Künstliche Intelligenz
Vier Schritte für mehr KI-Souveränität
Nach der vorübergehenden Abschaltung des KI-Modells ‚Claude Fable 5‘ empfiehlt die KI-Beratung Neurawork Unternehmen, ihre KI-Strategie breiter aufzustellen. Im Mittelpunkt stehen Datensouveränität, Ausfallsicherheit und eine geringere Abhängigkeit von einzelnen Anbietern.
Die vorübergehende Abschaltung des KI-Modells ‚Claude Fable 5‘ hat eine Diskussion über die Abhängigkeit von einzelnen KI-Anbietern ausgelöst. Nach Einschätzung der KI-Beratung Neurawork verdeutlicht der Fall, dass die Verfügbarkeit von KI-Systemen zunehmend zu einem Betriebsrisiko werden kann. Datensouveränität, Compliance und Ausfallsicherheit seien deshalb wichtige Voraussetzungen für den produktiven Einsatz von KI.
„Viele Unternehmen konzentrieren sich derzeit auf die Frage, welches KI-Modell am leistungsfähigsten ist. Die wichtigere Frage lautet jedoch: Was passiert mit meinen Prozessen, wenn dieses Modell morgen nicht mehr verfügbar ist?“, sagt Christoph Knöll, Gründer und Geschäftsführer von Neurawork.
Vier Schritte für eine unabhängige KI-Strategie
Als Reaktion auf diese Herausforderungen hat Neurawork das Konzept „Operational AI“ entwickelt. Es soll Unternehmen dabei unterstützen, KI-Anwendungen unabhängiger, ausfallsicherer und wirtschaftlicher aufzubauen.
1. Wirtschaftlichen Engpass identifizieren
Der erste Schritt besteht darin, den wirtschaftlich wichtigsten Engpass zu identifizieren. Statt mit der Auswahl eines KI-Modells zu beginnen, sollten Unternehmen zunächst analysieren, welche Herausforderungen den größten Einfluss auf Umsatz, Kosten oder Wachstum haben und anschließend prüfen, an welchen Stellen KI einen Beitrag leisten kann.
2. Prozesse vollständig verstehen
Im zweiten Schritt wird der betroffene Geschäftsprozess detailliert untersucht und in einzelne Arbeitsschritte unterteilt. Ziel ist es, den tatsächlichen Nutzen von KI zu bewerten und Aufgaben zu identifizieren, die sich auch ohne große Sprachmodelle automatisieren lassen.
3. Architektur souverän aufbauen
Für den Aufbau der technischen Architektur empfiehlt Neurawork den Einsatz offener Technologien, europäischer Infrastrukturen und spezialisierter Systeme. Leistungsfähige Sprachmodelle sollten demnach nur dort eingesetzt werden, wo sie einen konkreten Mehrwert bieten.
4. Governance und Ausfallsicherheit integrieren
Der vierte Schritt umfasst die Einbindung von Governance-Anforderungen. Dazu zählen unter anderem Compliance-Vorgaben, Datenschutz, der EU AI Act, die DSGVO sowie technische Ausweichmöglichkeiten, um Ausfälle einzelner KI-Anbieter abzufangen.
„Die meisten Unternehmen denken bei KI zuerst an Modelle. Wir empfehlen, zuerst über die eigenen Prozesse nachzudenken. Wer seine Abläufe versteht, benötigt deutlich weniger Abhängigkeit von einzelnen Plattformen und kann KI zugleich wirtschaftlicher einsetzen“, so Knöll.
Nach Einschätzung von Neurawork werden künftig vor allem Unternehmen Wettbewerbsvorteile erzielen, die KI als Bestandteil einer belastbaren und souveränen Unternehmensarchitektur integrieren.











