahrung, Branche, Berufsgruppe, Region, Unternehmensgröße und Qualifikation.

Rat 2: Wählen Sie den richtigen Ansprechpartner

In der Regel ist der direkte Vorgesetzte der passende Ansprechpartner für Gehaltsverhandlungen. Er kann die eigene Leistungen am besten beurteilen. Die Personalabteilung agiert hier meist nur im Hintergrund, etwa indem sie dem Vorgesetzten ein Budget vorgibt, in dessen Rahmen sich die Erhöhung abspielen darf.

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Rat 3: Bestimmen Sie einen passenden Zeitpunkt

Jede dritte Fachkraft, die aktiv nach einer Gehaltserhöhung fragt, tut das einmal jährlich, knapp jeder Fünfte alle zwei Jahre. Die Wahl des richtigen Zeitpunktes kann den Ausgang des eigenen Verhandlungsversuches entscheiden. Ungünstig sind Phasen, in denen das Unternehmen oder die Branche wirtschaftlich schlecht aufgestellt sind. Ein absolutes Tabu sind Firmenfeste. Ebenfalls unprofessionell: Den Chef im Aufzug oder auf dem Büro-Flur in ein Gehaltsgespräch verwickeln.

Rat 4: Bereiten Sie den Termin gezielt vor

Gute Leistungen sind das beste Argument für eine Gehaltserhöhung. Es gilt daher, das Gehaltsgespräch gezielt vorzubereiten. Bitten Sie Ihren Chef mit einem ausreichenden Vorlauf vor der eigentlichen Gehaltsverhandlung um ein Feedbackgespräch, in dem Sie über Ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg sprechen.

Rat 5: Achten Sie auf Formulierungen

Im nächsten Schritt vereinbaren Sie mit etwas Abstand den Termin für die eigentliche Gehaltsverhandlung. Hierbei ist es geschickter, das Kind zunächst nicht beim Namen zu nennen. Bitten Sie um eine Besprechung zu einem bestimmten Projekt oder eine Unterhaltung zur strategischen Ausrichtung Ihrer Position. Den Einstieg in die Verhandlung bieten Ihnen die Ergebnisse des Feedbackgesprächs, beispielsweise.: "Sie haben in unserem letzten Gespräch betont, dass Sie mit meinen Leistungen in Projekt XY sehr zufrieden sind. Deswegen möchte ich heute mit Ihnen über meine weitere Entwicklung sprechen. Hierzu gehört sicherlich auch mein Gehalt."

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