Windows 8

Stefan Kuppinger,

Microsoft unterstützt ARM-Prozessoren

Anfang Januar läutete Microsoft auf der Consumer Electronics Show CES in Las Vegas eine neue Ära ein: Das Flaggschiff Windows 8 wird neben x86-CPUs erstmals auch so genannte „Systems-on-Chip“ unterstützen. Stefan Hoppe von Beckhoff Automation skizziert die Bedeutung für den Automatisierungsmarkt.

Stefan Hoppe, Beckhoff Automation: „Die Unterstützung von ARM-Prozessoren durch Windows 8 ist ein Novum bei Microsoft.“

© Beckhoff Automation

Herr Hoppe, welche Zielsetzung verfolgt Microsoft mit der Unterstützung der stromsparender ARM-Architekturen?

Hoppe: Microsoft will vor allem mehr Betriebssystem- Lizenzen verkaufen. Und bei vielen Anbietern von Smart-Phones und Tablet-PCs gilt die ARM-Architektur mit performanter Hardware und geringem Stromverbrauch als gesetzt.Wer von dem starken Wachstum in diesem Segment profitieren will, kommt anARM nicht vorbei.

Primäre Stoßrichtung ist demnach der Consumer-Markt. Das war bei Windows CE anfangs auch so. Heute ist CE nicht mehr aus der Automatisierungswelt wegzudenken. Wiederholt sich die Geschichte?

Hoppe: Das ist momentan noch ein Blick in die Kristallkugel. Um die Frage beantworten zu können, fehlen Informationen zu den Embedded- Eigenschaften von Windows 8, Preisstaffelungen, Footprint, Performance et cetera. Microsoft hat sich hierzu noch nicht geäußert.

Werden bisherige Windows-Applikationen durchgängig auch auf der ARM-Variante laufen?

Hoppe: Auf der CES wurden jedenfalls neben Windows 8 zumindest Office-Anwendungen wie Excel,Word und Powerpoint auf der ARM-Plattform gezeigt. Es wäre eine Erleichterung, wenn sich Silverlight-Applikationen ohne Änderungen auf leistungsfähigen Tablet und Smartphones übernehmen ließen.Auch die Verfügbarkeit von Gerätetreibern wäre für kleine Embedded-Geräte vereinfacht.

Das bedeutet für Beckhoff, ein weiteres Betriebssystem pflegen zu müssen.

Hoppe: Wir unterstützen schon seit langem mehrere Betriebssystemplattformen nebeneinander. Der Vorteil unserer Twincat-Lösung besteht ja gerade darin, die Automatisierungsfunktionen funktionskompatibel auf verschiedenen Plattformen abzubilden. Das Betriebssystem muss nur skalierbar und preiswert sein sowie klare Live-Cycle-Aussagen, Treiber, Connectivity, langjährigen Support und gute Entwicklungstools bieten.

Welche Vorteile bringt die ARM-Unterstützung von Windows 8 für Automatisierungsanbieter?

Hoppe: Ein Windows 8 wird sich kaum in eine 10-MByte-Plattform skalieren lassen, wie sie bei kleinen Geräten durchaus anzutreffen ist.Wenn Windows 8 aber für leistungsfähige ARM-CPUs verfügbar wird, entsteht ein Wettbewerb der CPU-Anbieter im Preis-Leistungs- Verhältnis. Für PC-basierende Automatisierer – Anbieter wie Anwender – wäre das von Vorteil.

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