Geräteintegration per FDT/DTM
FDT 2.0: Auf der Zielgeraden
Es hat etwas von einem Marathonlauf – die Fertigstellung der FDT-Spezifikation 2.0. Manfred Brill, Mitglied des Executive Committee der FDT Group erläutert auf der Messe die aktuellen Erweiterungen.
Manfred Brill:„Die FDT-Spezifikation lebt – mit der Konsequenz, dass die kurzfristige Berücksichtigung wichtiger Themen wie die Topologieverwaltung eine Ratifizierung der Spezifikation 2.0 nochmals etwas verzögern.“
© computer-automation.deManfred Brill ist Stolz auf das mittlerweile fünfjährige Bestehen der FDT-Group in ihrer jetzigen Form und das bisher erreichte. Was Ende der 90iger Jahre mit einigen Firmen begann, mündete 2006 in die Gründung der FDT Group, deren über 90 Mitgliedsunternehmen ein gemeinsames Ziel verfolgen: die einheitliche Integration und Parametrierung von Feldgeräten in Leitsysteme und Steuerungen. Anfangs auf die Prozessleittechnik ausgerichtet, steht seit gut drei Jahren auch die Fabrikautomation im Fokus. „In dieser FDT-Gruppe sind zahlreiche Anbieter sehr aktiv, so dass wir inzwischen 15 Feldbus- und Ethernet-Protokolle über CommDTMs unterstützen“, so Brill. Daneben gibt es über 3000 zertifizierte GeräteDTMs.
Auch bei der Standardisierung vermeldet Brill Fortschritte: Nach der Anerkennung der FDT-Technologie als IEC-Standard hat auch die amerikanische ISA (International Society of Automation) FDT als ANSI-Standard bestätigt. Zudem sind die Arbeiten an dem chinesischen Standard abgeschlossen. „Nachdem die chinesischen Gremien dem neuen Standard im Oktober zugestimmt, haben, müssen nur noch die Dokumente veröffentlicht werden“, so Brill.
Das wichtigste Thema sind aber nach wie vor die Arbeiten an der FDT Spezifikation 2.0. „Nach der Freigabe des ersten öffentlichen Entwurfs im Frühjahr, wurden kurzfristig nochmals einige Erweiterungen in die Spezifikation aufgenommen“, erklärt Brill. Hierzu gehören unter anderem die Verwaltung der physikalischen Topologie als Ergänzung zur logischen Struktur einer Anlage und die Einführung der so genannten statischen Funktionen. Letztere erlauben es einer Rahmenapplikation, nur noch einzelne Funktionen eines DTMs (Device Type Manager) aufzurufen, ohne wie bisher den gesamten DTM starten zu müssen. „Das sorgt für eine noch tiefer gehende Integration von FDT in Engineeringsysteme sowie für eine weitere Performancesteigerung“, begründet Brill die erneute Verzögerung.

FDT2 startet durch
Keine zwei Monate nach dem offiziellen Release der FDT2-Spezifikation meldet die FDT Group auf der Achema 2012 die ersten Implementierungen.
FDT-Middleware: Common Components
Um Inkompatibilitäten durch eine falsche Interpretation der Spezifikation zu verhindern, entwickelt die FDT-Group mit den Common Components eine einheitliche Basistechnologie, an der die Geräteanbieter ihren gerätespezifischen Anteil „andocken“.
© FDT GroupBereits Anfang 2011 wurde mit den „DTM Common Components“ ein weiteres Projekt gestartet, das für Geräte-Anbieter die Nutzung von FDT 2.0 erleichtert und die Interoperabilität gewährleistet. Dazu wird derzeit eine Basiskomponente entwickelt, die als Grundlage für die Entwicklung von Geräte- und Kommunikations-DTMs dient. „20 Mitgliedsfirmen finanzieren das Entwicklungsprojekt, das zum Jahresende abgeschlossen sein wird“, betont Brill. Um auch auf Seite der Rahmenapplikation einen entsprechendes Pendant zur Verfügung zu haben, wurde die FDT-Container-Komponente von M&M-Software als „Common Component“ zertifiziert. Es handelt sich hierbei um die derzeit einzige verfügbare Komponente, die bereits in über 30 Rahmenappliaktionen zum Einsatz kommt. Die Common Components gewährleisten die Interoperabilität und verringern den Entwicklungsaufwand und die Markteinführung von FDT-zertifizierten Produkten.
Verstärkt widmet man sich auch dem Thema OPC Unified Architecture. Zusammen mit der OPC-Foundation wurde OPC-Foundation wurde ein Protoyp einer FDT-Rahmenapplikation mit integriertem OPC-Server entwickelt. Damit können auch überlagerte Systeme wie ERP und MES Informationen aus FDT-Applikationen nutzen. Das große Interesse an diesem Thema belegt die Teilnahme von über 15 Firmenvertretern in dieser Arbeitsgruppe.
Parallel zu den eigenen Entwicklungen engagiert sich die FDT-Group auch in der FDI Corporation. Hier liegt der Fokus auf der Vereinheitlichung der EDDL für Profibus, HART und FF, die vor allem in der Prozessautomation stark verbreitet ist. FDI deckt daher nur einen begrenzten Bereich in der Automatisierung ab, die Vereinheitlichung verbessert allerdings auch die Nutzung der so genannten FDI-Packages in FDT-Systemen über Interpreter. Brill gibt sich kämpferisch: „Unabhängig von den Strategien in verschiedenen Branchen, bleibt es unser Ziel die FDT-Technologie als Integrationsplattform in allen Branchen und Märkten durchzusetzen.“











