Heidenhain

Inka Krischke,

Lang erwartet

Heidenhain nutzte die SPS 2019, um EnDat 3 vorzustellen. Was die weiterentwickelte Schnittstelle für Drehgeber, Winkel- und Längenmessgeräte Neues kann, erläutert Herbert Reiter, Produktmanager Messgeräte und Elektronik, von Heidenhain.

Herbert Reiter: „Endat 3 ermöglicht eine einfach zu bewertende und aussagekräftige Online-Diagnose, die zusammen mit weiteren Sensordaten als Basis für Condition Monitoring und Predictive Maintenance fungieren kann.“

© Heidenhain

Herr Reiter, was ist neu an EnDat 3?

Herbert Reiter: EnDat 3 überführt die EnDat-Eigenschaften in die Zukunft einer digitalen Fertigung. Neu sind unter anderem Hybridkabel, Bus-Topologien, die Einbindung von Sensorboxen beziehungsweise komplexer Sensordaten, eine höhere Datenbandbreite, die Definition von Sendelisten und Zugriffsebenen im Messgerät. Hinsichtlich der Implementierung von EnDat stehen Hilfsmittel zur Verfügung wie Dokumentation, VHDL-Code für den Master und ein Evaluation Board mit Beispielprogrammen, die einfach in Kundenapplikationen übernommen werden können.

Warum war die Weiterentwicklung nötig?

Herbert Reiter: EnDat hat sich weltweit für Positionsmessgeräte in den Applikationen Werkzeugmaschine, Elektronikindustrie und Automatisierung etabliert. Die Anforderungen der Applikationen entwickeln sich weiter – man denke an die Digitalisierung der Fertigung oder die Umsetzung von Industrie-4.0-Konzepten –, sind aber individuell sehr unterschiedlich. Während in der Automatisierung Hybridkabellösungen und Sensorintegration im Fokus stehen, sind es bei Werkzeugmaschinen eine robuste Verkabelung, multidimensionale Messtechnik und die Integration externer Sensorik. In der Elektronikindustrie hingegen geht es um Gewichtsreduktion bei der Verkabelung und multidimensionale Messtechnik. Gemeinsam ist allen die Forderung nach erweiterten Diagnosemöglichkeiten sowie der Speicherung von Betriebszustandsdaten. Eine konsequente Weiterentwicklung ist also notwendig, um diese breit gefächerten Anforderungen unserer Kunden abzudecken. Parallel dazu entwickeln sich auch die Messgeräte weiter.

Inwiefern sind mit EnDat 3 Ein-Kabel-Lösungen möglich?

Herbert Reiter: Ein-Kabel-Lösungen oder auch Hybridkabellösungen sind eine zentrale Anforderung aus dem Bereich der Automatisierungstechnik. Unsere bestehende Lösung ‚HMC 6‘ auf EnDat-2.2-Basis ist nun als ‚HMC 2‘-Lösung mit EnDat 3 verfügbar und eine der zentralen Messeneuheiten der SPS 2019. Der Protokollaufbau von EnDat 3 ist dazu ausgelegt, nur zwei Adern für Kommunikation und Versorgungsspannung zu verwenden, was Standardstecker und -kabel ermöglicht. 

Wie sieht es aus in Sachen Funktionale Sicherheit? 

Herbert Reiter: EnDat 3 ist für Applikationen bis SIL 3 ausgelegt. Die Grundprinzipien von EnDat 2.2 – zwei unabhängige Positionswerte und ein zyklischer Test der Überwachungsfunktionen im Messgerät – wurden für EnDat 3 im Hinblick auf einfache Implementierbarkeit optimiert. Erreicht wird dies durch den Black-Channel-Ansatz in Kombination mit standardisierten Positionsformaten, die Verlagerungsmöglichkeit der Zwangsdynamisierung in das Messgerät und die Trennung der Datenpakete für Motion und Safety Controller. Ein sicherer EnDat Master wird nicht benötigt.

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