ifm electronic

Stefan Kuppinger,

Bremst Ingenieurmangel die Rekordjagd?

Für ifm electronic war 2011 ein Rekordjahr: Mit 570 Millionen Euro verbuchte der Hersteller von Sensor-und Automatisierungstechnik den höchsten Umsatz in seiner Unternehmensgeschichte. Bedenklich: Der Ingenieurmangel in Deutschland.

Michael Marhofer, geschäftsführender Gesellschafter ifm electronic: „Der Ingenieursmangel ist mittlerweile ein kritischer Faktor für die Umsatzentwicklung von Innovations-getriebenen Unternehmen.“

© ifm electronic

Premiere bei ifm electronic in Essen: Erstmals legte der familiengeführte nach eigener Aussage "Mittelstandskonzern" im Rahmen einer Bilanzpressekonferenz die aktuellen Unternehmenskennzahlen vor. Mit 570 Millionen Euro wurde 2011 ein Rekordumsatz erzielt, der einer Steigerung von über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dass das Wachstum nicht über den Preis erzielt wurde, belegt die Umsatzrendite von 8 Prozent. In absoluten Zahlen sind das über 45 Millionen Euro, die von den weltweit rund 4300 Mitarbeitern erwirtschaftet wurden.

Für 2012 plant Marhofer eine Umsatzsteigerung auf 620 Millionen Euro. Dafür werden bis 2013 noch einmal 100 Millionen Euro in die Standorte in Deutschland investiert, davon allein 30 Millionen Euro in den neu gegründeten Geschäftsbereich Automotive.

Entwicklungsstandorte im Ausland sollen Ingenieurmangel abfedern

Den Umsatzszenarien des geschäftsführenden Gesellschafters Michael Marhofer zufolge, soll in 2018 die magische Marke von einer Milliarde Euro Umsatz erreicht werden. „Voraussetzung dafür ist allerdings die erfolgreiche Rekrutierung von weiteren Ingenieuren“, schneidet Marhofer ein mittlerweile nicht nur für ifm prekäres Thema an. ifm sucht am Standort Deutschland aktuell über 100 Ingenieure für 250 Entwicklungsprojekte. Aber der Bewerber-Markt ist nahezu leergefegt. „Das bremst unser Wachstum ungemein“, so Marhofer, der bereits gegensteuert. Wegen des anhaltenden Ingenieurmangels in Deutschland hat das Unternehmen schon im letzten Jahr weitere Entwicklungs- und Fertigungsstandorte in den USA, Singapur und Polen aufgebaut. Insgesamt wurden rund 39 Millionen Euro in den Um- und Ausbau von Standorten investiert. Von den neuen Entwicklungsstandorten verspricht sich Marhofer einen Zugang zum Ingenieursnachwuchs in diesen Ländern. „Mit USA, Singapur und Polen haben wir uns für Standorte entschieden, die über ein großes Potenzial an gut ausgebildeten Ingenieuren verfügen.

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