Ziehl-Abegg

Andreas Mühlbauer,

Mit Rückenwind ins Jahr 2025 gestartet

2024 war ein schwieriges Jahr, doch der Blick geht nach vorn: Bereits zum Jahresende zog der Auftragseingang bei Ziehl-Abegg wieder deutlich an.

Ilias Fotiadis montiert bei Ziehl-Abegg in Kupferzell einen Axialventilator; diese Art von Ventilatoren wird in Rechenzentren eingesetzt. © Ziehl-Abegg

Besonders der Bau neuer Rechenzentren – allen voran in den USA, aber auch in Asien – sorgt für frischen Wind. Die positive Entwicklung zeigt sich auch in der Personalplanung: Seit dem Jahreswechsel wurden alleine in Deutschland mehr als 200 Zeitarbeiter an Bord geholt.

Mit einem Umsatz von 893 Millionen Euro lag Ziehl-Abegg 2024 rund 7 Prozent unter Vorjahr (2023: 955 Mio. Euro). Besonders in Deutschland war die Zurückhaltung mit einem Minus von mehr als 20 Prozent deutlich, aber auch das restliche Europa blieb hinter den Erwartungen zurück. Dagegen legte das Geschäft in den Americas (Nord- und Südamerika) deutlich zu, in Asien wuchs es leicht. „Das Wachstum in Americas und Asien konnte den negativen Effekt in Europa leider nicht kompensieren“, sagt Vorstandsvorsitzender Joachim Ley. Die Lufttechnik-Sparte machte erneut den Löwenanteil des Geschäfts aus (90% des Umsatzes), während die Antriebstechnik 10% beitrug.

Trotz der Marktschwäche hielt Ziehl-Abegg an seiner langfristigen Strategie fest, regional zu entwickeln und zu produzieren. Entlassungen gab es keine – die Minderauslastung wurde gezielt über Zeitarbeit und Kurzarbeit abgefedert. Insgesamt ist die Mitarbeiterzahl bei Ziehl-Abegg von 5.000 auf 5.300 gestiegen. Der Personalaufbau fand im Ausland statt; an den drei deutschen Standorten sind unverändert 2.800 Menschen beschäftigt.  

Anzeige

Investitionen für die Zukunft – aber mit Blick auf die Kosten

Neben den Marktveränderungen war 2024 auch von bedeutenden Investitionen geprägt: Im August wurde in den USA ein neues Werk eröffnet – mit 100 Millionen Euro die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte. Bereits im Frühjahr 2024 nahm in Vietnam eine weitere Produktionsstätte den Betrieb auf. Und schon Ende 2023 wurde in Polen ein neues Werk errichtet – geplant für den erwarteten Boom bei Ventilatoren für Wärmepumpen, der allerdings ausblieb. „Lange Transportwege verteuern die Produkte und sind auch ökologisch nicht sinnvoll,“ erklärt Vorstandschef Ley. Diese Investitionen unterstreichen das langfristige Wachstumskonzept von Ziehl-Abegg, erfordern aber auch strikte Kostendisziplin, trotz der vollen Auftragsbücher.

Ausblick: Wachstumstreiber für 2025

Die Nachfrage nach energieeffizienten Lösungen für Rechenzentren wächst stark. In den USA und Asien setzen Betreiber verstärkt auf Hochleistungslüfter von Ziehl-Abegg, um die Energieeffizienz ihrer Anlagen zu optimieren. Dieser Trend sorgt für Optimismus für das Jahr 2025.

Zahlen zum Gewinn veröffentlicht Ziehl-Abegg traditionell nicht – aber eines ist klar: 2024 war wirtschaftlich nicht zufriedenstellend. Umso wichtiger ist der starke Start im Jahr 2025. „Das Unternehmen ist global bereit fürs Wachstum – wir haben unsere Hausaufgaben gemacht,“ betont Vorstandschef Ley.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

TQ RoboDrive

Vom Prototyp zur Produktionsreife

Humanoide Robotik hat in den vergangenen Jahren eine enorme Dynamik entwickelt. 2026 markiert dabei den Übergang von reinen Prototypen zu ersten Pilotprojekten mit humanoiden Roboten in wertschöpfenden, produktionsrelevanten Industrie-Anwendungen....

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Faulhaber

Antriebssystem für smarte Logistik

Mit 'DualGear' präsentiert Faulhaber ein Antriebssystem, das 'BX4'- und 'GPT'-Technologie in einer Einheit vereint. Entwickelt wurde es gezielt für Anwendungen in Förderbändern sowie kompakten Radantrieben autonomer Logistiksysteme.

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren