Verpackungsmaschinen
Nestlé wählt OpenSafety als Sicherheitsstandard
Eine spezielle Engineering-Gruppe bei Nestlé führt in der Schweiz gemeinsam mit diversen Automatisierungslieferanten aktuell die Pilotimplementierung einer Verpackungslinie durch, um herstellerübergreifende Standards für die Integration verschiedener Steuerungen zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei die Verwendung offener Kommunikationstechnologien.
OpenSafety ermöglicht einen einheitlichen Safety-Standard für eine komplette Maschinenlinie unabhängig vom Steuerungshersteller und damit vom verwendeten Feldbusstandard.
© EPSGDas Projekt hat vordringlich zwei Ziele:
- Erstens die Erstellung einer Spezifikation für Verpackungsmaschinen auf Grundlage der Packaging-Machine-Language PackML. Bei PackML handelt es sich um eine Richtlinie der OMAC User Group (Organization for Machine Automation and Control) für offene, modulare Automatisierungsarchitekturen, deren Status-Modell eine einheitliche Verwaltung sämtlicher Betriebsarten bei Verpackungsmaschinen vorsieht. Auf dieser Basis sollen am Ende des Projekts Standardbibliotheken für die jeweiligen Steuerungssysteme entwickelt und dem Maschinenbau zur Verfügung gestellt werden.
- Zweitens will Nestlé einen steuerungs- und busunabhängigen Sicherheitsstandard auf der Grundlage von OpenSafety einführen, mit dem sich ohne Einschränkungen sicherheitsbezogene Informationen zwischen den Maschinen beziehungsweise Steuerungen unterschiedlicher Fabrikate austauschen lassen. Hintergrund hierfür ist: Einerseits sind Großkonzerne wie Nestlé auf die flexible Auswahl unter Maschinen verschiedener Hersteller angewiesen, anderseits haben sich die meisten Maschinenhersteller auf eine bestimmte Automatisierungsplattform festgelegt, sodass mit verschiedenen Maschinenfabrikaten immer auch unterschiedliche Steuerungssysteme – und damit verschiedene Bussysteme – in eine Linie integriert werden müssen. Zu Nestlés wichtigsten Automatisierungslieferanten zählen Siemens, Rockwell Automation, Schneider Electric und B&R, die bei ihren Steuerungen Profinet, Ethernet/IP, Sercos III beziehungsweise Powerlink einsetzen.
Mit OpenSafety setzt Nestlé auf ein Sicherheitsprotokoll, welches vom TÜV Rheinland und TÜV Süd für die Verwendung in Systemen mit einem Sicherheitsintegritätslevel 3 zertifiziert wurde. Seine Busunabhängigkeit und die Interoperabilität mit beliebigen Transportprotokollen erreicht das Protokoll durch ein vollständiges Black-Channel-Prinzip. Das bedeutet, dass es für das Sicherheitsprotokoll keine Rolle spielt, durch welches Transportprotokoll die in einem speziellen Telegrammformat verpackten, sicherheitsgerichteten Daten befördert werden.
Bryan Griffen; Global Head of Electrical and Automation Engineering bei Nestlé Corporate Engineering, betont in diesem Zusammenhang: „Ein einheitlicher Standard für die Sicherheitskommunikation erlaubt uns, Sicherheitsdaten in der gesamten Anlage herstellerunabhängig und verlässlich auszutauschen. Ebenso erleichtert uns der Standard auch das Engineering im Hinblick auf Systemdesign und Kommissionierung sowie die Wartung und Diagnose der Sicherheitssysteme“.








