Siemens Quartalszahlen Q1/2021
Zeichen stehen auf Wachstum
Siemens gab heute seine Zahlen für das 1. Quartal 2021 bekannt. Die Konzernführung spricht von einem hervorragenden Start und erhöht die Jahresprognose deutlich.
„Hervorragender Start ins Geschäftsjahr 2021“ titelt die Siemens-Pressemitteilung zu den Zahlen des 1. Quartals des laufenden Geschäftsjahres. Nahezu in allen Segmenten kann der Konzern ein Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnen. Der scheidende Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser: »Das Team hat trotz eines komplexen Umfelds eine hervorragende Leistung abgeliefert. Ich bin dankbar, so ein starkes Unternehmen an die neue Führungsriege übergeben zu können.« Dies tut er im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung am 3. Februar.
Als »komplexe Umfeld« bezeichnet Kaeser unter anderem die Rahmenbedingungen aufgrund der Corona-Pandemie sowie negative Währungseffekte. Dennoch übertrafen Auftragseingang, Umsatzerlöse und Gewinn nach Steuern im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2020 die Vorjahreswerte sowie die Markterwartungen deutlich.
Jahresprognose angehoben
Siemens rechnet weiterhin mit einem komplexen gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Das erste Quartal 2021 zeigte jedoch, dass sich die Bedingungen in Geschäften und geografischen Regionen zum Teil deutlich verbesserten. Sollten sich diese Bedingungen insbesondere für die kurzzyklischen Geschäfte in den kommenden Quartalen fortsetzen, rechnet der Konzern mit einem besseren Ergebnis für das Geschäftsjahr 2021. Zwar geht Siemens weiterhin davon aus, dass negative Währungseffekte sowohl die nominalen Wachstumsraten beim Volumen als auch das Angepasste EBITA der Industriellen Geschäfte im Geschäftsjahr 2021 erheblich belasten werden, doch hebt der Verlauf des ersten Quartals die Erwartungen. Die Jahresprognose wird angehoben: Der Konzern erwartet ein moderates Wachstum der Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis im mittlerem bis hohem einstelligen Prozentbereich. Das bedeutet, der Ausblick für den Gewinn nach Steuern wird auf einen Bereich von 5,0 bis 5,5 Mrd. Euro angehoben. Zum Vergleich: Der Gewinn nach Steuern für das Geschäftsjahr 2020 belief sich auf 4,2 Mrd. Euro. Weiterhin erwarten die Verantwortlichen ein Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen (Book-to-Bill-Verhältnis) von über 1.
Die Zahlen im Überblick – Siemens Digital Industries
Die Prozentangaben im folgenden Text beziehen sich auf Angaben auf vergleichbarer Basis (bereinigt um Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte).
Der Auftragseingang des Siemenskonzern stieg um 15 % von 14,361 Mrd. Euro in Q1/20 auf 15,940 Mrd. Euro in Q1/21. Der Anstieg im Auftragseingang zieht sich durch alle Segmente, wird jedoch von Mobility angeführt, das ein sehr stark angestiegenes Volumen aus Großaufträgen verzeichnete.
Der Umsatz stieg um 7 % auf 14,071 Mrd. Euro (Q1/20: 13,675 Mrd. Euro). Geografisch betrachtet, war das Wachstum in China und Deutschland am deutlichsten. Das Angepasste EBITA Industrielle Geschäfte legte bei Digital Industries von 1,533 Mrd. Euro im Vorjahresquartal auf 2,128 Mrd. Euro zu. Zurückzuführen ist dies auf eine Erholung in den hochmargigen kurzzyklischen Geschäften sowie stark gesunkenen Personalrestrukturierungsaufwendungen.
