Geschäftszahlen 2020

Andrea Gillhuber | Andrea Gillhuber,

Schaeffler meldet zweistelligen Umsatzrückgang

Schaeffler musste im Geschäftsjahr 2020 einen zweistelligen Umsatzrückgang hinnehmen. Für 2021 zeigt sich das Unternehmen jedoch optimistischer.

Schaefflers Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld

© Schaeffler

Der Industrie- und Automobilzulieferer Schaeffler hat seine Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2020 im Rahmen seiner ordentlichen Hauptversammlung präsentiert. Der Umsatz der Unternehmensgruppe lag mit 12,6 Mrd. Euro währungsbereinigt -10,6 % unter dem Vorjahr (2019: 14,427 Mrd. Euro). Von der negativen Entwicklung waren alle Sparten betroffen. Allerdings gab es im 4. Quartal gegenüber dem ersten Halbjahr Erholungstendenzen.

Das Ergebnis ist weiterhin von den Transformations- und Effizienzprogrammen RACE (Automotive Technologies), GRIP (Automotive Aftermarket) und FIT (Industrial)  belastet. Hinzu kommt eine Wertminderung der Sparte Automotive Technologies zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts. Das alles führte zu einem EBIT von -143 Mio. Euro (2019: 790 Mio. Euro). Die EBIT-Marge lag bei 6,4 % (Vorjahr: 8,1 %); ein Zeichen, dass die im Rahmen der Sparten-Programme und Kostenanpassungen ergriffenen Maßnahmen wirken.

Die ordentliche Hauptversammlung stimmte für die Zahlung einer Dividende in Höhe von 25 Cent je Vorzugsaktie (Vorjahr: 45 Cent). Das entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 50 % (Vorjahr: rund 43 %) bezogen auf das den Anteilseignern zuzurechnende Konzernergebnis vor Sondereffekten und liegt damit am oberen Ende der angestrebten Bandbreite von 30 bis 50 %. Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzende  von Schaeffler, wertet diese Ausschüttung als positives Signal an die Aktionäre.

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Wachstum im 1. Quartal 2021

Nach dem Einbruch im vergangenem Jahr meldet Schaeffler insgesamt ein Wachstum im neuen Geschäftsjahr. So lag der Umsatz der Unternehmens-Gruppe im ersten Quartal mit 3,560 Mrd. Euro währungsbereinigt 11,2 % über Vorjahr (Vorjahr; angepasst: 3,281 Mrd. Euro) und zeigte damit eine deutliche Erholung. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten erreichte im ersten Quartal 11,3 % (Vorjahr; angepasst: 6,5 %). Der freie Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten betrug im ersten Quartal 130 Millionen Euro (Vorjahr; angepasst: 137 Millionen Euro). Ein wesentlicher Grund dafür ist die besser als erwartete Umsatzdynamik im ersten Quartal, insbesondere in China. Bei der Ergebnisentwicklung zeigt sich zudem, dass die im letzten Jahr eingeleiteten Kostenanpassungen weiterhin Wirkung zeigen.

Industrial nach Umsatzeinbruch im Plus

Das Produktportfolio der Sparte Industrial beinhaltet Wälz- und Gleitlagerlösungen, Lineartechnik, Instandhaltungsprodukte, Monitoring-Systeme und Dirketantriebstechnik. Die Sparte setzte mit 3,138 Mrd. Euro währungsbereinigt um -9,2 % weniger um als im Vorjahr (2019: 3,535 Mrd. Euro).

Die einzelnen Sektoren entwickelten sich dabei verschieden. Insbesondere der Sektorcluster Wind konnte ein Umsatzwachstum erzielen, vor allem in der Region Greater China – hier stieg der Umsatz währungsbereinigt um 18,1 % von 723 Mio. Euro in 2019 auf 840 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr an. Allerdings war das Wachstum nicht ausreichend, um die weltweit stark gesunkene Nachfrage zu kompensieren. In Europa ging der Umsatz von 1,627 Mrd. Euro auf 1,319 Mrd. Euro zurück (währungsbereinigt -18,6 %).

Wachstum mit neuen Produkten und im Servicegeschäft

Neben dem kontinuierlichen Ausbau des Kerngeschäftes mit Lagern und Lineartechnik bietet die zunehmende Automatisierung in den industriellen Prozessen Wachstumspotenziale für Schaeffler. Mit einem modularen Portfolio aus Lagerungen, Robotergetrieben und Antriebsmotoren baut die Sparte Industrial ihre Kompetenz in der Leichtbaurobotik weiter aus. Diese Systemkomponenten entscheiden mit über die Leistungsfähigkeit kompakter Roboter und haben das Potential für Entwicklungssprünge.

Auch im Bereich der Services steigen die Anforderungen nach Automatisierung und Zuverlässigkeit. Mit der IoT-Lösung Optime bietet Schaeffler eine Lösung an, die das Condition Monitoring von Maschinen in Produktionsprozessen effizient und kostengünstig gestaltet. Diese wurde während der Hannover Messe für das herausragende Produktdesign, die funktionale Gestaltung und den hohen Innovationsgrad mit dem Red Dot Design Award in zwei Kategorien ausgezeichnet.

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