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Artikel und Hintergründe zum Thema

Rittal

Steffen Maltzan,

Stromverteilung für die Effizienzwende

Erneuerbar erzeugter Strom ist der Rohstoff der Energiewende – was die vermehrte Verfügbarkeit von Stromverteilungssystemen und Steuerungen mit sich bringt. Hier kommt eine neue Stromverteilungsplattform von Rittal ins Spiel.

Die neue Power-Plattform RiLineX von Rittal © Rittal

Beim Wandel zu einer ‚All Electric Society‘ wird sich der jährliche Strombedarf in Deutschland von heute 550 TWh auf bis zu 1200 TWh im Jahr 2045 mehr als verdoppeln. Eine große Herausforderung für die Infrastruktur. Bei dieser Prognose errechnet der ZVEI gleichzeitig hohe Chancen, da über 50 % des Primärenergiebedarfs eingespart werden könnten. Dafür muss die gesamte elektrische Infrastruktur von Energieerzeugung und Energieübertragung über Energiespeicherung bis zum Energieverbrauch mit hohem Tempo aus- und umgebaut werden. Stromverteilungssysteme und Steuerungen werden dabei an allen Ecken und Enden gebraucht, für Wechselstrom und – mit steigender Tendenz – für Gleichstrom.

Hier setzt Rittal mit einer Neuentwicklung an, um die Stromverteilung in Schaltschränken und anderen Anwendungen schneller, sicherer und einfacher zu machen: ‚RiLineX‘, ein offenes Plattformsystem für Planung und Aufbau von 60-mm-Sammelschienensystemen, erreicht eine Zeiteinsparung von 30 % bei der Planung und bis zu 75 % bei der Montage.

Halterplanung war gestern

Da bei ‚RiLineX‘ die Kupferschienen ohne spezielle Sammelschienenhalter direkt im Board verbaut sind, lassen sich die Aufbau-Komponenten einfach durchgängig planen und montieren. Zertifiziert ist der Berührungsschutz nach der Schutzart IP2XB. © Rittal

Möglich macht dies die Kombination aus neu gedachter Mechanik und digitaler Integration, weil sie den Prozess bereits in der Planungsphase verändert. Bei der Montage setzt sich das fort. Ein Beispiel ist die Halterplanung, denn die Sammelschienen der neuen Plattform müssen nicht mehr aufwändig dimensioniert werden.

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Bislang wurden die Flachkupferschienen mit Haltern je nach geforderter Kurzschlussfestigkeit im spezifischen Abstand montiert. An diese Stellen passten allerdings keine Aufbau-Komponenten mehr. Den Platzverlust und die verfügbaren Aufrastbreiten galt es schon bei der Planung zu berücksichtigen. Zudem stellten die offen liegenden Kontakte eine potenzielle Gefahr für das Betriebspersonal dar. Daher wurden Berührungsschutz-Abdeckungen zeitaufwändig zurechtgesägt, wodurch im Schnitt pro System noch 1,9 kg Abfall an überschüssigem Kunststoff anfielen, was weder praktisch noch ökologisch ist.

Das ‚RiLineX‘-Board lässt sich nicht nur quer über angereihte Schaltschränke hinweg aufbauen, sondern auch vertikal etwa für IT-Anwendungen. © Rittal

Im neuen Sammelschienensystem hingegen sind die Kupferschienen ohne spezielle Halterungen direkt im Board verbaut, so dass sich die Aufbau-Komponenten einfach durchgängig planen und per Klick montieren lassen. Durch die standardisierte Bauform kann Rittal das gesamte System auf eine Kurzschlussfestigkeit bis 65 kA vorprüfen. Es eignet sich für Anwendungen im Bereich bis 1000 V(AC) und für Gleichstrom bis ±1500 V(DC).

Komplettboard oder Modulbaukasten

Je nach Anwendung des Kunden bietet Rittal zwei verschiedene Ansätze und schafft damit mehr Flexibilität. So gibt es die Plattform zum einen als schnell montierbares Komplettboard für ‚AX‘ Kompakt- und ‚VX25‘-Anreihschränke bis 1200 mm, auf Wunsch auch entsprechend im Schrank vormontiert. Dadurch eignet sich das Board insbesondere für Standardanwendungen, in denen die Anforderungen bereits im Vorfeld bekannt sind.

Zum anderen bietet die Ausführung als offener Modulbaukasten für den individuellen Systemaufbau viel Gestaltungfreiheit, auch über 2,4 m hinaus. Anwender benötigen nur die Länge der Montageplatte und können die Module in 200-mm-Schritten individuell kombinieren. Dabei bleibt das Bohrmuster auf jeder Rittal-Standard-Montageplatte identisch. Für das System müssen nur noch Standard-Stromschienen zugeschnitten werden. Die Kupferschienen werden anschließend sicher im Board fixiert, sodass die Kurzschlussfestigkeit immer gewährleistet ist. Diese Variante ist auch als Bausatz ohne Schienen erhältlich. Denn gerade bei internationalen Anwendungen ist es wirtschaftlich und ökologisch von Vorteil, kein schweres Metall auf andere Kontinente zu verschiffen. Die Boards sind vor Ort mit günstigen Standardschienen aus Kupfer oder Aluminium in verschiedenen Querschnitten nutzbar. In der Planung unterstützt Rittal durch den neuen ‚RiPower-Konfigurator‘.

Vierpolig in die Zukunft

Steffen Maltzan ist Referent Strategy Communications & Press bei Rittal in Herborn. © Rittal

Zu Beginn wird das System als dreipolige Lösung bei Stromstärken bis 800 A verfügbar sein, vollständig vierpolige Systeme folgen. Zudem eignet sich die Plattform für Gleichstrom-Anwendungen, die vor allem im Bereich effizienter Industrieanwendungen und erneuerbarer Energien eine wichtige Rolle spielen. Durch die Gleichstromfähigkeit und die digitale Einbindung macht die Plattform den schnellen Aufbau smarter Infrastruktur für die ‚All Electric Society‘ möglich.
Zur Hannover Messe stellt Rittal acht neue Komplettboards in den gängigen Schaltschrankbreiten von 600 bis 1200 mm für 550 A und 800 A beziehungsweise 380 kW und 500 kW vor. Mit einem konsequenten Plattform-Ansatz treibt Rittal die Standardisierung voran und hat ein Ökosystem mit Technologiepartnern für Wechsel- und Gleichstrom angestoßen, die Komponenten ‚Ready for RiLineX‘ entwickeln.

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