U.I. Lapp
Kabel-Hersteller will Aufholjagd starten
Die Stuttgarter Lapp Gruppe, Anbieter von Kabeln und Verbindungstechnik, vermeldet für das Geschäftsjahr 2012/2013 einen Umsatzrückgang von 3,5 %. Mit ein Grund dafür: Die sinkenden Kupferpreise.
Andreas Lapp: „Wir haben bewusst eine Minderung des Ergebnisses in Kauf genommen, um gezielt Kapazitäten aufzubauen und in die Zukunft zu investieren.“
© Lapp GruppeRund 30 Mio. Euro weniger als im Vorjahr (860 Mio. Euro) stehen für das abgelaufene Geschäftsjahr bei der Lapp Gruppe in der Bilanz. Das Ergebnis vor Steuern betrug 35,5 Mio. Euro – ein Minus von 35 % (2011/2012: 54,3 Mio. Euro). Gestiegen ist hingegen die Zahl der Mitarbeiter: von 3150 auf rund 3200 Beschäftigte. Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender der Lapp Holding, kommentiert die Zahlen mit den Worten: „Wir haben uns trotz schwieriger Rahmenbedingungen gut behauptet und zahlreiche Maßnahmen zur Produktivitäts- und Umsatzsteigerung eingeleitet. Auch haben wir keine Marktanteile verloren und sind ein kerngesundes Unternehmen. Jetzt beginnt die Aufholjagd.“
Großen Einfluss auf die verhaltene Entwicklung im Geschäftsjahr 2012/2013 habe vor allem der weiterhin schwache europäische Absatzmarkt gehabt, was Lapp zufolge zu einer Kaufzurückhaltung in wichtigen Kernbranchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau führte. Konkret schlug sich diese negative Entwicklung in der Region Europa in einem Umsatzrückgang von rund drei Prozent nieder. Um weitere 2,5 % sank der Umsatz aufgrund des Rückgangs des Kupferpreises auf 583 Euro/100 kg im Jahresdurchschnitt (Vorjahr 614 Euro/100 kg). Da der aktuelle Preis eines Kabels immer auf Kupferbasis berechnet werde, sinken bei einem fallenden Kupferpreis automatisch auch die Umsätze.
Die Entwicklung in den Regionen
Die Lapp Gruppe gliedert sich in drei Regionen: Europa, Asien und Amerika. Die Zuordnung der einzelnen Länder in den Regionen entspricht allerdings nicht immer der geografischen Zugehörigkeit. So werden von Europa aus auch Südamerika, Afrika und die Vereinigten Arabischen Emirate betreut. Zur Region Nordamerika gehören die USA, Kanada und Mexiko. Und der Region Asien werden auch Australien und Neuseeland zugeordnet.
Europa: Mit einem Umsatzanteil von 69,7 % ist Europa der wichtigste Absatzmarkt für die Lapp Gruppe. Hier erwirtschaftete das Familienunternehmen einen Umsatz von 578,3 Mio. Euro (-5,1 %). Dieser Rückgang wurde vor allem von der Eurokrise und dem Rückgang des Kupferpreises verursacht. In einzelnen europäischen Gesellschaften, wie beispielsweise in der Türkei, konnte aber auch ein Wachstum erzielt werden.
Asien: Das Wachstum in Asien habe sich zwar verlangsamt, bleibe aber auf hohem Niveau. Entsprechend positiv entwickelte sich der Umsatz in der Region – er stieg um 3,1 & auf 172,6 Mio. Euro. Damit ist Asien mit einem Umsatzanteil von 20,1 % am Gesamtumsatz der zweitwichtigste Absatzmarkt für Lapp.
Amerika: Die Gesellschaften in der Region Amerika haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr unterschiedlich entwickelt. Insgesamt fiel der Umsatz in dieser Region um 4,4 % auf 79,1 Mio. Euro.
Andreas Hermann neuer Finanzvorstand
Andreas Hermann ist neuer Finanzvorstand der Lapp-Unternehmensgruppe. Diese wurde 1959 gegründet und befindet sich bis heute vollständig in Familienbesitz.
© Lapp GruppeDer Aufsichtsrat der Lapp Holding hat Andreas Hermann (45) ab 1. März 2014 zum CFO und Vorstand für Finanzen und Controlling bestellt. Andreas Hermann bringt mehrjährige Erfahrung aus dem Maschinen- und Anlagenbau mit. Unter anderem war Hermann mehrere Jahre bei der Homag Gruppe in Schopfloch Vorstand für Finanzen, Personal, IT und Investor Relations, danach CFO beim Unternehmen Gebr. Schmid in Freudenstadt.













