Embedded Computer / Industrie-PC
Kontrons ARM-Strategie
Kontron setzt künftig neben Intels x86-Architektur auch auf ARM-Prozessoren als strategische Komponente für seine embedded CPU-Boards und Industrie-PC.
Dirk Finstel, Technikvorstand bei Kontron: „Dank umfassendem Softwaresupport schwinden die Grenzen zwischen den Prozessortechnologien. Deshalb ist es für uns ein logischer Schritt auch für die technologisch sehr ähnlichen ARM- und RISC-Technologie passende Lösungen anzubieten.“
© computer-automation.de„Wir haben schon seit längerem sowohl ARM- als auch RISC-basierte Lösungen im Produktportfolio; der strategische Fokus lag jedoch primär auf der x86er-Prozessortechnologie,“ erklärte Dirk Finstel, Technikvorstand bei Kontron. Mit der strategischen Ergänzung um ein breites ARM-Portfolio fällt jetzt dieses Dogma. Das Unternehmen entspricht damit den Kundenanforderungen hinsichtlich geringer Leistungsaufnahme und Performance pro Watt.
Ziel ist eine neue Klasse skalierbarer Systembausteine mit geringer Leistungsaufnahme für die "Application-Ready-Platforms" aufzubauen. Derzeit entwickelt Kontron ein neues Modul-Format, das für ARM-SOC-Prozessoren optimiert ist und die Basis für verschiedene CPU-Module mit Single-, Dual- und die kommenden Quadcore-ARM-Prozessoren bildet. „Für eine optimale Schnittstellennutzung erscheint eine neue Definition notwendig“, sagt Finstel. Bei den hoch integrierten ARM-SOC besteht nämlich eine Diskrepanz zwischen den bereitgestellten Schnittstellen und der über einen Standard Modul-Steckverbinder herausführbaren Schnittstellen. Ein klassisches PC-Chipset bietet eine Vielzahl an PCI-Express Lanes und USB-Ports. ARM-SOC hingegen verfügen über mehrere UART, I2C, SDIO-Ports, unterstützen aber weniger PCIe- und USB-Ports.
„Dem ersten Schwung an CPU-Modulen sollen sowohl eine SBC-Familie folgen als auch Tablet- und Box-PCs sowie Bedienpanels,“ zeigt Finstel die strategische Marschrichtung auf. Alle ARM-basierten Produkte wird Kontron sowohl als Standardlösungen wie auch als kundenspezifische Designs anbieten. Erste Testexemplare der Module sind noch in diesem Jahr verfügbar; SBCs, Tablets sowie Box-PCs und HMIs in 2012.
Microsoft sorgt mit Windows 8 für Bewegung
Für eine kürzere Time-to-Market will Kontron Support für die wichtigsten Betriebssysteme bieten, neben Windows CE 6 und 7 auch für Linux-basierte Betriebssysteme, wie QNX, Green Hill und VxWorks (inklusive Hypervisor). Dies ist besonders interessant für Applikationen, die höchste Verfügbarkeit und Echtzeit-Verhalten verlangen. Zusätzlich werden Kontrons ARM-Komponenten auch Windows 8 unterstützen, mit dem Microsoft erstmals ARM-Architekturen bedient.
„Mit dem Softwaresupport von Unternehmen wie Microsoft, fallen für viele Anwender die Grenzen bei den Prozessortechnologien“, zeigt Finstel einen weiteren Aspekt auf. Bestehende und neue Anwendungen können künftig leichter zwischen RISC- und CISC-Plattformen portiert werden. Da die Applikationssoftware quasi überall läuft, wird die Prozessorarchitektur immer weniger zum Entscheidungskriterium bei der Hardware-Spezifikation. Ausschlaggebend sind vielmehr Preis, Leistungsaufnahme sowie die Performance pro Watt.













