Elektromobilität

Steffi Eckardt,

Bosch will Batterietechnologie revolutionieren

Bosch hat eine neue Batterietechnologie für Elektroautos vorgestellt, die bereits in fünf Jahren serienreif sein könnte. Damit lässt sich die Energiedichte bis 2020 voraussichtlich mehr als verdoppeln.

"Bis 2020 wollen wir Batterien fertigen, die nur noch ein Viertel des Volumens und die halbe Masse haben.", so Dr. Volkmar Denner von Robert Bosch auf der IAA 2015.

© Bosch

Bosch hat vor kurzem das US-amerikanische Start-up Seeo gekauft und verfügt nun im Zusammenspiel mit der Eigenentwicklung im Batteriebereich über entscheidendes Know-how über neuartige Festkörperzellen für Lithium-Batterien und exklusive Patente. "Die Festkörperzelle könnte eine entscheidende Durchbruchstechnologie sein", verkündete Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung von Robert Bosch, auf der IAA.

Durch den Zukauf von Seeo verfügt Bosch über erste Musterzellen, die das Potenzial besitzen, den hohen Anforderungen der Automobilindustrie an Dauerhaltbarkeit und Sicherheit gewachsen zu sein.

© Bosch

Bis jetzt war das erklärte Branchenziel, im Laufe dieses Jahrzehnts die Energiedichte von Batterien zu verdoppeln und ihre Kosten zu halbieren. Der Zulieferer sieht aber nun das Potenzial, mit den neuen Festkörperzellen die Energiedichte bis 2020 mehr als zu verdoppeln und die Kosten nochmals zu senken. Ein Elektrofahrzeug mit einer Reichweite von 150 km könnte mit der neuen Technik mehr als 300 km ohne Aufladen fahren und zudem weniger kosten.

Durch die Festkörper-Technologie kann Bosch die Anode aus reinem Lithium fertigen, was die Speicherfähigkeit deutlich erhöht. Die neuen Zellen kommen zudem ohne Flüssigelektrolyt aus und sind somit nicht brennbar.

© Bosch

Zellen sind dabei ein wichtiger Baustein für Batterien und ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung. Die Leistung eines Energiespeichers lässt sich mit verschiedenen Methoden verbessern. Beispielsweise spielt in der Zellchemie das Material der Kathode und Anode eine große Rolle. Bei aktuellen Lithium-Ionen-Batterien ist die Energiedichte unter anderem dadurch limitiert, dass die Anode zu großen Teilen aus Graphit besteht. Durch die Festkörper-Technologie kann Bosch die Anode aus reinem Lithium fertigen, was die Speicherfähigkeit deutlich erhöht. Die neuen Zellen kommen zudem ohne Flüssigelektrolyt aus und sind somit nicht brennbar. "Die reine Lithium-Anode ist ein großer Innovationssprung im Aufbau der Batteriezelle", betont Denner. Bosch verfügt durch den Zukauf von Seeo nun über erste Musterzellen, die das Potenzial besitzen, den hohen Anforderungen der Automobilindustrie an Dauerhaltbarkeit und Sicherheit gewachsen zu sein.

Anzeige
  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Robotik

Roboter für das Krankenhaus der Zukunft

ABB hat auf dem Campus des Texas Medical Center (TMC) in Houston, Texas, ihren ersten globalen Health Care Hub eröffnet, der sich speziell der Gesundheitsforschung widmet. Bei der Eröffnung wurde eine Reihe von Technologiekonzepten vorgestellt,...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Additive Fertigung

Medizin-Roboter aus dem 3D-Drucker

Fünf internationale Forscherteams arbeiten an einem Roboter für die Tumortherapie. Obwohl dieser aus diversen Komponenten, Gelenken und Aktoren aus verschiedenen Materialien besteht, lässt er sich mit einem 3D-Drucker in einem einzigen...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren