Quartalszahlen Q1/2021
Schaeffler hebt Jahresprognose an
Die Erholung in der Automobilproduktion sorgt bei Schaeffler für positive Stimmung: Die Unternehmensgruppe hob die Jahresprognose an. Auch die Sparte Industrial startet mit leichtem Plus in das Geschäftsjahr.
Erst Ende April gab die Schaeffler seinen Geschäftszahlen für das vergangene Jahr und damit einen Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich bekannt. Für das angelaufene Jahr 2021 zeigte sich der Automobil- und Industriezulieferer optimistischer. In einer Zwischenmeldung gab das Unternehmen nun die Zahlen für das erste Quartal bekannt: In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2021 hat der Schaeffler 3,560 Mrd. Euro Umsatz generiert. Das entspricht einem währungsbereinigten Anstieg von 11,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Q1/2020: 3,281 Mrd. Euro). Das Wachstum ist vor allem auf die Erholung der Sparte Automotive Technologies zurückzuführen, nachdem die Umsatzentwicklung in der Vorjahresperiode aufgrund der Coronavirus-Pandemie durch eine stark rückläufige Automobilproduktion belastet war. Die Umsatzerlöse der Sparten Automotive Aftermarket und Industrial stiegen währungsbereinigt im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,0 % beziehungsweise 3,9 % an.
Die Schaeffler Gruppe erzielte in den ersten drei Monaten einen Gewinn vor Zinsen und Steuer (EBIT) sowie vor Sondereffekten in Höhe von 403 Mio. Euro (Q1/2020: 212 Mio. Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 11,3 % (Vorjahr: 6,5 %). Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf Skaleneffekte zurückzuführen. Zudem zeigen die strukturellen Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren eingeleitet wurden, zunehmend Wirkung.
Belastet wurde das Ergebnis im Berichtszeitraum durch Sondereffekte in Höhe von 15 Mio. Euro (Q1/2020: 302 Mio. Euro). Das EBIT betrug 388 Mio. Euro (Q1/2020: -90 Mio. Euro). Hierin enthalten sind Aufwendungen für Restrukturierungen im Rahmen der divisionalen Teilprogramme der Roadmap 2025.
Asien und Amerika als Wachstumstreiber
Nach Regionen stiegen die Umsatzerlöse im ersten Quartal vor allem in den Regionen Greater China, Asien/Pazifik und Americas teils stark an. In Europa stagnierte der Umsatz und blieb mit einem Rückgang um währungsbereinigt 0,6 % leicht unter dem Wert des Vorjahres. In der Region Greater China betrug das währungsbereinigte Umsatzwachstum 57,1 %, in Asien/Pazifik 12,2 % und in der Region Americas 6,7 %.
Leichtes Wachstum für Industrial-Sparte
Die Sparte Industrial erzielte im ersten Quartal einen Umsatz in Höhe von 836 Mio. Euro (Q2/2020: 827 Mio. Euro). Dies entspricht einem Wachstum auf währungsbereinigter Basis von 3,9 %.
Für das leichte Wachstum sorgte ein volumenbedingter Anstieg in den Regionen Greater China und Asien/Pazifik. Dieser konnte den stabilen Umsatzverlauf in der Region Americas sowie die Umsatzrückgänge in der Region Europa kompensieren. In der Region Greater China stiegen die Umsätze währungsbereinigt um 27,1 %. Die Entwicklung ist vor allem auf die Geschäftslage in den Sektor-Clustern Wind und Power Transmission zurückzuführen.
Die Umsatzentwicklung in Europa war nach wie vor durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie geprägt und auf währungsbereinigter Basis mit minus 7,3 % gegenüber dem Vorjahreswert rückläufig.
Die Sparte Industrial erzielte in den ersten drei Monaten ein EBIT vor Sondereffekten in Höhe von rund 99 Mio. Euro (Q1/2020: 88 Mio. Euro), was einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 11,9 % entspricht (Q1/2020: 10,7 %). Die positive Margenentwicklung ist im Wesentlichen auf die strukturellen Maßnahmen zurückzuführen, die im vergangenen Jahr eingeleitet wurden.
Prognose für 2021 angehoben
Die Schaeffler Gruppe hat ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2021 von bisher mehr als 7 auf mehr als 10 % (währungsbereinigt) angehoben. Dieser Wert basiert insbesondere auf einer angehobenen Markteinschätzung für das globale Wachstum der Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Die Schaeffler Gruppe rechnet aktuell mit einem Anstieg der globalen Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um rund 10 % auf 82 Mio. produzierte Fahrzeuge. Die Markteinschätzungen für die Sparte Automotive Aftermarket gelten im Wesentlichen unverändert. Für die Sparte Industrial wird eine verbesserte Markteinschätzung angenommen.
Die Prognose im Bereich Industrial wurde von bisher 4 bis 6 % auf 7 bis 9 % angehoben.
Auf dieser Basis geht das Unternehmen davon aus, im Geschäftsjahr 2021 eine EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 7 bis 9 % (bisher 6 bis 8 %) zu erzielen.
Für das Geschäftsjahr 2021 erwartet die Schaeffler Gruppe nun zudem einen gegenüber dem Vorjahr verringerten Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten in Höhe von über 300 Millionen Euro (bisher: rund 100 Millionen Euro).













