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Artikel und Hintergründe zum Thema

Quartalszahlen Q2/2021

Andrea Gillhuber,

Gewinnsprung für Siemens

Von 697 Mio. auf 2,4 Mrd. Euro stieg der Gewinn von Siemens im Vergleich zum Vorjahr. Treiber waren neben der Automobilindustrie der Maschinenbau und die Software-Aktivitäten. Der Flender-Verkauf tat sein Übriges dazu.

Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG

© Siemens AG

Siemens zweites Quartal 2021 ist geprägt von einem Gewinnsprung: Der Gewinn nach Steuern stieg im Vergleichszeitraum 2020 zu 2021 sprunghaft von 697 Mio. Euro auf 2,390 Mrd. Euro an. Der Auftragseingang wuchs auf vergleichbarer Basis um 11 % von 14,664 Mrd. Euro in Q2/2020 auf 15,879 Mrd. Euro in Q2/2021. Die Umsatzerlöse betrugen 13,784 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum 2020, 14,665 Mrd. Euro im abgeschlossen Q2/2021. »Unsere Kunden bringen uns großes Vertrauen entgegen. Das zeigen Auftragslage und Umsatz im zweiten Quartal eindrucksvoll«, freut sich Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.

 

Steigende Gewinnerwartung

Bereits bei der Präsentation der Zahlen am 3. Februar für das erste Quartal 2021 verkündete der Konzern in nahezu allen Segmenten ein Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum und hob die Jahresprognose von einem erwarteten Gewinn nach Steuern auf einen Bereich von 5,0 bis 5,5 Mrd. Euro an. Im 2. Quartal setzte sich der Trend fort. Finanzvorstand Ralf P. Thomas: »Wachstumsimpulse kamen insbesondere aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und unserem Softwaregeschäft sowie, geografisch betrachtet, aus China. Neben der erfreulichen Margenentwicklung in den Industriellen Geschäften hat sich auch unser erfolgreiches Portfolio-Management ausgezahlt. Zudem erzielte Siemens erneut einen exzellenten Cashflow. Auf dieser Basis sehen wir noch zuversichtlicher auf die zweite Hälfte unseres Geschäftsjahres und heben unseren Ausblick sowohl in den Industriellen Geschäften als auch für den Gewinn nach Steuern deutlich an.« Aus diesen Gründen hebt der Konzern seine Gewinnerwartungen nach Steuern noch einmal deutlich auf einen Bereich von 5,7 bis 6,2 Mrd. Euro an.

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Gewinn-Push durch Verkauf von Flender

Zum Gewinnsprung trug allerdings auch der Verkauf von Flender bei. Unter diesem Namen ging die Siemens-Sparte Mechanische Antriebe (Mechanical Drives) am 1. Oktober 2017 als eigenständiges Unternehmen an den Markt. Im Oktober 2020 hatte Siemens angekündigt, den Spezialisten für mechanische und elektrische Antriebssysteme an die Carlyle Group zu verkaufen. Im März wurde die Transaktion erfolgreich abgeschlossen und Siemens konnte einen Abgangsgewinn in Höhe von 0,9 Mrd. Euro verbuchen.

Industrielle Geschäfte mit zweistelligem Wachstum

Trotz der guten Entwicklung in den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahres weißt der Konzern in seiner Mitteilung auf die immer noch herausfordernden Rahmenbedingungen hin, die unter anderem durch die Corona-Pandemie sowie negativer Währungseffekte geprägt werden.

Das Angepasste EBITA der Industriellen Geschäfte erhöhte sich deutlich um 31 % auf 2,1 Mrd. Euro. Die Angepasste EBITA-Marge der Industriellen Geschäfte lag bei 15,1 % (Q2 2020: 12,1 %). Den Free Cash Flow steigerte Siemens im abgelaufenen Quartal von 134 Mio. Euro in Q2/2021 auf 1,2 Mrd. Euro (Q2/2021).

