VDMA auf der Hannover Messe 2026

Melanie Steinbeck,

Fachverbände setzen Impulse für vernetzte Produktion

Die Fachverbände Antriebstechnik und Fluidtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) präsentieren sich auf der Hannover Messe als Teil des neuen thematischen Ausstellungsbereichs „Automationssysteme & ‑Komponenten“. Damit rückt die Deutsche Messe die Themen Automatisierung und Digitalisierung in den Mittelpunkt der diesjährigen Messe.

© Ole Spata / Deutsche Messe

Elektrische und mechanische Antriebstechnik sowie hydraulische und pneumatische Komponenten und Systeme der Fluidtechnik bilden das Rückgrat moderner Automationsarchitekturen. Sie liefern Bewegung, Energie und Daten und sind integraler Bestandteil vieler Industrie‑4.0-Anwendungen.

„Die thematische Ausrichtung der Hannover Messe rückt industrielle Automatisierung in den Fokus und bietet der Antriebs- und Fluidtechnik ein geeignetes Umfeld, ihre Leistungsfähigkeit und Systemrelevanz zu zeigen. Unsere Technologien sind zentrale intelligente Bausteine für effiziente, vernetzte und zukunftsfähige KI-integrierende Produktionsprozesse und damit ein wichtiger Bestandteil des industriellen Gesamtökosystems“, betont Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA.

Halle 13/E36: VDMA-Zentralstand

Der VDMA‑Stand dient als zentrale Anlaufstelle für den Austausch zu Trends und Entwicklungen im Maschinen- und Anlagenbau allgemein sowie zu fachspezifischen Fragestellungen. Expertinnen und Experten der Fachverbände Antriebstechnik, Fluidtechnik und Elektrische Automation begleiten den fachlichen Austausch zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Forschung, Normung und technischen Themen – gemeinsam mit dem Team der Abteilung Außenwirtschaft, Manufacturing‑X sowie Ansprechpartnern für den Bereich Security and Defence Industry.

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Halle 13/C24: Fluid 4.0

Auf dem Gemeinschaftsstand der Plattform Industrie 4.0 präsentiert das Verbundprojekt Fluid 4.0 Anwendungsbeispiele und Use Cases zur Digitalisierung in der Fluidtechnik. Dazu gehören Live-Demonstratoren zu Energieeffizienz, Datenintegration, Steuerung und Überwachung fluidtechnischer Systeme sowie Circular Economy.

Halle 26/E98: Defense Production Area

Die Hannover Messe 2026 bietet mit der Defense Production Area einen eigenen Bereich für Produktionstechnologien in der Verteidigung. Gezeigt werden Lösungen für flexible, skalierbare und resiliente Fertigungsprozesse – von Automatisierung und Digitalisierung über Datenintegration und Rückverfolgbarkeit bis hin zu IT/OT-Security und KI-gestützter Qualitätssicherung.

Für die Antriebs- und Fluidtechnik eröffnen sich im verteidigungsnahen Umfeld zusätzliche Perspektiven. Angesichts einer geschätzten europäischen Marktgröße von rund 100 Mrd. Euro im Verteidigungsbereich ergeben sich für beide Branchen als Schlüsselzulieferer Marktpotenziale von etwa 5 bis 10 %. Bis 2030 scheint ein jährliches Wachstum von annähernd 2 % möglich. Beide Industriezweige bringen ihre technologische Kompetenz dort ein, wo industrielle Zuverlässigkeit und hohe sicherheitsrelevante Anforderungen gefragt sind.

Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen dieser Branchen beurteilt die aktuelle Geschäftslage im Defence-Umfeld als gut oder sehr gut und erwartet für die nahe Zukunft eine noch bessere Geschäftsentwicklung. Damit schafft der neue Ausstellungsbereich zusätzliche Anknüpfungspunkte für technologieorientierte Unternehmen und verbindet klassische industrielle Anwendungen mit sicherheitskritischen Produktionsanforderungen.

Internationale Marktperspektiven: Partnerland Brasilien

Mit Brasilien als Partnerland richtet die Messe den Fokus auf einen wichtigen Wachstumsmarkt für den Maschinen- und Anlagenbau. Auch für die Antriebs- und Fluidtechnik gewinnt Brasilien weiter an Bedeutung: Die deutschen Exporte stiegen zuletzt auf 325 Mio. Euro in der Antriebstechnik (+10,1 % gegenüber 2024; zum Vergleich: 2021: 247 Mio. Euro) und auf 178 Mio. Euro in der Fluidtechnik (+6,5 % und seit 2020 stetig steigend). Beide Branchen gehören damit zu den wachstumsstarken Liefersegmenten nach Brasilien.

Der VDMA unterstützt seine Mitgliedsunternehmen seit 2013 mit seiner Brasilien-Repräsentanz bei der Markterschließung, bei Kooperationen und beim Austausch zu branchenspezifischen Entwicklungen. Die Leiterin des Büros in São Paulo ist auf der Hannover Messe vertreten.

Konjunkturaussichten der Antriebs- und Fluidtechnik

Die Antriebs- und Fluidtechnik zählt weiterhin zu den exportstarken Bereichen des Maschinenbaus, auch wenn das Geschäftsjahr 2025 schwächer ausfiel:

Die Antriebstechnik erzielte in Deutschland einen geschätzten Umsatz von 17,6 Mrd. Euro (-2 % nominal gegenüber 2024). Für 2026 wird ein Umsatzwachstum von nominal +3 % erwartet.

Die Fluidtechnik erreichte im Jahr 2025 einen Umsatz von 8,3 Mrd. Euro (-2 % zu 2024), davon 5,3 Mrd. Euro in der Hydraulik (-3 %) und 3,0 Mrd. Euro in der Pneumatik (-2 %). Die Prognose für 2026 sieht ebenfalls ein nominales Wachstum von +3 % über alle Teilbereiche vor.

Beide Branchen stehen wie zahlreiche andere Industriezweige unter dem Einfluss globaler Unsicherheiten und eines anhaltend herausfordernden Marktumfelds. Die seit zehn Jahren unverändert hohen Welthandelsanteile von rund 20 % in der Antriebs- und Fluidtechnik bestätigen Deutschlands internationale Bedeutung als führende Exportnation auf Rang 1 vor China, den USA und Japan. „Die Technologieführerschaft böte jedoch ein noch deutlich höheres Wertschöpfungspotential in Deutschland, wären die Rahmenbedingungen besser”, so Hartmut Rauen.

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