Industrie-PCs

Lukas Dehling,

Kontron rutscht weiter ab

Kontron präsentiert seine Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2016: Das Unternehen verliert in allen wichtigen Kennzahlen deutlich. Immerhin lässt der Ausblick auf das nächste Jahr hoffen.

"Wir stehen vor enormen Herausforderungen", sagt Hannes Niederhauser, Vorstandsvorsitzender der Kontron. "Das Geschäftsjahr 2016 war ein schwieriges Jahr für Kontron. Jetzt gilt es mit viel Fleiß, Kostenbewusstsein und innovativer Technologie das Ruder herum zu reißen."

© S+T

Die Zahlen von Kontron liegen im Rahmen der revidierten Erwartungen vom Oktober 2016 aber deutlich unter der ursprünglichen Geschäftsjahresprognose zu Beginn des Jahres 2016: Kontrons Umsatzerlöse fielen im Geschäftsjahr 2016 um 17,7 % auf 385,1 Mio. Euro (Vorjahr: 467,7 Mio. Euro).

Bei den wichtigen Kennzahlen Auftragseingang, Umsatz und Gewinn muss Kontron einen Rückgang verzeichnen.

© Kontron

Rückgang in allen Bereichen

Der Rückgang vollzog sich im Jahresverlauf in allen drei Geschäftsbereichen: Der Bereich Industrial verzeichnete ein Minus von 15,6 % auf 198,4 Mio. Euro (Vorjahr: 234,7 Mio. Euro). Der Geschäftsbereich Avionics/Transportation/Defense erwirtschaftete 96,6 Mio. Euro (Vorjahr: 127,2 Mio. Euro) und lag damit um 24,3 % unter Vorjahr. Auch der Geschäftsbereich Communication blieb mit 90,1 Mio. Euro unter dem Niveau des Vorjahres (105,8 Mio. Euro). Der Auftragseingang lag mit 361,5 Mio. Euro 7,7 % unter dem Vorjahr (2015: 391,8 Mio. Euro).

Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Aufwendungen aus dem im zweiten Halbjahr 2016 initiierten Restrukturierungsprogramm belasteten zudem das Ergebnis und führten zu einem EBIT in Höhe von -141,7 Mio. Euro (Vorjahr: 6,2 Mio. Euro) beziehungsweise einem bereinigten EBIT in Höhe von -58,8 Mio. Euro.

Synergien durch Zusammenarbeit mit S&T

Die Kehrtwende strebt Kontron durch die Verschmelzung mit S&T an, für die das Unternehmen auf der diesjährigen Hauptversammlung die Aktionäre um Zustimmung bittet. Seit November 2016 ist die S&T Gruppe mit einem Anteil von ca. 29,9 % der Stimmrechte und des Grundkapitals größter Aktionär von Kontron. Im Februar 2017 wurde eine Absichtserklärung bekannt, die eine Verschmelzung von Kontron auf die S&T Deutschland Holding AG vorsieht.

Die beiden Unternehmen Kontron und S&T verfügen über ein Portfolio aus Hardware, Software und Services und sollen sich zudem über die Märkte ergänzen, auf denen sie tätig sind. Von einer zukünftigen Partnerschaft oder Verschmelzung mit der S&T erwartet Kontron daher eine Reihe positiver Effekte und Synergien, etwa die gemeinsame Nutzung des Know-hows im Bereich Forschung und Entwicklung bis hin zur Entwicklung neuer innovativer Produkte, Lösungen und Services.

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Ausblick auf 2017

Für 2017 erwartet Kontron aufgrund der rückläufigen Entwicklung des Auftragseingangs ein ähnlicher Umsatz wie im Geschäftsjahr 2016. Die Bruttomarge soll aufgrund der Partnerschaften mit Ennoconn und S&T wieder über 25 % steigen.

Der Vorstand geht aufgrund des aktuellen Restrukturierungsprogrammes von jährlichen Kosteneinsparungen von über 15 Mio. Euro aus, die bereits ab dem zweiten Quartal 2017 wirksam werden sollen. Auf Basis der Kostensenkungen und der höheren Bruttomarge wird für 2017 ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet.

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