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Maschinen- und Anlagenbau

Mehrheit rechnet mit hartem Brexit

22. Oktober 2020, 09:41 Uhr   |  Andrea Gillhuber

Mehrheit rechnet mit hartem Brexit
© Pixabay/CC0

VDMA bereitet sich auf harten Brexit vor.

Maschinen- und Anlagenbauer rechnen mehrheitlich mit einem harten Brexit. Der VDMA ist alarmiert und bietet exklusive Informationen.

Ein „No Deal“-Szenario rückt näher. Laut einer Mitteilung des VDMA rechnet auch eine große Mehrheit der Maschinen- und Anlagenbauer mit einem harten Brexit. Ein Großteil der Unternehmen glaubt nicht mehr an eine Verhandlungslösung und bereitet sich auf besagtes „No Deal“-Szenario vor. Das ergab ein Stimmungstest unter 63 VDMA-Mitgliedsfirmen, in dem fast 80 % der Befragten angab, nicht mehr mit einer Einigung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich zu rechnen. 70 % der befragten VDMA-Mitglieder halten ihre britischen Geschäftspartner zudem für schlecht vorbereitet.

»Brexit-Einigung darf nicht an Fischereiquoten scheitern!«

»Es ist Irrsinn, dass inmitten der größten Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg die EU und Großbritannien auf einen harten Brexit zusteuern und die wirtschaftliche Situation der Unternehmen damit weiter belasten«, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Vor allem, dass die Verhandlungen an einer fehlenden Einigung über Fischereiquoten zu scheitern drohen, stößt im Maschinen- und Anlagenbau auf Unverständnis. »Dass erfolgreiche und exportstarke Wirtschaftszweige wie der Maschinenbau womöglich unter den Querelen in einem volkswirtschaftlich relativ unbedeutenden Sektor leiden werden, ist absurd. Es ist im Interesse der Gesellschaft, dass die Politik jetzt alles tut, um die industriellen Säulen der europäischen Wirtschaft zu stabilisieren«, fordert Brodtmann. Als Enttäuschung bewertet er daher den EU-Gipfel in der vergangenen Woche, auf dem es keinen entscheidenden Fortschritt bei den Brexit-Verhandlungen gab.

VDMA gegen Sonderregelungen

Der zweite große Streitpunkt in den Verhandlungen ist die Schaffung von gleichen Wettbewerbsbedingungen auf beiden Seiten des Ärmelkanals. Brodtmann: »Wir dürfen es auf keinen Fall zulassen, dass der EU-Binnenmarkt durch Sonderregelungen ausgehöhlt wird. Dies bedeutet, dass die Briten nur dann Zugang zum Binnenmarkt erhalten können, wenn sie sich an wesentliche Wettbewerbsregeln halten. Freier Zugang zum Binnenmarkt für möglicherweise hochsubventionierte Unternehmen aus Großbritannien wäre unfair und würde das Funktionieren der EU gefährden

Der VDMA hat eigens eine Webseite gestaltet, um seine Mitgliedsunternehmen bestmöglich auf den Brexit vorzubereiten. Neben Antworten auf rechtlichen, steuerlichen und sonstigen praxistauglichen Brexit-Fragen bietet der Verband zudem Checklisten und Merkblättern an. Über diverse Web-Seminare beziehungsweise Expertengespräche können sich Mitglieder beispielsweise zu Arbeitseinsätzen in Großbritannien informieren.

Hier gelangen Sie auf die Brexit-Themensite des VDMA.

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