Bitkom-Umfrage

Aufwind für Arbeiten im Homeoffice

Vier von zehn Unternehmen geben Mitarbeitern die Freiheit, auch abseits der klassischen Büroräume zu arbeiten. Zu diesem Resultat kommt eine repräsentative Befragung des Verbandes Bitkom unter über 800 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen von Unternehmen.

© obs/AVM GmbH

Die Zustimmung der Arbeitgeber zu Homeoffice wächst.

© Bitkom

Demnach setzt sich ortsunabhängiges Arbeiten in immer mehr Unternehmen durch. 2016 erlaubte knapp jedes dritte Unternehmen (30 %) Homeoffice, 2014 erst jedes fünfte (20 %).

Laut Bitkom soll sich dieser Trend fortsetzen. 46 % der Unternehmen gehen davon aus, dass der Anteil ihrer Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten, in den kommenden fünf Jahren steigen wird. 50 % erwarten einen konstant bleibenden Anteil. ‘Digitale Technologien ermöglichen es, unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten. Homeoffice wird für immer mehr Beschäftigte zum Alltag’, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Klare Regeln fürs Homeoffice

Bei vielen Arbeitgebern ist Homeoffice genau geregelt. Drei von vier Unternehmen (74 %), deren Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, haben bestimmte Tage festgelegt, an denen kein Homeoffice erlaubt ist, damit alle Mitarbeiter für gemeinsame Termine zur Verfügung stehen – und so hält das im Übrigen auch der Bitkom.

Sechs von zehn (61 %) machen die Anwesenheit im Büro zur Regel und Homeoffice eher zur Ausnahme, etwa an nur einem Tag in der Woche. In knapp jedem zweiten Unternehmen (46 %) muss Homeoffice jeweils im Einzelfall vom Vorgesetzten genehmigt werden. Rohleder: ‘Die flexible Heimarbeit erfordert klare Regeln. Auf Seiten der Unternehmen setzt es Vertrauen voraus, auf Seiten der Mitarbeiter Selbstorganisation und Selbstdisziplin.’

Anzeige

Gründe gegen Homeoffice

Gegen Homeoffice entscheiden sich Unternehmen aus verschiedenen Gründen. Zwei Drittel der Unternehmen (65 %), deren Mitarbeiter nicht im Homeoffice arbeiten, geben an, dass Homeoffice nicht für alle Mitarbeiter möglich sei und niemand ungleich behandelt werden dürfe. Mehr als die Hälfte (58 %) meint, dass ohne direkten Austausch mit Kollegen die Produktivität sinke. Und fast ebenso viele (55 %) sagen, dass Homeoffice generell nicht vorgesehen sei. Für gut jedes dritte Unternehmen spricht gegen flexible Heimarbeit, dass die Mitarbeiter nicht jederzeit ansprechbar seien (33 %), knapp drei von zehn sagen, die Arbeitszeit sei nicht zu kontrollieren (29 %). Für jedes vierte Unternehmen (27 %) sprechen die gesetzlichen Regelungen zum Arbeitsschutz gegen Homeoffice. Weitere Gründe sind Sorgen um die Datensicherheit (22 %), eine zu teure technische Ausstattung (16 %) und die Furcht um eine abnehmende Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen (9 %).

Der Bitkom setzt sich dafür ein, die gesetzlichen Vorgaben zu modernisieren und ans digitale Zeitalter anzupassen. ‘Der selbstbestimmten Arbeitszeitgestaltung stehen gesetzliche Hürden wie der starre Acht-Stunden-Arbeitstag und die elfstündige Mindestruhezeit entgegen. Wer spätabends noch mal die Dienstmails checkt und am nächsten Morgen wieder am Arbeitsplatz ist, verstößt gegen die Gesetze’, sagt Rohleder. ‘Das Arbeitsrecht ist in diesen Punkten nicht mehr zeitgemäß und setzt Arbeitnehmer massenhaft ins Unrecht. Es ist höchste Zeit, diese aus der Zeit gefallenen Regeln zu ändern.’

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

SoftSelect

KI auf dem Weg ins ERP-Verse

Welche ERP-Trends den Markt in Bewegung bringen und worauf Unternehmen bei der Auswahl einer passenden ERP-Software achten sollten, fasst das Hamburger IT-Marktforschungs- und Beratungshaus SoftSelect in der Studie „ERP-Software 2023“ zusammen.

mehr...

Bitkom

Digital-Branche weiter auf Wachstumskurs

Die Folgen des Ukraine-Kriegs, gestörte Lieferketten und die Inflation setzen derzeit vielen Unternehmen in Deutschland zu. Die Digitalwirtschaft kommt dabei mit den schwierigen Rahmenbedingungen besser zurecht als die meisten anderen Branchen.

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren