VDMA-Studie
Unternehmen setzen auf Usability, kämpfen aber mit knappen Ressourcen
Neun von zehn Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau berücksichtigen bereits Usability und User Experience (UX). Laut einer aktuellen VDMA-Studie fehlen jedoch häufig Budgets, Fachwissen und Managementunterstützung.
Intuitive Bedienoberflächen gehören nicht mehr nur zu Konsumgütern wie Smartphones oder Haushaltsgeräten, sondern sind auch im Maschinenbau entscheidend. Eine Kurzstudie des VDMA Software und Digitalisierung zeigt: 90 % der befragten Unternehmen integrieren heute Usability und User Experience (UX) in ihre Produktentwicklung.
Die Ergebnisse machen aber auch deutlich, dass wichtige Hürden bestehen. 59 % der Befragten geben an, dass ihre Budgets nicht ausreichen. 48 % berichten von fehlender fachlicher Expertise und 40 % von mangelnder Unterstützung durch das Management. „Gute Usability ist unsichtbar – schlechte kostet Marktanteile. Richtig umgesetzt macht Usability komplexe Technik auf einen Blick verständlich, senkt den Schulungsaufwand drastisch und verhindert teure Bedienfehler und Produktionsstillstände“, betont Florian Klein, Referent für Software Engineering im VDMA.
Die Studie zeigt zudem, dass 46 % der Unternehmen über eigenes UX-Personal verfügen. Ein Drittel greift auf externes Know-how zurück – ein Hinweis darauf, dass Softwarehäuser und Designagenturen in diesem Feld gefragt sind.
Die Ergebnisse im Detail
Bei der Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen nennen die Befragten drei Kernaspekte:
- Klare und übersichtliche Benutzeroberflächen, die Informationen schnell erfassbar machen.
- Intuitive Bedienbarkeit, sodass Systeme ohne umfangreiche Anleitung genutzt werden können.
- Konsistenz über Geräte und Plattformen hinweg, damit Anwender unabhängig vom Endgerät dieselben Muster vorfinden.
Mit Blick auf zukünftige Entwicklungen erwarten 92 % der Unternehmen einen Schub für KI-gestützte Assistenzsysteme. 88 % sehen Potenzial bei virtuellen Assistenten, 69 % bei adaptiven Benutzeroberflächen. Damit rücken adaptive, selbstlernende Human-Machine Interfaces (HMIs) näher, die Bediener situationsabhängig unterstützen, Wartung per Augmented-Reality-Brille ermöglichen und sich in Echtzeit an Erfahrungsgrad oder Rolle des Nutzers anpassen.
Weitere Ergebnisse:
- 66 % berücksichtigen UX-Aspekte vor allem in der Entwicklungsphase.
- In 69 % der Unternehmen existieren einheitliche Gestaltungsvorgaben.
- Die meisten setzen auf Touchscreens bzw. Multitouch-Displays als Schnittstelle.
- 58 % messen den Erfolg ihrer UX-Maßnahmen an der Kundenzufriedenheit. Allerdings führen viele bislang keine systematische Erfolgsmessung durch.
Für die Erhebung wurden 69 Personen aus Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen befragt. Rund zwei Drittel (64 %) der Teilnehmenden stammen aus dem Maschinenbau.










