Schwerpunkte

Siemens

Milliardengewinn, neuer Chef und ein gerührter Joe Kaeser

09. Februar 2021, 08:57 Uhr   |  dpa

Milliardengewinn, neuer Chef und ein gerührter Joe Kaeser
© Matthias Schrader/POOL AP/dpa

Stabsübergabe während der Hauptversammlung 2021: Joe Kaeser übergibt die Führung an Roland Busch (rechts) und wechselt in den Aufsichtsrat.

Siemens-Chef Kaeser übergibt das Unternehmen, das er in den vergangenen Jahren massiv umgebaut hat, mit einem Milliardengewinn an seinen Nachfolger Roland Busch. Der startet mit Rückenwind, für den er auch selbst gesorgt hat.

In den letzten Stunden als Siemens-Chef merkt man Joe Kaeser die Rührung dann doch noch an. Bevor er auf der Hauptversammlung seine Rede beginnt, muss sich der Manager mehrmals räuspern. Doch dann zieht er in gewohnter Manier im großen Bogen Bilanz des vergangenen Jahres und seiner ganzen Amtszeit - inklusive gesellschaftlicher Einordnung.

Der Tag hat für Siemens, Kaeser und seinen Nachfolger Roland Busch gut begonnen. Mitten in der Corona-Krise hat das Unternehmen im abgelaufenen ersten Quartal des Geschäftsjahres einen Gewinnsprung hingelegt und erhöht nun die Prognose. 1,5 Mrd. Euro verdiente Siemens von Oktober bis Dezember – ein Plus von 38 %. Im vollen Geschäftsjahr sollen es 5 bis 5,5 Mrd. Euro werden. Auch Umsatz und Auftragseingang stiegen.

All das gelang im Vergleich zu einem Vorjahresquartal, das von der Pandemie noch nicht betroffen war, wie Kaeser hervorhebt. Wer in dieser Situation so stark wachse, »der muss irgendetwas richtig gemacht haben«, sagte er. Die »enormen Anstrengungen der Vergangenheit« hätten sich gelohnt.

Roland Busch in der Verantwortung

Verantwortet hat das erste Quartal allerdings bereits Roland Busch, der mit dem Ende der Hauptversammlung in Kaesers Fußstapfen als Konzernchef tritt und von einem »außerordentlich guten Start« spricht. Das gilt nicht nur für das Unternehmen sondern auch für ihn.

Man habe jede Gelegenheit genutzt, die sich geboten habe, sagte Busch. In China und Deutschland seien die Geschäfte besser gelaufen als erwartet. Einige Branchen wie der Automobilbereich und der Maschinenbau hätten sich deutlich schneller erholt. »Den Boom in diesen margenträchtigen Geschäften sehen Sie heute im Ertrag.«

Beim Ergebnis halfen auch niedrigere Ausgaben. So sanken die Reisekosten pandemiebedingt um fast zwei Drittel. Im Vorjahresquartal waren sie noch mit rund 270 Mio. Euro zu Buche geschlagen. Das niedrige Niveau werde man aber nicht halten können, sagte Busch.

Seite 1 von 2

1. Milliardengewinn, neuer Chef und ein gerührter Joe Kaeser
2. Automatisierung einer der »Wachstumsmärkte des Jahrzehnts«

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Siemens AG Erlangen

SPS

SPS News