Eplan
Cloud2Cloud per Verwaltungsschale
Asset weitergedacht: Die Verwaltungsschalte bietet die Möglichkeit zum standardisierten Austausch von Daten zwischen Systemen im Engineeringprozess in Public Cloud-Umgebungen. Dr. Marco Litto, Senior Vice President Strategy bei Eplan, erläutert den Lösungsansatz und die Eplan Marschroute hierfür.
Herr Dr. Litto, Sie präsentierten auf der SPS erstmalig einen Prototypen zum Thema AAS. Was hat es damit auf sich?
Dr. Marco Litto: Richtig, auf dem Stand der IDTA zeigten wir unseren Prototypen. Mit der AAS lassen sich ja Daten zu Produkten bereitstellen. Es gibt viele Anwendungsfälle in der Betriebsphase von Maschinen und Anlagen. Doch die Frage, wie denn die Daten, die für die Komponenten bereitstehen, zu den Digitalen Zwillingen der Produktionseinrichtungen werden, ist nicht ausreichend beantwortet. Was uns betrifft, so wird mit den Softwarelösungen von Eplan die Elektrifizierung von Systemen engineered. Dabei werden Komponenten ausgewählt und für eine konkrete Aufgabenstellung ausgelegt und verbunden. Es entsteht der Digitale Zwilling der gesamten Elektrifizierung. Also der Schaltplan, der Schaltschrank sowie die Verkabelung. Aus diesem Eplan Projekt werden heute für nachgelagerte Prozesse unterschiedliche Daten exportiert , beispielsweise die Stückliste, die Hardware-Konfiguration, die SPS-Programmierung oder ein NC-Programm für die Bearbeitung von Montageplatten.
Im Kontext AAS wird meist an ein physisches Objekt gedacht, beispielsweise einen Sensor oder einen Motor. Wir betrachten auch die Ergebnisse des Engineeringprozesses als Assets. Die Grundüberlegung ist also, dass wir die Ergebnisse des Engineerings in Form des Eplan Projektes als Asset für andere Systeme auf Basis offener Standards zugänglich machen wollen. Andere Systeme bekommen so nicht mehr exportierte Daten zugeschoben - Push- Prinzip-, sondern ziehen sich die für sie relevanten Daten flexibel aus dem Eplan Projekt (Publish Subscribe Pattern).
Gibt es nicht schon genug Standards wie STEP, AML und ECLASS?
Wir bieten heute Schnittstellen auf Basis solcher Standards gemeinsam mit über 70 Partnern an, die vor- und nachgelagerte Softwaresysteme anbinden, beispielsweise PLM-Systeme, SPS Programmiersysteme und Konfiguratoren. Die Weiterentwicklung findet im Eplan Partner Network statt. Sowohl wir als Eplan als auch unsere Partner sehen jedoch zukünftige Herausforderungen, die wir mit heutigen Standards nicht lösen können: Software wird zunehmend als Public Cloud Software angeboten. Diesen Trend sehen wir etwa bei ERP- und PLM-Herstellern nach dem Motto: Welchen Standard sollen wir verwenden, um beispielsweise eine Stückliste für ein Projekt von Firma X in der Eplan Cloud an das ERP-System der Firma X in der SAP Cloud zu übertragen? Solche Cloud2Cloud-Schnittstellen wollen wir zukünftig auf Basis der AAS lösen. Dabei nutzen wir natürlich weiterhin existierende Standards wie ECLASS Advanced.
Wo stehen Sie heute und wie gehen Sie konkret vor?
Cloud2Cloud Schnittstellen auf Basis von AAS funktionieren nur, wenn alle wichtigen Partner mitmachen. Wir haben uns daher am Factory-X Projekt im Rahmen von Manufacturing-X beteiligt, um die Konzepte und Implementierungen der AAS gemeinsam mit den entscheidenden Key Playern wie Siemens, SAP oder Phoenix Contact weiterzuentwickeln und schrittweise in Produkte einzubauen. Wir stellen auf dem IDTA-Stand den aktuellen Status vor und freuen uns auf einen intensiven Austausch mit den Besuchern zu unseren Konzepten.










