Lapp Gruppe

Günter Herkommer,

Durchwachsenes Ergebnis, positiver Ausblick

Die Stuttgarter Lapp Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/2014 (1. Oktober bis 30. September) ihre selbst gesteckten Ziele nicht erreicht. Zwar konnte das Ergebnis gesteigert werden, der Umsatz hingegen ist gesunken.

Andreas Lapp: „Wir wissen, wo unsere Schwächen sind, und die werden wir jetzt gezielt angehen.“

© Lapp Gruppe

„Wir sind zwar besser als der Benchmark, aber wir hätten noch deutlich mehr zulegen müssen. Wir haben in den vergangenen Jahren sehr viel investiert, auf unser Ergebnis hat sich das aber nicht so ausgewirkt, wie wir erwartet und gehofft hatten“, kommentiert Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter Lapp Holding die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres. Konkret sank der Umsatz um 1,2 % von 830 auf 820 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich hingegen von 35,5 auf 37,1 Mio. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 4,7 % auf rund 3.200 Beschäftigte.

Wie schon im Geschäftsjahr 2012/2013, ist laut Andreas Lapp insbesondere der deutliche Rückgang des Kupferpreises, der im Jahresdurchschnitt um zehn Prozent von 583 Euro/100 kg auf 525 Euro/100 kg sank, maßgeblich für den Umsatzrückgang verantwortlich. Da der tatsächliche Preis eines Kabels immer tagesaktuell auf Basis des aktuellen Kupferkurses berechnet werde, sinken bei einem fallenden Kupferpreis automatisch die Umsätze. Hinzu kam die negative Währungsentwicklung außerhalb des Euroraums. Beide Faktoren zusammen hätten zu einem Nettoumsatzverlust von fast fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr geführt. „Dies bedeutet, dass der Umsatz - bereinigt um die Faktoren Kupferpreis und Währungskurs - im Vorjahresvergleich um 3,7 % gestiegen ist“, betont Andreas Lapp, gesteht jedoch gleichzeitig selbstkritisch ein: „Wir hatten uns höhere Ziele gesetzt, und selbst ohne diese externen Einflüsse hätten wir diese nicht erreicht.“

Ins neue Geschäftsjahr 2014/2015 sei die Lapp Gruppe gut gestartet. Abgesehen von den Risiken und Chancen bezüglich der Entwicklung der Wechsel- und Kupferpreiskurse geht das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr von einem leichten Umsatzwachstum aus. Deutliche Impulse für Umsatzsteigerungen werden in Asien und Amerika erwartet. Für Europa erwartet das Unternehmen konjunkturell und währungsbedingt keine wesentlichen Zuwächse.

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Unterschiedliche Entwicklungen in den Regionen

Der wichtigste Absatzmarkt für die Lapp Gruppe ist mit einem Anteil von 70 % am Gesamtumsatz der Lapp Gruppe die Region Europa (einschließlich Südamerika, Afrika und den Vereinigten Arabischen Emiraten). Hier lag der Umsatz bei 574 Millionen Euro, was einem leichten Rückgang um 1,6 % entspricht. Berücksichtigt man den gesunkenen Kupferpreis und die Währungsschwankungen, hätte sich hier Lapp zufolge ein Umsatzwachstum von deutlich mehr als drei Prozent ergeben. Der Umsatz in Deutschland, dem wichtigsten Einzelmarkt in Europa, betrug 265 Millionen Euro.

Überaus positiv haben sich die Umsätze in der Region Amerika (USA, Kanada, Mexiko - Anteil am Gesamtumsatz 10,4 %) entwickelt. Trotz der Währungsentwicklung sei es gelungen, den Umsatz in dieser Region um 8 % auf 85,4 Millionen Euro zu steigern. In Asien (inkl. Australien und Neuseeland) hingegen habe sich die Wachstumsdynamik leicht abgekühlt. Der Umsatz in dieser mit einem Anteil von 19,6 % am Gesamtumsatz zweitwichtigste Region der Lapp Gruppe sank um 4,1 % auf 161 Millionen Euro. Dieser Einbruch wurde vor allem durch den erheblichen Rückgang in Korea aufgrund des schwierigen Marktes für Photovoltaik verursacht. Im laufenden Geschäftsjahr verzeichnet Lapp Korea allerdings wieder ein Wachstum von rund 20 Prozent. Positiv habe sich China entwickelt, wo Lapp 2013 ein eigenes Produktionswerk in Shanghai eröffnet hatte. Auch in Indien wurde ein leichtes Wachstum erzielt.

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