Bau-/Baustoffmaschinen

Günter Herkommer,

2011 wird besser als erwartet

Der bis Mitte des Jahres andauernde fast 18-monatige Erholungskurs der deutschen Bau- und Baustoffmaschinenindustrie ist nach Einschätzung des entsprechenden Fachverbandes im VDMA zwar erst einmal vorbei. Trotzdem steuere die Branche nach aktuellem Stand auf ein Wachstum von etwa 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.

© Messe München, Foto: AlexSchelbert.de

In den ersten neun Monaten 2011 sind die Umsätze der gesamten deutschen Bau- und Baustoffmaschinenindustrie gegenüber dem Vorjahreszeitraum preisbereinigt um 23 Prozent gestiegen. Bei Baumaschinen fiel das Wachstum mit 29 Prozent deutlich positiver aus, im Inland verzeichnete die Branche ein Umsatzplus von 22 Prozent, im Ausland von 31 Prozent. Bei Baustoff-, Glas- und Keramikmaschinen legten die Umsätze in diesem Zeitraum um acht Prozent zu. Die Entwicklung der Auftragseingänge zeigte im Jahresverlauf dagegen eine nachlassende Dynamik.

Nach derzeitigem Stand erwartet der VDMA am Jahresende bei Baumaschinen ein Umsatzplus von 25 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro sowie bei Baustoffmaschinen ein Plus von zehn Prozent auf  4,7 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz der Branche würde so voraussichtlich um rund 20 Prozent auf dann 12,5 Milliarden Euro steigen. „Das ist nach der für uns so einschneidenden Krise ein großer Erfolg“, stellte Dr. Christof Kemmann, Vorsitzender des VDMA-Fachverbandes Bau- und Baustoffmaschinen im VDMA, anlässlich der Mitgliederversammlung fest.

Eine Herausforderung stellt für die Unternehmen die Verschiebung der Märkte dar. Die Industrieländer haben in den letzten zehn Jahren als Absatzmarkt an Bedeutung verloren, zugunsten der aufstrebenden Volkswirtschaften vor allem in Asien. 52 Prozent des Weltmarktes für Erdbaumaschinen liegen heute zum Beispiel in China während Europa und Nordamerika nur noch gut 25 Prozent ausmachten. Neben China haben in den letzten Jahren vor allem Indien, Russland und Brasilien rasant an Attraktivität gewonnen. In der Folge stiegen auch die Investitionen der Branche in diesen Ländern.

Mit Prognosen für 2012 tut sich die Branche aktuell schwer. Zwar sind die Wachstumstreiber der vergangenen Jahre intakt, trotzdem sei die Angst vor einem Rückfall in eine globale Rezession und damit einhergehender Investitionszurückhaltung vorhanden. Getragen von Asien und Lateinamerika, aber auch von Mitteleuropa, das weiter aufholt, sieht der VDMA die deutsche Bau- und Baustoffmaschinenindustrie auch im Jahr 2012 auf einem moderaten Wachstumskurs von rund fünf Prozent.

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