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Maschinen- und Anlagenbau: VDMA dämpft die Erwartungen für 2019

Auf der Wirtschaftspressekonferenz des VDMA hat Verbandspräsident Carl Martin Welcker die Produktionsprognose für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau gesenkt. Grund seien die schwelenden Handelsstreitigkeiten zwischen den großen Wirtschaftsblöcken der Welt.

Carl Martin Welcker und Thilo Brodtmann auf der Hannover Messe 2019 Bildquelle: © Computer&AUTOMATION

"Wir sehen momentan ein klares Abnehmen der Dynamik und viel Verunsicherung im Weltmarkt.", so Carl Martin Welcker (links) auf der Wirtschaftspressekonferenz des VDMA. "Die Bremsspuren nehmen zu - trotzdem sind wir für 2019 verhalten optimistisch."

Die Dispute über Zölle und andere Handelshemmnisse verunsichern die Marktteilnehmer zunehmend und dämpfen die Investitionslaune. Dies schlägt sich laut VDMA-Präsident Carl Martin Welcker inzwischen auch in den Geschäften des Maschinenbaus nieder. „Zwar puffert die vorhandene Auftragsreichweite von durchschnittlich 8,5 Monaten die Produktion in den ersten Monaten des laufenden Jahres noch gut ab“, so Welcker auf der Wirtschaftspressekonferenz des Verbands zum Auftakt der Hannover Messe 2019. „Aber die Konjunkturdynamik ebbt ab, sowohl im Aus- als auch im Inland. Die politisch verursachten Risiken auf wichtigen Absatzmärkten zeigen Wirkung, ohne dass Lösungen in Sicht sind“.

„Über allem schwebt die Gefahr eines sich weiter verstärkenden Handelsstreit zwischen China und den USA. Das gilt auch für den immer noch schwelenden Handelsstreit der USA mit der EU. Laut dem VDMA muss Europa strategische Antworten finden auf den Versuch von US-Präsident Donald Trump, amerikanisches Recht mit Hilfe von extra-territorialen Sanktionen überall auf der Welt durchzusetzen. Zugleich gelte es, die engen und über Jahrzehnte gewachsenen Handelsbeziehungen über den Atlantik nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Der VDMA fordert daher mit Nachdruck, dass die EU nun rasch die Verhandlungsmandate für ein schlankes Freihandelsabkommen mit den USA erteilt und damit nicht bis nach den Europawahlen wartet. Das Ergebnis eines solchen Abkommens muss laut dem Verband die Abschaffung aller Industriezölle und technischer Handelshemmnisse sein, sowie die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen.