Namur
WirelessHART-Feldtest - Ergebnis „Befriedigend“
Rund 460 Teilnehmer erwarteten auf der Jahrestagung der Namur am 6. November mit Spannung den Bericht von Martin Schwibach (im Bild) über die Ergebnisse des WirelessHART-Feldtests bei der BASF AG in Ludwigshafen - zu Recht.
Die Einsatzreife von WirelessHART wurde anhand von vier Applikationen - Kläranlage, Wasseraufbereitungsanlage, Reaktor und Rückkühlbecken - untersucht, die jeweils eine der drei typischen Eigenschaften (Use-Cases) von Wireless-Installationen abdecken:
- Mobilität
- Flexibilität
- und Kabelersatz.
Insgesamt attestiert Martin Schwibach, Leiter des Feldversuchs bei der BASF, dem drahtlosen Übertragungssystem die prinzipielle Einsatzreife. Hinsichtlich der Namur-Empfehlung NE 124 erfüllt WirelessHART die wesentlichen Anforderungen:
- Koexistenz der Basistechnologien
- Verfügbarkeit und
- Zuverlässigkeit.
„WirelessHART gewährleistet die Interoperabilität von Geräten auf der Funkebene und erfüllt die Security-Standards der NE124 und NA115", betont Schwibach. Dennoch vergibt er WirelessHART mit einem Notendurchschnitt von 3,3 nur ein schwaches Befriedigend. Der Grund: die ungenügende Unterstützung der Geräte- und Systemintegration sowie das mangelhafte Versionsmanagement.
Neben den Altlasten Geräteintegration und Versionsmanagement gibt es auch im Bereich Planung noch Nachholbedarf.
Beides sind aber Probleme, die auch andere Kommunikationssysteme betreffen. "WirelessHART leidet erheblich unter der Erblast unzureichend gelöster Probleme mit der Geräteintegration", sagt Martin Schwibach,der die Ergebnisse des Feldversuchs auf der Namur-Tagung erläuterte. Ohne diese Altlasten kommt WirelessHART auf einen Notendurchschnitt von 2,6.
Den Notenschnitt drücken ebenso die Themen Planung sowie Batteriewartung: Allein bei dem hinsichtlich Gerätehersteller überschaubaren Feldtest gab es vier verschiedene Batterietypen und Anschlusstechnologien. „Es kann nicht sein, dass der Monteur Dutzende Batterietypen auf seiner Wartungsrunde mitnehmen muss." Hier fordert die Namur eine Standardisierung der Energieversorgung von WirelessHART-Geräten hinsichtlich Bauform, Spannungspegel und Batterieanschluss.
Ungelöst ist auch der Aspekt Engineering von Wireless-Infrastrukturen. Hier fehlen einheitliche und herstellerunabhängige Werkzeuge zur Funknetzauslegung sowie entsprechende Kenngrößen die eine Beurteilung der Netzwerk-Qualität und Bandbreitenreserve ermöglichen. Insgesamt ermöglicht WirelessHART den Einsatz von drahtlosen Sensornetzwerken und ist für den Einsatz in Monitoring-Anwendungen geeignet.











