Großmotor von ABB
Wirkungsgrad von 99,13 % erzielt
ABB hat nach eigenen Angaben einen neuen Maßstab in der Energieeffizienz großer Synchron-Elektromotoren gesetzt. Ein für ein Stahlwerk in Indien entwickelter Motor erreichte bei Tests einen Wirkungsgrad von 99,13 % und übertraf damit den bisherigen ABB-Rekord von 99,05 %.
Der Wirkungsgrad beschreibt das Verhältnis der in mechanische Bewegung umgewandelten Energie zur aufgenommenen elektrischen Energie. Laut ABB nähert sich das neue Modell der physikalisch maximal möglichen Effizienz von 100 % an. Derartige Werte gelten in der industriellen Anwendung als technisch besonders anspruchsvoll, da der durchschnittliche Wirkungsgrad vergleichbarer Synchronmotoren bei 98,2 bis 98,5 % liegt.
Entwickelt wurde der Motor im Rahmen der „Top Industrial Efficiency“-Initiative (TIE) von ABB. Diese zielt laut Unternehmen darauf ab, Geräte bereitzustellen, die die üblichen Effizienzstandards übertreffen, ohne dabei die Komplexität oder Leistung zu beeinträchtigen. Der Motor kommt in einer Luftzerlegungsanlage (Air Separation Unit, ASU) zum Einsatz, die atmosphärische Luft verflüssigt, um Sauerstoff und Stickstoff für den Stahlproduktionsprozess zu gewinnen.
Nach Berechnungen von ABB könnte der Betrieb des Motors über eine erwartete Lebensdauer von 25 Jahren zu einer Energieeinsparung von rund 61 GWh führen – was Stromkosten von rund 5,9 Mio. US-Dollar entspricht. Die Investition in die TIE-optimierte Ausführung soll sich laut Hersteller in rund drei Monaten amortisieren. Zusätzlich werde eine Reduktion von etwa 45.000 Tonnen CO₂-Emissionen erwartet. Diese Menge entspricht etwa der Emission von 10.000 Pkw pro Jahr.
„Dieses Projekt zeigt, wie unsere Produkte mit der Initiative Top Industrial Efficiency über die Standards hinausgehen“, sagte Brandon Spencer, Präsident von ABB Motion. Ziel sei es, Industriebetrieben zu helfen, Betriebskosten und Emissionen zu senken. Insbesondere bei Motoren mit Leistungen über 3 MW, die zwar weltweit nur einen kleinen Teil der installierten Antriebe ausmachen, aber etwa ein Viertel der bewegungsbezogenen Energie verbrauchen, bestehe laut ABB erhebliches Effizienzpotenzial.
Der neue Rekord verdeutliche die kontinuierlichen Fortschritte bei der elektrischen und mechanischen Optimierung von Großmotoren, so das Unternehmen. ABB verweist dabei auf über ein Jahrhundert Erfahrung in der Motorenentwicklung sowie umfassendes Anwendungswissen im industriellen Umfeld.











