Automatisierungstechnik
Modellfabrik an der Hochschule Darmstadt in Betrieb genommen
An der Hochschule Darmstadt ist nach zweijähriger Vorbereitungszeit eine Montageanlage in Betrieb gegangen, die den Automatisierungsvorgang in einer Fabrik originalgetreu nachbildet. 300 Studierende pro Jahr aus den Fachbereichen Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Mathematik und Naturwissenschaften werden an der interdisziplinär betriebenen Anlage realitätsnah auf die Bedingungen in der Industrie vorbereitet.
Die flexibel veränderbare und erweiterbare Anlage, die von Köster Systemtechnik stammt, soll zudem als Forschungsplattform für neueste Trends in der Automatisierungstechnik dienen und Unternehmen als Erprobungsplattform für aktuelle Verfahren zur Verfügung stehen.
Bislang sind 200 000 Euro aus zentralen und dezentralen QV-Mitteln (Landesmittel zur Verbesserung der Qualität der Lehre) in die Anlage geflossen. Die Firma Siemens unterstützt die Fertigungsstraße zusätzlich mit einer Sachspende im fünfstelligen Eurobereich. Hierzu zählen Komponenten der Motoren- und Antriebstechnik, SPSen, ein mobiles Touchpanel mit WLAN-Funktion, RFID-Module zur berührungslosen Datenerkennung sowie spezielle Entwicklungssoftware.
„Mit der neuen Anlage können wir den Stand der gesamten Automatisierungstechnik in der modernen Fertigungstechnik abbilden“, beschreibt Prof. Stephan Simons vom Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik die Fertigungsstraße, die er in Kooperation mit Prof. Stephan Neser vom Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften konzipiert hat. Die Anlage stellt eine vollständige Fabrikmontage dar: mit Wareneingang im 44 Fächer umfassenden Hochregallager, Warentransport via intelligenten Shuttles auf einem 20 m langen Schienensystem, automatisierter Montage per Robotersystemen und Endkontrolle mittels automatischer optischer und elektrischer Prüfung sowie Gewichtskontrolle.
Peter Gampfer, Geschäftsverantwortlicher für Industrieautomation in der Siemens-Region Mitte: „Mit unserem Know-how und unserer Technologie wollen wir die Studierenden der Hochschule Darmstadt dabei unterstützen, frühzeitig Spezialwissen in einer der wichtigsten Disziplinen aufzubauen. Mit Hilfe der bereitgestellten Hard- und Software können sie am praxisnahen Beispiel der Modellfabrik bestehende Prozesse verbessern und neue Verfahren entwickeln.“










