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Artikel und Hintergründe zum Thema

VDMA / Künstliche Intelligenz

Davina Spohn,

Start-ups für den Maschinenbau auf dem Radar

Start-ups gewinnen im Maschinen- und Anlagenbau an Bedeutung: Firmen suchen laut dem VDMA nach Partnerschaften, um gemeinsam neue Technologiefelder zu erobern. Mit dem 'Start-up-Radar' stellt der Verband ein Hilfsmittel zur Navigation durch die Start-up-Szene bereit.

© Shutterstock, Sapunkele

Laut einer VDMA-Mitgliederbefragung arbeitet über die Hälfte der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus bereits mit Start-ups zusammen. Nur 23 % der kleinen und mittleren Unternehmen leisten sich dabei ein eigenes Start-up-Scouting. Dies ist Grund genug für den VDMA, die Unternehmen beim Screening von Start-up-Trends sowie in der Anbahnung von Partnerschaften zu unterstützen. „Start-ups bringen Inspiration, Innovation und einen neuen Spirit in den Maschinenbau. Unser Start-up-Radar, der aufdeckt, welche Technologie- und Produktfelder von innovativen Jungunternehmen weltweit bespielt werden, bietet deshalb riesige Chancen“, so . Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Unsere Mitglieder können damit frühzeitig neue Trends und künftige Kooperationspartner aufzuspüren – und das im globalen Maßstab. Dass wir dabei auch mehr als 3000 Start-up-Kontakte mit Maschinenbaurelevanz in einer Longlist bereitstellen, ist ein Novum mit hohem praktischem Nutzwert für unsere Industrie.“ Die Longlist ist in einer durchsuchbaren Excel-Datei online anforderbar

Partner des Projekts ist AtomLeap – ein Unternehmen, das unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) globale Technologie- und Markttrends identifiziert. Ein Expertenkreis aus VDMA-Mitgliedern und Fachleuten im VDMA speist zudem die besonderen Anforderungen und Bedürfnisse des Maschinenbaus in den Suchprozess ein. 

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Maschinenbaurelevante Services von Start-ups

Der Start-up-Radar deckt mithilfe von Datenanalysen auf, in welchen Themenfeldern sich das Gros der Start-ups mit Maschinenbaurelevanz bewegt. Dabei zeigt sich: 80 % der Start-ups mit Maschinenbaurelevanz bieten Services entlang von acht Clustern:

  1. Industrieplattformen
  2. KI und Computer Vision
  3. Industrial Internet of Things (IIoT)
  4. Automationssoftware
  5. Traditionelle Fertigung
  6. Hardware & Services für unbemannte Fluggeräte
  7. Additive Fertigung und
  8. Automationshardware.

Dr. Eric Maiser, Leiter des VDMA Competence Center Future Business, erläutert: „Bereits unsere VDMA-Mitgliederumfrage 2019 hat ergeben, dass die Themen Industrie 4.0/IIoT und KI sowie Computer Vision Top-Themen für unsere Industrie sind und 93 % bzw. 83 % der Befragten in diesen Feldern aktuell Start-ups suchen. Umso erfreulicher ist, dass diese Felder mit die größte Anzahl von Start-ups auf sich vereinen, wie die weltweite Analyse von Start-ups für den Maschinenbau zeigt. Hier deckt das Angebot im Markt somit offensichtlich auch die Nachfrage – beste Bedingungen also für unsere kooperationswilligen Maschinenbauer“. Welche Investments in diese acht Cluster in den letzten acht Jahren geflossen sind, wie sich die Verteilung der Start-ups in den verschiedenen Wirtschafträumen unterscheidet und welche Gründungstrends von 2008 bis 2018 festzustellen sind, wird im Radar ebenfalls untersucht. Der Bericht präsentiert somit die wesentlichen empirischen Trends und leitet Schlussfolgerungen für den Maschinenbau ab.

Was Start-ups für den Maschinenbau auszeichnet

Die globalen Datenanalysen zeigen dabei: Start-ups für den Maschinenbau verfügen über charakteristische Merkmale. So ähneln diese Start-ups mit ihren Entwicklungs- und Gründungsdynamiken grundsätzlich den Jungunternehmen anderer Innovationsfelder im B2B-Bereich (etwa Automotive- oder Infrastrukturbereich), in denen technologieintensive Start-ups Geschäftsmodelle primär auf kommerzielle Kunden ausrichten. Dr. Jan-Peter Ferdinand von AtomLeap erläutert dies wie folgt: „Erfahrungsgemäß wachsen zum Beispiel die Gründungszahlen in diesen Zusammenhängen eher konstant und weniger sprunghaft als beispielsweise in konsumnahen Bereichen – auch das Interesse der Investoren entwickelt sich vergleichsweise stetig, was die Nachhaltigkeit des Gründungsgeschehens zeigt. Dass im Fall der maschinenbaurelevanten Start-ups die Finanzierungsrunden die Zahl der jährlichen Neugründungen ab 2014 so deutlich übersteigen, unterstreicht auch im Vergleich zu anderen Innovationsfeldern ein hohes wirtschaftliches Potenzial. Dies ist ein erfreuliches Ergebnis und zeigt das große Potenzial, das unser VDMA Start-up-Radar für den Maschinenbau hat.“

Nächster Schritt: Tiefenanalysen

Der Start-up-Radar setzt den Startpunkt für das Start-up-Screening im VDMA. In Folgestudien ist geplant, die verschiedenen Start-up-Cluster tiefer aufzubohren: „In den kommenden ʻDeep Divesʼ zu den einzelnen Start-up-Clustern wie KI und Machine Vision oder das IIoT werden wir die Trendfelder näher auf Technologieentwicklungen und Geschäftsmodelltrends untersuchen“, resümiert Dr. Laura Dorfer, die das Start-up-Projekt im VDMA betreut. „Zudem werden wir dabei auch die Kooperations- und Disruptionspotenziale einzelner Start-ups vorstellen. Damit ermöglichen wir unseren Mitgliedern, bestmöglich vom internationalen Gründungsgeschehen zu profitieren und ihre Start-up-Strategie rund um Spezialthemen erfolgreich auszurichten“.

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