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Artikel und Hintergründe zum Thema

Lapp

Inka Krischke,

Bestandsmanagement 4.0

Wenn die Kabelrolle leer ist, steht in der Fertigung der Betrieb still. Kein unwahrscheinliches Szenario, da in vielen Unternehmen über die verbleibende Restmenge an Kabeln im Lager nur geraten werden kann. Smarte Sensorik für das Kabeltrommelregal schafft Abhilfe.

© Lapp

Schon seit einiger Zeit gab es bei Lapp die Idee einer Kabeltrommel, die nicht nur die Entnahme von Kabellänge überwacht, sondern darüber hinaus automatisch nachbestellt, wenn eine definierte Mindestmenge unterschritten wird. Warum? Kunden hatten den Mitarbeitenden von Lapp von Zeit zu Zeit berichtet, dass ihnen der Überblick über ihren eigenen Kabelbestand fehle. Einem Kunden beispielsweise ging ein wichtiges Kabel im ungünstigsten Moment aus, so dass der Maschinenbau stillstand. Das Unternehmen musste pro Woche Verzögerung ein Prozent des Maschinenwerts als Abschlagzahlung leisten, was sich schnell auf Kosten von mehreren Tausend Euro pro Woche aufsummierte.

Aufgrund der erkannten Bedarfe seitens der Anwender wurde daher das Projekt für ein intelligentes Kabelbestands-Management wieder aufgegriffen und das ‚eKanban‘ genannte System in enger Abstimmung mit Kunden weiter entwickelt.

Doch woher weiß eine Kabeltrommel, wie viel Kabel sie enthält? Wenn schon die Lagermitarbeiter bei manchen Unternehmen nicht wissen, wie viel Kabellänge noch übrig ist, woher soll es dann eine Holztrommel wissen? Was scherzhaft klingt, beschäftigte das Innovationsteam bei Lapp tatsächlich eine ganze Weile. Zuerst sollten Abstandssensoren Aufschluss geben, wie viel Kabel von einer Trommel entnommen wurde und wie viel noch verbleibt. Doch diese Methode erwies sich als zu ungenau. In der zweiten Version nutzte das Projektteam einen Trägheits-Sensor, der die Umdrehungen der Trommel misst und daraus die entnommene Kabelmenge berechnet.

„Statt 10 bis 15 Prozent Ungenauigkeit liegen wir mit der neuen technischen Lösung bei einer Abweichung von ±1 Prozent – das ist für den Anwendungszweck mehr als akzeptabel“, sagt Dominik Schmalzried, Global Business Process Owner Digital Innovation bei Lapp. Die Lösung ließ sich das Unternehmen daher patentieren. Sie besteht aus dem Trägheitssensor an der Kabeltrommel oder der Achse und einem Display, das am Trommelregal angebracht ist. Die Hauptschlagader ist ein webbasiertes Dashboard, in dem nicht nur die Monteure der Kunden, sondern beispielsweise auch Einkäufer bequem von ihrem Arbeitsplatz Zugriff auf alle Kabelbestände haben. Die Sensorik mit sehr langer Akkulaufzeit lässt sich einfach an bestehende Kabelregale und -trommeln nachrüsten. Hinzu kommt eine Anbindung an digitale Systeme von Lapp. Schnittstellen zu ERP-Systemen soll das ‚eKanban‘ im Zuge der Entwicklung zur Serienreife später ebenfalls bieten – nach dem Motto: Industrie 4.0 für das Kabelbestands-Management. Damit soll das System bald das Kabelbestands-Management auch bei Regalen und Trommeln anderer Anbieter modernisieren.

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Automatische Nachbestellung

Das am Trommelregal angebrachte Display zeigt den aktuellen Kabelbestand.

© Lapp

Das System lässt sich auf einem digitalen Dashboard konfigurieren und kontrollieren. Nutzer sehen darauf stets den Füllstand aller Kabeltrommeln nahezu in Echtzeit. Zudem können sie einen Schwellenwert für automatische Bestellungen festlegen. Ist das System an Lapp angebunden, kann der Bestelltermin flexibel eingerichtet werden: Die von den Sensoren erfassten Daten helfen dabei, vorauszusagen, wie viel Kabellänge in einem bestimmten Zeitraum verbraucht wird. Das System prüft im Lapp-System, wie lange eine Lieferung zu diesem Zeitpunkt dauern wird. Durch einen Abgleich der Verbrauchs- und Lieferprognose-Daten kann das System dann die Nachbestellung so terminieren, dass Nachschub rechtzeitig da ist.

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