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Artikel und Hintergründe zum Thema

B&R

Meinrad Happacher,

Von OPC UA bis zur Cloud

Der Automatisierungsspezialist B&R will weiterhin zweistellig wachsen. Peter Gucher, General Manager, erläuterte im Vorfeld der SPS IPC Drives die Marschroute des Unternehmens und gab einen Ausblick auf die zu erwartenden Highlights zur Messe.

Peter Gucher nennt noch keine konkreten Zahlen zum laufenden Geschäftsjahr. Ähnliches Wachstum wie in den vergangenen Jahren vorausgesetzt, dürfte der Jahresumsatz von B&R für 2016 bei rund 660 Mio. Euro liegen.

© B&R Industrie-Elektronik

Wir werden auch 2016 stark wachsen“, sagt Peter Gucher auf der Jahres-Pressekonferenz von B&R im Vorfeld der SPS IPC Drives. Der Maschinenbau verzeichnet nach den neuesten Zahlen des VDMA im ersten Halbjahr 2016 ein Umsatzwachstum von 2 % gegenüber dem Vorjahr. „Diesen Wert haben wir deutlich übertroffen und in den letzten Monaten sogar noch stark zugelegt“, so Gucher. In den vergangenen drei Jahren legte B&R immer zwischen 10 und 14 % an Umsatz zu. Wie B&R das laufende Jahr 2016 genau abschließen wird, will Gucher erst rückwirkend auf der Hannover Messe präsentieren. Der General Manager verrät nur so viel: „Es wird wieder im Rahmen der letzten Jahre liegen.“

Die Messe-Neuheiten

Codebox ist eine HTML5-Anwendung, die auf jedem ­browserfähigen Gerät einsetzbar ist.

© B&R Industrie-Elektronik

Besonders hervorheben wird B&R auf der Messe in Nürnberg das lineare Transportsystem Super Trak. Erstmals zur Hannover Messe in diesem Jahr präsentiert, soll dieses Transportsystem insbesondere die individualisierte Produktion in der Massenfertigung unterstützen. Gucher kehrt als Besonderheit des Systems heraus: die einfache Wartung und die gute Synchronisation der Transport-Shuttles mit allen Arten von Servoachsen, CNC- und Robotik-Systemen in harter Echtzeit.

Einen weiteren Schwerpunkt auf der Messe bildet die Software-Plattform Mapp. Das Software-Framework wurde 2016 um die webbasierte Visualisierungslösung Mapp View erweitert. Video-Einspielungen, Multitouch-Gesten und weitere Bedienkonzepte aus der Smartphone-Welt lassen sich damit einfach implementieren. Da Mapp View unabhängig von Betriebssystemen ist, läuft es auch auf beliebigen mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets. Neu hinzu kommt nun die ‚Mapp Codebox‘. Sie ermöglicht, Optionen in Kontaktplan zu programmieren, ohne die originale Maschinensoftware zu ändern. Der Maschinenbauer programmiert die Grundfunktionen seiner Maschine wie gewohnt in der Automatisierungssoftware. Dabei kann er festlegen, auf welche Daten, Funktionen und Variablen Mapp Codebox Zugriff hat. Alle Sonderwünsche und Optionen lassen sich auf diese Weise später in Kontaktplan ergänzen. Durch die Trennung von Maschinensoftware und Zusatzsoftware für einzelne Optionen ergeben sich mehrere Vorteile. Zum einen ist ausgeschlossen, dass durch die Umsetzung von Optionen oder Individualisierungen nachträglich Fehler in die Maschinensoftware programmiert werden. Zum anderen vereinfacht sich das Variantenmanagement. Codebox ist eine HTML5- Anwendung, die auf jedem browserfähigen Gerät einsetzbar ist. Eine Signalflussanzeige hilft bei Diagnose und Wartung. Die Kontaktplan-Programme können gesichert, versioniert und auf andere Maschinen übertragen werden. Sie lassen sich bei Bedarf auch zurück in das Automatisierungsprojekt spielen.

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OPC UA plus TSN mit ­Fragezeichen

Ganz im Zeichen von Industrie 4.0 will B&R auf der SPS IPC Drives mehrere Kommunikationslösungen für die vernetzte Produktion der Zukunft zeigen. So lassen sich durch die Kombination von OPC UA und openSafety modulare und flexible Maschinenlinien jetzt sicher automatisieren.

Inwiefern schon etwas zum Thema OPC UA plus Time Sensitive Networks (TSN) auf der Messe zu sehen sein wird, bleibt Spekulation. Anlässlich des Kongresses Industrial Ethernet TSN (siehe S. 12ff.) hatte Marketingleiter Stefan Schönegger im September die TSN-Pläne von B&R konkretisiert. Demnach soll der Technologie-Roll-out von OPC UA und TSN auf allen Steuerungen im kommenden Jahr erfolgen; auch das X20-IO-System wird im Jahr 2017 einen entsprechenden Produkt-Rollout erfahren.

Was hingegen sicher zu sehen sein wird, ist die Cloud-Lösung für das Prozessleitsystem Aprol. Das Leitsystem lässt sich auf virtuellen Computern aller gängigen Cloud-Anbieter installieren. Die Daten werden von einer lokalen Aprol-Installation vorverarbeitet und komprimiert, so dass nur aussagekräftige Daten an die Cloud-Datenbank versendet werden. Dieser Ansatz, der an das Konzept des Fog- oder Edge-Computings angelehnt ist, soll die Kosten für den Datenverkehr niedrig halten. Aprol unterstützt die Protokolle MQTT, AMQP und OPC UA. Die Zahl der lokalen Aprol-Installationen, die Daten an ein zentrales Cloud-Aprol senden, ist nicht beschränkt. Die Auswertungen der Business-Intelligence-Lösungen lokaler und cloudbasierter Installationen werden über eine REST-Schnittstelle abgerufen.

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