Fachkräfteeinwanderungsgesetz
Unternehmen ächzen unter Bürokratie
Gut zehn Prozent mehr Arbeitsvisa wurden für Fachkräfte aus dem Ausland erteilt – doch formelle Hürden führen zu hohem Aufwand. Gründe sind die langen Bearbeitungszeiten bei Visaanträgen und bei der Bewilligung einer Arbeitserlaubnis.
Die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland soll mit dem novellierten Fachkräfteeinwanderungsgesetz vereinfacht werden. Laut dem HR-Tech Unternehmen Staffery bleibt der bürokratische Aufwand jedoch eine erhebliche Schwierigkeit im Recruiting-Prozess für Unternehmen und bremst die Vorteile der novellierten Gesetzgebung aus.
Trotz der aktuellen Konjunkturschwäche leiden laut Staffery bundesweit verschiedene Branchen unter erheblichem Personalnotstand. Insofern ist es eine gute Botschaft, dass laut Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) von November 2023 bis November 2024 rund 200.000 Visa zu Erwerbszwecken erteilt worden: Dies bedeutet ein Plus von über zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Zu kritisieren ist aus Sicht von Staffery allerdings der hohe Aufwand, der damit verbunden ist. „Durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz gelingt es Unternehmen de facto, qualifizierte Fachkräfte im Ausland zu gewinnen. Allerdings ächzen viele Unternehmen unter der behördlichen Bürokratie. Durch eine lange Bearbeitungszeit bei Visaanträgen und bei der Bewilligung einer Arbeitserlaubnis wird der Recruiting-Prozess in die Länge gezogen – außerdem bindet er erhebliche personelle Ressourcen“, sagt Sven Konzack, Geschäftsführer von Staffery. Staffery spricht daher Empfehlungen aus, wie Organisationen bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland dennoch erfolgreich sein können und wie sie den Aufwand senken:
- Beratungsangebote frühzeitig nutzen: Organe wie Industrie- und Handelskammern oder Beratungsstellen der Länder informieren über das Prozedere in Bezug auf die Einstellung von Mitarbeitern aus dem Ausland. Auch die Bundesagentur für Arbeit unterstützt Recruiting-Initiativen, zum Teil in Zusammenarbeit mit Verbänden oder spezialisierten Projektmanagementpartnern. Das mehrsprachige Portal „Make it in Germany“, das die Bundesregierung ins Leben gerufen hat, kann ebenfalls weiterhelfen.
- Frühzeitige Personalplanung: Aufgrund des noch komplexen Prozederes ist es Unternehmen zu empfehlen, mehrere Monate Vorlaufzeit einzuplanen, bis Fachkräfte aus Drittstaaten tatsächlich starten können. Dies muss bereits bei der Personalplanung berücksichtigt werden.
- Digitale Dokumentenprüfung und Prozessautomatisierung: Bei der Bearbeitung von Visaanträgen, Nachweisen und Qualifikationen können digitale Lösungen helfen. Denn Moderne Recruiting-Software automatisieren Bewerbungsprozesse und verkürzen so Wartezeiten. Dokumente und Nachweise sollten zentral gespeichert und bearbeitet werden.
Um die richtigen Bewerber anzusprechen, sollten Unternehmen ihre Stellen ferner auf Jobportalen direkt in Drittstaaten distribuieren, heißt es von Staffery. Dafür brauche es im Vorfeld saubere Recherchen, überdies müssten Stellenanzeigen in verschiedene Sprachen lokalisiert werden.