Der Gewinn nach Steuern stieg aufgrund des stark gestiegenen Angepassten EBITA Industrielle Geschäfte (gegenläufig wirkte eine höhere Steuerquote) sowie eines positiven Beitrags aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 1,089 Mrd. Euro (Q1/20) auf 1,498 Mrd. Euro an. Zu beachten ist, dass das erste Quartal des Geschäftsjahres 2020 einen Verlust aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthielt, hauptsächlich in Zusammenhang mit dem ehemaligen Energiegeschäft.
Der Free Cashflow der industriellen Geschäfte im Q1/21 beträgt 1,468 Mrd. Euro (Q1/20: 189 Mio. Euro).
Digital Industries – zweistelliges Wachstum in China
Ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte betrug das Wachstum im Auftragseingang von Digital Industries 2 % (Q1/20: 4,228 Mrd. Euro; Q1/21: 4,120 Mrd. Euro). Besonders stark nahm das Automatisierungsgeschäft zu: In China und Deutschland verzeichnete die Sparte zweistelliges Wachstum. Der Umsatz stieg von im Vergleich zum Vorjahresquartal von 3,762 auf 3,765 Mrd. Euro an. In China legte der Umsatz im zweistelligen Prozentbereich zu. Das Software-Geschäft hingegen lag mit 1,004 Mrd. Euro leicht hinter dem Vorjahresquartal (1,014 Mrd. Euro) zurück.
Wie bereits erwähnt, profitierte die Entwicklung des Angepassten EBITA auch von im Vorjahresvergleich stark gesunkenen Personalrestrukturierungsaufwendungen (Q1/20: -115 Mio. Euro; Q1/21: -14 Mio. Euro) sowie von Kosteneinsparungen infolge der Umsetzung des Programms zur Optimierung der Kostenstruktur und aufgrund der COVID-19-Einschränkungen, wie geringere Reise- und Marketingaufwendungen.
Die Zahlen im Überblick: Smart Infrastructure, Mobility, Healthineers
Auch Smart Infrastructure konnte im Auftragseingang zulegen. Der Auftragseingang stieg um 7 % von 3,756 Mrd. Euro im Vorjahresquartal auf 3,806 Mrd. Euro. Der Umsatz ging leicht zurück (Q1/20: 3,529 Mrd. Euro; Q1/21: 3,477 Mrd. Euro), der Grund sind hier starke negative Währungsumrechnungseffekte. Auch in diesem Segment ist China ein Wachstumstreiber; im Land der Mitte verzeichnet Smart Infrastructure ebenfalls einen zweistelligen prozentualen Anstieg.
Ein gegenüber dem Vorjahr sehr stark gestiegenes Volumen aus Großaufträgen verzeichnet die Mobility-Sparte: Der Auftragseingang legte um 67 % von 1,665 Mrd. Euro auf 2,742 Mrd. Euro zu. Darunter befinden sich Aufträge aus Deutschland über 0,4 Mrd. Euro für Stadtbahnen, über 0,3 Mrd. Euro für Regionalzüge sowie ein Auftrag über 0,1 Mrd. Euro für Deutschlands Initiative zur Digitalisierung seiner Bahninfrastruktur. Die abgearbeiteten Aufträge sorgen für ein Umsatzwachstum von 2,180 Mrd. Euro auf 2,193 Mrd. Euro.
Eine Zunahme im Auftragseingang verzeichnet Siemens Healthineers: Er stieg von 4,125 Mrd. Euro im Q1/20 auf 4,387 Mrd. Euro im ersten Quartal 2021. Darin enthalten ist auch ein neues Volumen aus Coronavirus-Antigen-Schnelltests. Das Volumenwachstum wird allerdings zurückgehalten von starken negativen Währungsumrechnungseffekten. Die Umsatzerlöse stiegen um 13 % von 3,587 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum auf 3,868 Mrd. Euro im ersten Quartal. Das Angepasste EBITA ist von niedriger Vergleichsbasis angestiegen, enthielt aber negative Effekte in Höhe von 67 Mio. Euro in Zusammenhang mit dem geplanten Erwerb von Varian Medical Systems sowie negative Währungseffekte.













