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Artikel und Hintergründe zum Thema

ABB

Stefan Kuppinger,

Talsohle durchschritten

Der ABB-Konzern erzielt im Geschäftsjahr 2010 einen geringeren Umsatz als im Krisenjahr 2009. Aber der sich abzeichnende Trend geht nach oben: Im vierten Quartal 2010 verzeichnete der Anbieter von Energieverteilungs- und Automatisierungstechnik deutliche Zuwächse bei Auftragseingang und Umsatz.

Joe Hogan, Vorsitzender der Konzernleitung von ABB, zeigt sich zufrieden mit dem Geschäftsergebnis 2010: „Heute können wir feststellen, dass ABB die Weltwirtschaftskrise gemeistert hat.“

© ABB

Im Geschäftsjahr 2010 lag der Auftragseingang des Konzerns bei rund 32,7 Mrd. US-Dollar - gegenüber dem Krisenjahr 2009 mit knapp 31. Mrd. US-Dollar immerhin ein Plus von sechs Prozent. Die Umsatzentwicklung war dagegen nochmals leicht rückläufig: Konkret gingen die Erlöse in 2010 um ein Prozent von 31,8 Mrd. US-Dollar im Jahr 2009 auf 31,6 Mrd. US-Dollar zurück. Zum Vergleich: Im Boomjahr 2008 erzielte der Konzern fast 35 Mrd. US-Dollar Umsatz. Ebenso verringerte sich der Gewinn (EBIT) von 4,12 Mrd. US-Dollar (13 % vom Umsatz) im Jahr 2009 auf 3,8 Mrd. US-Dollar (12,1 %).

Das in der Krise initiierte Kostensenkungsprogramm in Höhe von 3 Mrd. US-Dollar wurde im vierten Quartal abgeschlossen. Für 2011 plant ABB die Kosten nochmals um über 1 Mrd. US-Dollar zu reduzieren.

Immerhin: Im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2010 stieg der Auftragseingang um rund 18 Prozent auf 8,75 Mrd. US-Dollar (Q4 2009: 7,45 Mrd. US-Dollar). Die Umsatzsteigerung fiel verglichen mit aktuellen Quartalszahlen anderer Energie- und Automatisierungskonzerne dagegen moderat aus: ABB verzeichnete ein Plus von sechs Prozent von 8,76 auf 9,2 Mrd. US-Dollar.

Den positiven Trend bestätigen die Zuwächse um 17 Prozent bei den Basisaufträgen (unter 15 Mio. US-Dollar Auftragswert) in allen Divisionen des Konzerns. Zum einen erweitern Industriekunden ihre Kapazitäten und investieren in effizienzsteigernde Maßnahmen. Zum anderen stieg auch im Bereich Energieverteilung der Auftragseingang. Vor allem in der Mineralstoffindustrie, im Schiffbau, der Papier- und Zellstoffindustrie, der Öl- und Gasindustrie sowie im petrochemischen Sektor nahm der Auftragseingang zu. Versorgungs- und Industriekunden investierten im Berichtsquartal zudem verstärkt in Stromverteilungssysteme und zugehörige Ausrüstung, um dem höheren Bedarf an einer zuverlässigen Stromversorgung gerecht zu werden. Bei den Grossaufträgen (über 15 Mio. US-Dollar) war sogar ein Anstieg von 21 Prozent zu verzeichnen. Als Ursache nennt ABB den Abschluss mehrerer Stromübertragungsprojekte in Europa und dem Nahen Osten. Die Nachfrage nach Standardprodukten für die Energieübertragung blieb jedoch weiter auf niedrigem Niveau.

Für 2011 erwartet ABB in allen Regionen eine weitere Belebung der Nachfrage nach Energie- und Automationslösungen. Die Schwellenmärkte werden erneut wichtige Wachstumsmotoren sein. Auch in den entwickelten Märkten wird mit einem Nachfragewachstum gerechnet. Versorgungsunternehmen werden weiter in Netzverbindungen, die Integration erneuerbarer Energien in bestehende Netze, den Ersatz und die Modernisierung vorhandener Netzausrüstung und in Smart-Grid-Technologien investieren. Nach zwei Jahren geringerer Investitionen in Stromübertragungstechnik rechnet ABB damit, dass Versorgungsunternehmen in vielen Regionen ihre Ausgaben für Standardprodukte für die Stromübertragung steigern. Außerdem erwartet ABB, dass Industriekunden in den entwickelten Märkten weiter in die Steigerung der Produktivität bestehender Produktionsanlagen investieren.

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