Tod von Berthold Leibinger
VDMA trauert um früheren Präsidenten
In tiefer Trauer verabschieden sich der VDMA und seine Mitglieder von Prof. Berthold Leibinger. Er ist am 16. Oktober im Alter von 87 Jahren verstorben. Zwischen 1989 und 1992 repräsentierte er den deutschen Maschinenbau als Präsident des Verbandes.
Berthold Leibinger, langjähriger Eigentümer des Ditzinger Werkzeugmaschinen-Herstellers Trumpf, wurde im Oktober 1989 zum VDMA-Präsidenten gewählt. In seine Amtszeit fiel die deutsche Wiedervereinigung: Leibinger widmete sich mit aller Kraft und seinem unternehmerischen Sachverstand der Integration und dem Neubeginn der ostdeutschen Maschinenbauindustrie. Er kämpfte sowohl in den berühmten „Kanzlerrunden“, als auch im Verwaltungsrat der Treuhand darum, die Lage der Betriebe in den neuen Ländern realistisch einzuschätzen und ihnen den Weg zu einer wettbewerbsfähigen Struktur zu ebnen. Zusammen mit dem VDMA etablierte Leibinger rasch nach der Wende die wichtigen Maschinenbautage und eröffnete Informationsbüros und Landesgruppen in Ostdeutschland. Ebenso wichtig war dem gebürtigen Stuttgarter aber auch, dem deutschen Maschinenbau den Weg nach Asien zu bahnen: „Technische Spitzenpositionen können nur verteidigt werden, wenn man sich mit anderen technologisch führenden Ländern im Wettbewerb auseinandersetzt“, lautete sein Credo. Dazu war ein verstärktes Asien-Engagement des Maschinenbaus unumgänglich. Zur Würdigung seiner außerordentlichen Verdienste um den deutschen Maschinen- und Anlagenbau wurde Berthold Leibinger im Jahr 2001 die ‚Bernhard-Weiss-Plakette‘ verliehen.