Digital Industries mit 14 % Umsatzwachstum

Die Umsatzerlöse von Digital Industries stiegen auf vergleichbarer Basis um 14 % auf 4,031 Mrd. Euro, wobei der stärkste Beitrag von den kurzzyklischen Geschäften kam. Primär dafür verantwortlich war die anhaltende Erholung der Nachfrage in der Automobilindustrie und dem Maschinenbau. Der Auftragseingang erhöhte sich auf vergleichbarer Basis um 8 % auf 4,321 Mrd. Euro. Das Wachstum erstreckte sich über alle Berichtsregionen. Angetrieben von China verzeichneten Asien und Australien die höchsten Zuwachsraten.

Das Angepasste EBITA stieg im Quartal um 39 % auf 811 Mio. Euro. Der Anstieg war wesentlich durch das EDA-Softwaregeschäft (Electronic Design Automation) sowie die kurzzyklischen Geschäfte bestimmt. Die Angepasste EBITA-Marge lag mit 20,1 % deutlich über dem Vorjahr (Q2 2020: 15,9 %)

Positiv ausgewirkt haben sich zudem Kostensenkungen aufgrund der Corona-Einschränkungen sowie der angepassten und verbesserten Kostenstruktur. Allerdings führten die laufende Maßnahmen zur Kostenstrukturverbesserung im Vorjahresvergleich zu sehr stark gestiegenen Personalrestrukturierungsaufwendungen.

Der Sektor erwartet für das Geschäftsjahr 2021, dass die Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis in einer Bandbreite von 9 bis 11 % gegenüber dem Vorjahr steigen werden. Die Erwartung für die Angepasste EBITA-Marge beläuft sich nun auf 20 bis 21 %, ein Prozentpunkt höher als bisher.

10 % Wachstum für Smart Infrastructure

Bei Smart Infrastructure stieg der Auftragseingang auf vergleichbarer Basis um 10 % auf 4,001 Mrd. Euro. Diese Entwicklung wurde von allen Geschäftsbereichen getragen, wobei das stärkste Wachstum aus dem System- und Software-Geschäft sowie dem Produkt-Geschäft kam. Mit 3,562 Mrd. Euro verzeichneten die Umsatzerlöse ein Plus von 6 % auf vergleichbarer Basis. Das Angepasste EBITA konnte mit 390 Mio. Euro gegenüber 185 Mio. Euro im Vorjahr mehr als verdoppelt werden. Zu dieser starken Leistung trugen sämtliche Bereiche bei, ebenso wie Kosteneinsparungen und eine höhere Kapazitätsauslastung. Die Angepasste EBITA-Marge stieg auf 11,0 % gegenüber 5,2 % im Vorjahr.

Das Angepasste EBITA und die Profitabilität ist in allen Geschäften gestiegen, weitgehend aufgrund rückläufiger Aufwendungen für Personalrestrukturierung, einer höheren Kapazitätsauslastung, Kosteneinsparungen als Folge der Umsetzung des Programms zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sowie wegen Kostensenkungen infolge der Corona-Einschränkungen.

Es wird erwartet, im Geschäftsjahr 2021 auf vergleichbarer Basis ein Umsatzerlöswachstum von 5 bis 7 % zu erreichen. Die Angepasste EBITA-Marge wird nun zwischen 11 und 12 % und damit einen halben Prozentpunkt höher als bisher erwartet.

Mobility mit Umsatzsteigerung und Auftragsrückgang

Bei Mobility stiegen die Umsatzerlöse vergleichbar um 3 % auf 2,271 Mrd. Euro, während der Auftragseingang einen Rückgang um 8 % auf 2,127 Mrd. Euro verzeichnete. Dieser Rückgang ist vor allem der Verschiebung von Aufträgen in das zweite Halbjahr geschuldet. Der Auftragseingang umfasste einen Auftrag über 0,3 Mrd. Euro für Lokomotiven in den USA und einen Auftrag für Signalinfrastruktur im Vereinigten Königreich in Höhe von 0,1 Mrd. Euro. Die Vergleichsbasis im Q2/2020 enthielt ein höheres Volumen aus Großaufträgen.

Gleichwohl lagen sowohl das Angepasste EBITA bzw. die Angepasste EBITA-Marge mit 208 Mio Euro bzw. 9,2 % annähernd auf dem Niveau des starken Vorjahresquartals.

Für das laufende Geschäftsjahr wird weiterhin einen Anstieg der Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis im prozentual mittleren einstelligen Bereich und eine Angepasste EBITA-Marge zwischen 9,5 und 10,5 % erwartet.

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