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Deutscher Maschinenbau

Davina Spohn,

VDMA revidiert Produktionsprognose für 2019

In den ersten Monaten 2019 haben sich die Auftragslage und die reale Produktion im Maschinenbau deutlich abgeschwächt. Eine Besserung ist laut VDMA nicht in Sicht. Der Verband hat daher seine Prognose für das Gesamtjahr 2019 nach unten korrigiert.

Mitarbeiter bauen in einem Werk der ZF Friedrichshafen AG ein Getriebe für einen Omnibus zusammen.

© ZF Friedrichshafen

„Wir rechnen für 2019 nun mit einem realen Minus der Produktion von 2 %“, so Carl Martin Welcker, Präsident im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Dies gelte trotz der hohen Auftragsbestände, die im April für 8,5 Monate reichten. Denn diese sind über die Unternehmen und Branchen ungleich verteilt und können das starke Minus im Auftragseingang nicht bis zum Jahresende komplett abpuffern. Bisher waren die VDMA-Volkswirte für das Gesamtjahr von einem leichten Produktionszuwachs von 1 % ausgegangen. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres stagnierte die Produktion im Maschinenbau im Vergleich zum Vorjahr, im April lag sie nach vorläufigen Zahlen um 0,8 % unter dem Vorjahreswert. Der Auftragseingang im Maschinenbau war in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres um 9 % geringer als im Vorjahr. Die Kapazitätsauslastung erreichte im April noch 87,4 %.

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Gründe für die Abschwächung

Für die schlechteren Aussichten macht der VDMA neben der nun deutlich spürbaren zyklischen Abschwächung auch geopolitische Verwerfungen verantwortlich, die den exportstarken Maschinen- und Anlagenbau direkt treffen:

  • Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist entgegen vieler Annahmen wieder eskaliert.
  • Der Brexit wurde abermals verschoben, die Ungewissheit hält an.
  • Ungewissheit herrscht auch in Bezug auf die drohenden Handelsbeschränkungen seitens der USA gegenüber der EU.
  • In Italien hat sich die Haushaltslage weiter verschlechtert, die italienische Regierung geht auf harten Konfrontationskurs zur Europäischen Kommission.
  • Die Situation im Nahen Osten droht zu eskalieren, was weitere negative Effekte auf Investitionen zur Folge haben wird.

Investitionen verschoben oder eingefroren

Hinzu kommt laut dem VDMA, dass sich die Automobilindustrie in einem tiefgreifenden Strukturwandel befindet, der auch die Kunden völlig verunsichert und der schneller als erwartet spürbare negative Effekte auf laufende und künftige Investitionsvorhaben hat. „All dies sorgt dafür, dass die Kunden der Maschinenbauer ihre Investitionen hinausschieben oder vorläufig einfrieren“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Zwar können zahlreiche Unternehmen im Maschinenbau weiterhin auf gut gefüllte Auftragsbücher zurückgreifen und so Orderrückgänge noch eine Zeit lang abfedern. „Doch um die bestehende Prognose eines leichten Produktionszuwachses zu erreichen, wären deutlich bessere Daten für die kommenden Monate Pflicht. Nur ist fraglich, ob das in einem Umfeld der wieder aufflammenden Handelsstreitigkeiten in ausreichendem Maße gelingen kann. Und selbst eine zögerliche Belebung der Konjunktur im zweiten Halbjahr würde die Produktion im Maschinenbau erst zeitverzögert erreichen, das heißt der Branche im laufenden Jahr nicht mehr zu Gute kommen“, resümierte Wiechers.

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