Keba
HMI - Next Generation
Zur SPS IPC Drives 2011 stellte Keba erstmals seinen neuen Multitouch-Ansatz für industrielle Anwendungen vor. Das zurückliegende Jahr hat das Unternehmen genutzt, das Konzept entscheidend weiter zu entwickeln – unter anderem um eine eigene 'Geste'.
Effiziente Multitouch-Bedienung und intuitive Gesten kennzeichnen HMI-Geräte der nächsten Generation.
© KebaEin wesentliches Element des Multitouch-Konzeptes von Keba sind spezielle haptische Elemente, die entsprechend den Wünschen der jeweiligen Kunden direkt auf der Glasoberfläche angebracht werden. Da durch diese haptischen Erhebungen der Bediener spürt, wo sich seine Finger gerade befinden, ist den Worten von Benjamin Hackl, Produktmanager für HMI-Systeme, zufolge "erstmalig eine so genannte Blindbedienung im industriellen Umfeld möglich." Das heißt: Der Bediener kann auf dem Multitouchscreen Eingaben tätigen, ohne hinzusehen und somit seine Aufmerksamkeit voll dem zu steuernden Prozess widmen. Dies bringe Vorteile bei der Bediengeschwindigkeit sowie Bedieneffizienz und minimiere darüber hinaus Fehlbedienungen.
Noch effizienter soll das Konzept jetzt durch die eigene Keba-Geste werden. Hackl erklärt, was sich konkret dahinter verbirgt: "Touchscreens haben die Eigenschaft, bei Berührung sofort zu reagieren. Das ermöglicht einerseits schnelle Eingaben und flotte Bedienung, andererseits verhindert es aber, dass der Bediener bereits vor der gewünschten Eingabe den Finger an der richtigen Position auf der Multitouch-Glasoberfläche platzieren kann. In diesem Fall würde es sofort zu einer ungewollten Bedienhandlung kommen." Um dem entgegenzuwirken, hat Keba eine spezielle Geste entwickelt, die es ermöglicht, die Finger auf die Glasoberfläche zu setzen und die Eingabe dennoch erst dann zu tätigen, wenn diese tatsächlich erforderlich ist. Und auch für das Verstellen von Eingabewerten hat Keba eine neue Geste implementiert, damit der Bediener zügig bei kleinen und großen Änderungsschritten vorankommt und sogar Feineinstellungen zeitsparend vornehmen kann.
Spezielle haptische Elemente sollen künftig eine Touch-Bedienung ohne hinzusehen ermöglichen.
© KebaDas Erstellen der Eingabe-Masken geschieht intuitiv über eine grafische Bedienoberfläche. Der Ersteller platziert die erforderlichen Elemente dazu mit der Maus auf dem Screen und gestaltet so das gewünschte User-Interface. Ein Vorteil eines solchen Software-User-Interface ist laut Hackl das hohe Maß an Flexibilität, da Bedienelemente nicht permanent statisch vorhanden sein müssen: "So ist es einfach möglich, dem Bediener vor Ort nur jene Elemente zur Verfügung zu stellen, die er gerade benötigt. Andere Felder werden ausgeblendet. Das erhöht die Übersichtlichkeit, minimiert den Schulungsaufwand und schützt vor fehlerhaften Handlungen."
Im ersten Schritt soll der Touchscreen in zwei Größen – 15 und 21,5 Zoll – auf den Markt kommen. Verfügbar sollen die Geräte ab Ende 2013 sein. Dabei kann das 'Next Generation HMI' von Keba sowohl eingebaut als auch extern montiert – beispielsweise an einem Schwenkarm oder auf einem Standfuß – betrieben werden. Zusätzliche mechanische Elemente wie beispielsweise Taster, Schalter und Not-Aus lassen sich bei Bedarf einfach dazustecken.











