Product Lifecycle Management
Siemens intensiviert PLM-Entwicklung
Siemens will seine Position am Markt für Product Lifecycle Management (PLM) ausbauen und investiert weiterhin in die Entwicklung entsprechender Software. Kein Wunder, schließlich schätzen Analysten den Wert des Marktes auf 17 Mrd. Euro.
Der Weltmarkt für PLM-Software und Dienstleistungen hat Industrieanalysten zufolge ein Volumen von rund 17 Milliarden Euro und ein prognostiziertes jährliches Wachstum von rund acht Prozent in den nächsten fünf Jahren. Davon will Siemens weiterhin profitieren. „Wir werden die Investitionen in unsere PLM-Aktivitäten auf hohem Niveau halten, um unser gesamtes Industriesoftware-Portfolio für Produktentwicklung, Simulation und Produktion gezielt weiterzuentwickeln", betonte Siegfried Russwurm, Geschäftsführer des Siemens-Sektors Industry.
Alleine im Geschäftsjahr 2010 hat Siemens über 250.000 PLM-Lizenzen verkauft und mehr als 2600 Neukunden für ihre PLM-Software gewonnen. Insgesamt zählt Siemens im PLM-Geschäft über 69500 Kunden mit einer installierten Basis von rund 6,7 Millionen Lizenzen. „Ende November hat die Daimler AG unsere CAD-Software NX zum Standard für die weltweite Fahrzeugentwicklung an mehr als 20 Standorten erklärt, freut sich Russwurm. Der Siemens-Konzern setzt PLM-Lösungen für die eigene Produktentwicklung und Fertigung ein und verknüpft mehr als 35.000 Ingenieure an 50 Standorten über eine Datenmanagement-Plattform.
Bei PLM-Software handelt es sich um eine IT-Plattform, die Unternehmen bei der digitalen Konzeption, Entwicklung und Fertigung ihrer Produkte unterstützt. Das Siemens-Angebot in dieser Technologie umfasst Lösungen für computerunterstütztes Design (CAD/CAx), digitales Produktdatenmanagement (cPDM, collaborative Product Data Management) und die Simulation von Fertigungsprozessen. Technologisch wird der Markt vom Zusammenwachsen der PLM-, Fertigungs- und Unternehmens-IT beeinflusst.
Rund 200 Red-Bull-Racing-Ingenieure entwerfen ständig neue Komponenten und testen das Fahrzeug auf Herz und Nieren – zuerst am Computer, später auf der Rennstrecke.
© SiemensDie bislang üblichen Insellösungen von Produktentwicklungs-, Produktions- und Service-Software wandeln sich zu einer integrierten Systemlandschaft. Schnell verfügbare Informationen sind hierbei für Produkt-Designer, Maschinenbauer oder Lieferanten, Dienstleister und Distributoren die Basis des Erfolgs.
Red Bull entwickelt mit PLM-Software von Siemens
In keiner Disziplin ist das so deutlich sichtbar wie in der Formel 1. Nirgendwo anders müssen Produkte unter so hohem Zeitdruck weiterentwickelt und gefertigt werden. Daher entwickelt und fertigt Red-Bull-Racing seine Weltmeisterautos mit der PLM-Software von Siemens. Die Software bildet neben der Strecke das digitale Entwicklungs-Rückgrat und erlaubt es, am Computer neue Komponenten zu konstruieren, per Mausklick produzieren zu lassen und anschließend in das Fahrzeug einzubauen.
PLM - vom Rechner bis zur Werkbank
Bei dem hohen Innovationsdruck in der Formel 1 braucht es PLM, um neue Teile schnell in die Fertigung und dann an die Fahrzeuge zu bringen.
© SiemensRund 200 Ingenieure arbeiten bei Red-Bull-Racing unter Hochdruck mit der Siemens-Software daran, die Autos von Sebastian Vettel und Mark Webber in der kurzen Zeit zwischen zwei Rennen noch einen Tick schneller zu machen. Die Ingenieure entwickeln dazu ständig neue Komponenten, fügen mehrere Tausend Einzelteile zusammen und testen das Fahrzeug auf Herz und Nieren - alles am Computer.
Anschließend reicht ein Mausklick, um die neuen Teile sofort fräsen oder stanzen zu lassen. Dazu müssen keinerlei Daten von Hand an den Werkzeugmaschinen in der Fertigung eingegeben oder in andere IT-Systeme übertragen werden. Das spart Zeit und Kosten: Red-Bull-Racing hat seinen Materialaufwand dadurch signifikant reduziert und Abläufe im Design und in der Fertigung um bis zu 75 Prozent beschleunigt.
Für die Abstimmung des Fahrzeugs auf die jeweiligen Charakteristika der Rennstrecken steht eine Vielzahl von Varianten zur Verfügung. Deren Zusammenspiel simulieren die Ingenieure am Computer, um die ideale Kombination zu finden. Alle Entwickler und Ingenieure des gesamten Rennstalls haben dabei jederzeit im Werk und an der Rennstrecke Zugriff auf sämtliche Daten und wissen daher stets, was am Fahrzeug geändert wurde.














