Kabel für die Industrie 4.0
Lapp und DFKI kooperieren
Die Stuttgarter Lapp Gruppe gibt eine Kooperation mit dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) bekannt. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung neuer Verkabelungs- und Anschlusslösungen im Rahmen der SmartFactory.
Im Kontext von Industrie 4.0 müssen Kabel unter anderem dafür geeignet sein, große Datenmengen mit bis zu 10 Gbit/s zu übertragen.
© Lapp KabelDie SmartFactory ist eine Demonstrationsfabrik im Labor, in der Forscher des DFKI die Technologien für die vierte industrielle Revolution in einer realitätsnahen Produktionsumgebung einsetzen. Grundlage der Vision von Industrie 4.0 ist laut Prof. Dr. Detlef Zühlke, Wissenschaftlicher Direktor des DFKI, das Internet der Dinge (IoT). Es verbindet cyber-physische Systeme, also intelligente Objekte mit eingebetteter Hardware und Software, in einem globalen Netzwerk. Zühlke: "In einer solchen neuen Fabrikwelt, in der sich die Anlagen künftig per Plug & Play wie Bausteine aufbauen lassen, wird die Kommunikation auf der Basis von Internet-Standards zu einem zentralen Element werden und den Zugriff auf Steuerungen, Sensoren und Aktoren über alle Ebenen erlauben. Hieraus entsteht ein großer Bedarf an neuen Verkabelungs- und Anschlusslösungen für Datenleitungen."
Prof. Dr. Detlef Zühlke, DFKI: "Mit der Lapp Gruppe als Partner können wir das Thema Konnektivität in der SmartFactory optimal besetzen."
© DFKIGenau an diesem Punkt will die Stuttgarter Lapp Gruppe künftig gemeinsam mit dem DFKI forschen und übernimmt dazu die Modulpartnerschaft für ein Produktionsmodul der Forschungs- und Demonstrationsplattform. Ralf Moebus, Produktmanager Automation & Networks, erläutert die dahinter stehende Motivation: "Uns als Kabel- und Verbindungstechnikspezialist ist es sehr wichtig, das Umfeld zu verstehen, in dem unsere Produkte eingesetzt werden. Nur so können wir optimale Lösungen entwickeln."
Bei Null müsse man dabei jedoch keinesfalls anfangen, denn, so Moebus: "Für manche Anwendungsfälle haben wir heute schon komplette Anschlusslösungen – zum Beispiel unsere hochflexible Etherline FD Cat.6A Leitung in Verbindung mit dem X-codierten M12-Datensteckverbinder für hochauflösende Kameras in bewegten Anwendungen." Ein anderer starker Trend sei der zu dezentralen Antriebssystemen. Hierfür werden nach Überzeugung von Moebus zunehmend Hybridleitungen gefragt sein, die Spannungsversorgung und Datenübertragung zugleich übernehmen. Und schließlich ergeben sich mit den neuen Technologien auch neue Möglichkeiten etwa für die Wartung. Moebus: "Wir könnten zum Beispiel RFID-Chips in unsere Kabel integrieren. Im Fall eines Austauschs könnte der Servicetechniker direkt die genauen Daten des Kabels einscannen und sofort über unseren Webshop die entsprechende Bestellung auslösen."











