Dassault Systèmes

Andrea Gillhuber | Andrea Gillhuber,

So gelingt die Digitalisierung der Geschäftsprozesse

Das Tempo für die digitale Transformation ist rasant und bedeutet für Industrie­unternehmen einen massiven Umbruch. Um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, gilt es nicht nur Einzelprozesse zu optimieren, sondern die gesamte Wertschöpfungskette zu modernisieren.

Schritt für Schritt in eine digitale Zukunft – damit das funktioniert, ist eine einheitliche IT-Plattform als Basis für alle Prozesse von der Entwicklung bis hin zum Customer Service notwendig.

© Dassault Systèmes

Aus analog wird digital, daher müssen alle Bereiche vernetzt miteinander interagieren können. Das reicht von der Produktentwicklung über die Konstruktion, Fertigung und Lieferkette bis hin zum Kundenservice. Digitale Ansätze wie eine zentrale Datenbasis und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit auf einer Plattform spielen dabei eine wichtige Rolle. Die IDC befragte im Rahmen einer von Dassault Systèmes gesponserten Studie über 200 Industrieunternehmen in Deutschland und der Schweiz, vor welchen Herausforderungen sie bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse stehen und wie sie diese meistern. Die Ergebnisse zeigen: Der Weg in eine digitale Zukunft ist häufig schon eingeschlagen, aber für viele Unternehmen noch lang.

Status quo der digitalen Transformation

Die wirtschaftliche Lage hat sich nicht erst durch die Corona-Krise weltweit abgekühlt. Bereits in den vergangenen Jahren mussten viele Unternehmen feststellen, dass sich das Wachstum deutlich verlangsamte. Dies lässt sich unter anderem auf strukturelle Veränderungen in unterschiedlichsten Branchen sowie auf den Rückgang der Produktivität zurückzuführen. Weitere Faktoren wie die Covid-19-Pandemie verringern die Produktivität international tätiger Unternehmen zusätzlich – Lieferketten sind unterbrochen und die Umstellung auf Remote-Arbeit beeinflusst das Tagesgeschäft.

Aus diesen Gründen stehen viele Industrieunternehmen umso mehr unter dem Druck, besonders profitabel zu arbeiten. Der Studie zufolge liegen bei 55 % der Befragten die Priorität der nächsten zwei Jahre in erster Linie auf der Kostensenkung. Für knapp die Hälfte hat die Innovation von neuen Produkten und Services den zweitwichtigsten Stellenwert. Doch dieser Blick nach vorne stellt viele vor diverse Herausforderungen.
Unzureichende Abstimmungen zwischen Fachbereichen und IT sowie wachsende Datenmenge, -vielfalt und -komplexität sind für Produkt-innovationen bei der Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsketten die größten Hürden. Die zunehmende Komplexität der Produkte, inklusive Service- und Datenkomponenten, sollten Unternehmen zudem im Blick behalten. 

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Den Entwicklungs-Turbo zünden

Eine ganzheitliche und durchgängige Digitalisierungsstrategien wirkt sich positiv auf die Produktentwicklung aus, da Industrieunternehmen dadurch wertschöpfungskettenübergreifende Effekte erzielen. Innovationen können leichter identifiziert und schneller umgesetzt werden – und langfristig sinken die Kosten. Die Studie zeigt, dass ein digitalisiertes Unternehmen beispielsweise bis zu 100-mal schneller neue digitale Services entwickeln und vermarkten. Viele Unternehmen erkennen heute den Wert einer digitalen Strategie und richten entsprechend ihre Investitionen aus: In den kommenden fünf Jahren werden mehr als 50 % aller IT-Ausgaben in die Entwicklung von digitalen Innovationen und in die digitale Transformation fließen.

Die Produktentwicklung ist der Studie nach die Top-Priorität für 45 % der Entscheider. Mehr Produkte sollen demnach in kürzerer Zeit entwickelt werden können. Den zweitwichtigsten Stellenwert hat für 44 % die Individualisierung der Produkte. Der Grund dafür liegt in der höheren Erwartungshaltung von Kunden an Produkte und deren Funktionalität.
Nicht verwunderlich ist daher die drittwichtigste Business-­Priorität: die Verbesserung der Customer Experience.

Die Chancen einer einheitlichen IT-Plattform

Die Studie fragte auch, wie weit die digitale Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette bereits fortgeschritten ist. Je nach Prozessen und Abteilungen ergibt sich ein anderes Bild. Einig sind sich die Befragten dabei, dass die digitale Zusammenarbeit in den nächsten 24 Monaten intensiviert werden muss.

© Dassault Systèmes

Eine einheitliche IT-Plattform, zum Beispiel die 3D-Expierence-Plattform von Dassault Systèmes, stellt das Kernelement für nachhaltigen digitalen Erfolg dar. Sie ist die technologische Grundlage für eine ‚Single Source of Truth‘. Dem Datenmanagement fällt dabei eine besondere Bedeutung zu – es schlägt die Brücke zwischen der internen und externen Wertschöpfungskette in der Produktentwicklung. Darüber hinaus hilft eine solche Plattform, agil und flexibel auf neue Bedingungen zu reagieren. Sie erlaubt einen unternehmens-weiten Überblick über vernetzte Produkte, Anlagen und Maschinen, Fertigung, Lieferkette bis hin zu Service und Kunden. Aktuell gibt es in vielen Unternehmen Innovationsinseln, die erst miteinander vernetzt und in die bestehende IT-Umgebung integriert werden müssen. 

Neben einer zentralen Plattform bildet eine harmonisierte Datenbasis einen wesentlicher Erfolgsfaktor für die digitale Transformation. Erst auf Basis einer ‚Single Source of Truth‘ kann die digitale Zusammenarbeit aller Projekt-beteiligten – ob intern oder extern – gewährleistet werden. Ein ganzheitliches Datenmodell ist somit nicht nur Bestandteil einer neuen Business-Strategie, sondern auch Erfolgsfaktor für produzierende Unternehmen: Erst wenn Engineering, Produktentwicklung, Fertigung und weitere Schnittstellen die ‚gleiche Sprache sprechen‘, können Kundenerwartungen an digitale Produkte und Dienstleistungen erfüllt und Innovationen geschaffen werden.

Die Realität sieht heute noch anders aus: Zwar sind 59 % der Befragten überzeugt, dass eine zentrale Datenbasis für die erfolgreiche Weiter-entwicklung ihres Geschäftsmodells essenziell ist, dennoch gaben nur 16 % an, ein durchgängiges Datenmodell für alle Bereiche einzusetzen. Nur 23 % der befragten Industrieunternehmen sind in der Lage, abteilungsübergreifende Prozesse zu gestalten. 67 % der Befragten gaben an, dies in den kommenden 24 Monaten umsetzen zu wollen. 

Schritt für Schritt umsetzen

Überblick über die zehn größten Herausforderungen bei der digitalen Transformation von Prozessen: An erster Stelle steht die un­genügende ­Abstimmung zwischen den Fachbereichen und der IT.

© Dassault Systèmes

Mithilfe der Methodik des Value Engagement kann die digitale Transformation Schritt für Schritt durchgeführt werden – von der Definition der Unternehmensziele und KPIs (Key Performance Indicators) über die Ableitung von Handlungsfeldern und benötigter IT-Unterstützung bis hin zur praktischen Umsetzung. 
Industrieunternehmen müssen zunächst den IST-Zustand im Rahmen eines Business Assessment umfassend analysieren. Dabei geht es darum herauszufinden, an welchen Stellen der größte Handlungs- und Optimierungsbedarf besteht sowie welche Erwartungen erfüllt und welche Bereiche im Unternehmen oder Prozesse verändert werden sollen. Auf Basis der Evaluation können Unternehmen präzise Zielsetzungen ableiten und eindeutige KPIs festlegen. Damit wird sichergestellt, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen und sich der Erfolg des digitalen Wandels messen lässt. 
Im nächsten Schritt erfolgt die Planung: Zentrales Element dabei ist eine digitale Plattform. Sie dient dazu, notwendige Prozessverbesserungen auszuarbeiten und bildet die Grundlage für die anschließende Umsetzung. Haben Industrieunternehmen diese Schritte erfolgreich gemeistert, steht der Transformation der Geschäftsprozesse nichts mehr im Wege.

Eine erfolgreiche Zukunft gestalten

Unternehmen sind dazu angehalten, die ersten Schritte hin zur digitalen Transformation besser heute als morgen anzugehen. Neueste Markt-entwicklungen zeigen, dass sich die Konjunktur in absehbarer Zeit nicht verbessern wird – disruptive Innovationen und Geschäftsmodelle erfahren dadurch eine gesteigerte Bedeutung. Industrieunternehmen sollten die Digitalisierung des Tagesgeschäfts als Chance verstehen, um eine erfolgreiche Zukunft zu gestalten und auch nach der Krise wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Umsetzung der digitalen Transformation in vier Schritten

Value Assessment: Im ersten Schritt geht es um die Identifizierung von möglichen Stellschrauben im Unternehmen. Dafür müssen Geschäftsprozesse ganzheitlich analysiert werden, um darin sinnvolle Handlungsfelder und Potenziale erkennen zu können. An diesem Punkt schaffen Unternehmen die Entscheidungsgrundlage für Maßnahmen, die ihre Ziele nachhaltig stärken. 

Value Definition: Auf Basis der vorherigen Evaluation lassen sich aus den vorhandenen Potenzialen präzise Zielsetzungen ableiten und eindeutige KPIs festlegen. Damit wird sichergestellt, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen und sich der Erfolg des digitalen Wandels im Anschluss auch messen lässt.

Value Commitment: Gemeinsam werden die notwendigen Prozessverbesserungen ausgearbeitet und alle Weichen für die Umsetzung getreu definierter Standards gestellt. 

Value Delivery: Entlang der zuvor definierten Zielsetzungen und Prioritäten kann das Unternehmen die neuen Abläufe implementieren und so sein Geschäftsmodell digitalisieren.

Die Autorin

Dr. Barbara Holtz ist Industry Business Consultant bei Dassault Systèmes.

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