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Artikel und Hintergründe zum Thema

Logiccloud zu Edge & Cloud Control

Meinrad Happacher,

„Wir sind der Zeit zu weit voraus“

Zur letztjährigen SPS ging das Startup Logiccloud mit einer Plattform für Steuerungen als SPS-as-a-Service an den Markt. Bernhard Böhrer, CEO bei Logiccloud, erläutert im Interview die Erfahrungen des ersten Jahres.

Bernhard Böhrer, Geschäftsführer Logiccloud

© Logiccloud

Herr Böhrer, Sie sind mit Ihrer virtuellen SPS nun seit einem Jahr am Markt. Wie läuft das Geschäft an?

Böhrer: Mit der Idee, eine Cloud-SPS als Software as a Service anzubieten, liegen wir nach wie vor richtig, davon sind wir überzeugt. Aber: Für die konsequente Umsetzung dieser Idee sind wir noch ein paar Jahre zu früh dran. Der momentane Trend ist, Cloud-Technologien vor allem auf Edge-Servern in Unternehmen zu implementieren. Stichwort: virtual edge. – Und darauf reagieren wir jetzt.

Sie reagieren in der Form, dass …

Wir bauen das Thema `virtuell´ aus, wenn Sie so wollen. Und fokussieren uns neben der Cloud auch auf das Anwendungsfeld `edge´. Das heisst: In puncto virtuell reagieren wir, indem wir unser Angebot granularisieren. Sprich: wir erweitern unser Portfolio jetzt auf die drei Produkt-Pakete Logiccloud Control, Logiccloud virtual factory und Logiccloud 365 (siehe Kasten). 
Was edge betrifft, so haben wir die Anwendungsfälle von virtuellen Steuerungen auf Edge-Basis analysiert und festgestellt, dass es zwei Punkte gibt, die entscheidend für eine Nutzung sind. Erstens: Die Installation und das gesamte Setup von virtuellen Steuerungen ist zu kompliziert und erfordert bis dato zu viele IT-Kenntnisse. Zweitens: Die Anforderungen an die Hardware sind zu hoch und dadurch entsteht kein Kostenvorteil. Deshalb haben wir viel Aufwand betrieben, um das Setup so einfach wie möglich und die Hardware-Anforderungen so niedrig wie möglich zu gestalten. 

Konkret bedeutet das?

Der Anwender entwickelt seine Automatisierungslösung in der Cloud mit dem Logiccloud Engineering Portal, testet diese auch in der Cloud und spielt die Lösung dann mit wenigen Mouseclicks auf das Edge-Gerät herunter. Auch die Überwachung beziehungsweise das Monitoring erfolgt in unserem Engineering Portal. Wichtig dabei: Das Edge-Device muss nicht ständig mit der Cloud verbunden sein, sondern kann für Service- und Updates einfach verbunden werden.

Wenn Sie jetzt das Edge-Umfeld in den Vordergrund rücken, brauchen Sie ja aber auch Hardware auf der Ihr Produkt läuft. 

Absolut. Hier setzen wir auf Partnerschaften mit Firmen wie Herstellern von Steuerungssystemen. Seit kurzem sind wir WAGO IoT Partner, weitere Partnerschaften folgen in Kürze. Es ist doch so: Nahezu jeder Hardware-Hersteller hat heute Router, Gateways oder Steuerungen auf Basis von Linux im Portfolio. Dabei hat die Hardware schon oft eine Managementsoftware an Board. Wir passen dann unsere Deployments an, damit die Installation- und das Setup für den Anwender problemlos funktioniert. Wie gesagt: Die Software ist immer gleich, lediglich die Installation passen wir an. Das schafft eine Win-Win-Win Situation für Anwender, Hardware-Hersteller und uns.

Wie sieht hierbei die Vertriebsverantwortung aus?

Wir agieren hier anders als andere Soft-SPS-Hersteller. Zum einen  fungieren wir quasi als Großhändler: Wir kaufen die Hardware beim Hersteller und vertreiben die Komplett-Lösung an die Anwender. Zum anderen verkaufen wir unsere virutelle SPS auch über andere Marktplätze.

Das heisst, es verändert sich jetzt auch ganz grundsätzlich Ihr Geschäftsmodell?

Unser Geschäftsmodell hat ursprünglich nur aus SaaS bestanden. Doch mit Logiccloud Control – also Logiccloud auf der Edge-Hardware - haben wir auch Kauflizenzen eingeführt. Das Engineering-Portal ist weiterhin kostenlos. Bei unseren OEM-Produkten vereinbaren wir mit Kunden ein individuelles Lizenzmodell.  

Logiccloud auf der SPS 2023: Halle 6, Stand 241H

Die Logiccloud Pakete

Logiccloud splittet jetzt die virtuelle Steuerung in drei Produkt-Pakete auf:

Logiccloud Control: Eine virtuelle Steuerung mit SPS-Funktionalität auf Edge Controllern, Gateways oder Routern. Sie beinhaltet die Virtuelle Steuerung nach IEC 61131-3, die Visualisierung und die Kommunikation.

Logiccloud virtual factory : Ist quasi Logiccloud control ausgerollt auf größere Anwendungsfelder – skalierbar von 1-n Maschinen, Anlagen und Standorten. Ist integrierbar in Leit- und Unternehmenssysteme und ist auch lauffähig in Managed Clouds, Private Clouds oder on Premise.

Logiccloud 365: Ist eine vollständig gemanagte, elastische SPS-as-a-Service, bei der Speicher und Rechenleistung automatisch an die Arbeitslasten angepasst werden. Die Bezahlung erfolgt nach dem Pay-per-use Konzept.


 

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