Antriebstechnik

Günter Herkommer,

Motorenverordnung (640/2009) - ZVEI schlägt Alarm!

Um Schlupflöcher der Oködesign-Richtlinie bezüglich energieeffizienter Motoren zu schließen, plant die Europäische Kommission eine Verschärfung der Motorenverordnung (640/2009) mit einer Übergangsfrist von lediglich 20 Tagen. Der ZVEI sieht darin eine Gefahr insbesondere für die Unternehmen im Maschinenbau.

Ruhrgetriebe bietet jetzt Drehstrom-Asynchronmotoren mit Leistungen ab 0,09 kW gemäß IE2 an.

© Ruhrgetriebe

Bisher sind von der Ökodesign-Richtlinie Motoren ausgenommen, die beispielsweise für den Gebrauch in Höhen von über 1.000 m (über NN), bei einer Umgebungstemperatur von über 40° Celsius oder unter minus 15° Celsius vorgesehen sind. Nach den Plänen der EU sollen die Grenzwerte auf 4.000 m Höhe, 60° Celsius beziehungsweise minus 30° Celsius verschärft werden.

"Vorgesehen ist eine Veröffentlichung der Gesetzesänderung im Amtsblatt im Oktober 2013 praktisch ohne Übergangszeit", kritisiert Gunther Koschnick, Leiter des Fachbereichs Elektrische Antriebe im ZVEI-Fachverband Automation, und ergänzt: „So schnell kann das nicht umgesetzt werden. Hier handelt es sich schließlich um drastische Verschärfungen der technischen Spezifikationen, die konstruktive Veränderungen nach sich ziehen.“ Er warnt, diese Gesetzesänderung könne Unternehmen insbesondere im Maschinenbau gefährden, wenn sie plötzlich den bisherigen Motorentyp nicht mehr verbauen dürfen. Der ZVEI forderte deshalb gemeinsam mit dem europäischen Sektorverband CEMEP (Comité Européen de Constructeurs de Machines Electriques et d'Electronique de Puissance) von Anfang an eine ausreichende Übergangszeit bis zur Wirksamkeit der Verordnung.

Die Motorenverordnung soll zu mehr Energieeffizienz in der Industrie führen. Nach Schätzungen des ZVEI beträgt das jährliche Einsparpotenzial für elektrische Energie alleine bei Antrieben 38 Milliarden Kilowattstunden. Hier sieht der ZVEI das größte Einsparpotenzial überhaupt. Koschnick: "Der ZVEI unterstützt deshalb ausdrücklich das Ziel der EU, die Ausnahmeregelungen einzugrenzen, um mit mehr Energieeffizienz zur Energiewende beizutragen. Hier schießt die Kommission aber übers Ziel hinaus. Wir fordern eine realistische Übergangszeit."

Anzeige
  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

ZVEI

Inkohärenzen bei EU-Digitalregulierung

Ein Positionspapier des ZVEI zeigt erhebliche Unklarheiten und Überschneidungen, etwa zwischen DSGVO und Data Act, Cyber Resilience Act (CRA) und Ökodesign-Verordnung (ESPR) und auch zwischen Funkanlagenrichtlinie (RED) und CRA. Der ZVEI fordert,...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren