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Artikel und Hintergründe zum Thema

Automatica 2022

Nach Unterlagen der Messe München | Andrea Gillhuber,

Zukunftssicher produzieren

Die Verwundbarkeit von globalen Lieferketten reduzieren, Ressourcen schonen und ein schneller Wandel zur digitalen Produktion in Europa sind Herausforderungen, auf die die Automatica Antworten liefern möchte.

© Thomas Plettenberg/Messe München GmbH

Rund 600 ausstellende Unternehmen zeigen auf der Automatica Robotik- und Automatisierungslösungen, die Antworten auf zentrale Fragen der Industrie geben können: Wie lässt sich die Verwundbarkeit globaler Lieferketten reduzieren? Wie können wir nachhaltiger produzieren und Ressourcen schonen? Und wie gelingt der schnelle Wandel hin zur digitalen Produktion, um Europas Wirtschaft schlagkräftig und zukunftssicher aufzustellen?

Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Die Verletzlichkeit weltumspannender Logistikstrukturen kann die industrielle Produktion zum Erliegen bringen. Schmerzlich für den Wohlstand – lebensgefährlich, so dringend benötigte Medikamente fehlen. Deshalb laufen die Bestrebungen nach verlässlichen Lieferketten innerhalb Europas auf Hochtouren. Sicher ist: Intelligent automatisiert und digital vernetzt lässt sich auch in Europa wirtschaftlich und ohne risikoreiche Abhängigkeiten produzieren.

Smart Factory sichert nachhaltige Produktion

Entfallen Teiletransporte um den halben Globus, zahlt das auch auf ein weiteres Top-Thema der Automatica ein: die Nachhaltigkeit. Heute arbeiten alle Top-Unternehmen daran, in den nächsten Jahren CO2-neutral zu werden. Gelingen kann das nur mit smarten und auf Künstlicher Intelligenz basierenden Produktionslinien, die ein bis dato nie gekanntes Maß an Flexibilität ermöglichen. Roboter, Cobots, mobile Robotersysteme und AGV im digitalen Verbund ersetzen dabei starre Fördertechnik. Die Produktionsumstellung von einem Produkt auf ein anderes gelingt damit ohne Austausch von teurerem Equipment quasi auf Knopfdruck. Die Smart Factory macht‘s möglich.

Umfrage: Einsatz von Roboter könnte Lieferengpässe durch heimische Produktion kompensieren

Die produzierenden Unternehmen haben die Bedeutung von Robotik und Automation für den Umbau der Industrie längst erkannt, wie der Automatica Trendindex 2022 zeigt. Die Umfrageergebnisse von 100 befragten Fach- und Führungskräften aus der deutschen Industrie, die über den Einsatz von Robotik und Automation entscheiden, sind eindeutig.

Dabei liefert der sogenannte Trendindex 2022 interessante Ergebnisse. Zwei Kernaussagen lassen dabei aufhorchen: So glauben 82 % der Befragten, der Einsatz von Robotern könne Lieferengpässe durch heimische Produktion kompensieren. Und nur ein Prozent weniger, nämlich 81 %, sind der Meinung, Roboter könnten den Arbeitskräftemangel durch einen höheren Automatisierungsgrad entschärfen – die Jobs werden gleichzeitig gegen eine Verlagerung ins Ausland gesichert. Weiter interpretiert sind diese Thesen ein Plädoyer für heimische Produktionsstätten sowie für die Rückverlagerung von Fertigungen aus dem außereuropäischen Ausland mit dem übergeordneten Ziel, Lieferketten resilienter zu gestalten.

Zudem sehen 85 % der Fach- und Führungskräfte die Industrie-Robotik als Chance für Neugeschäft: Green-Tech-Produkte, wie beispielsweise Solarpanels, Batterien für die E-Mobilität oder CO2-neutrale Heizsysteme lassen sich so wettbewerbsfähig in Deutschland beziehungsweise in Europa herstellen. Gute Perspektiven also für Deutschland als Fertigungsstandort – die Bereitschaft zur Investition in die Robotik vorausgesetzt.

Vier Jahre Pause, vier Jahre Zeit für Entwicklungen

Die Notwendigkeit zur Automatisierung steigert die Bedeutung der diesjährigen Messe, sind sich die Veranstalter sicher. Zudem rechnet die Messe München nach dem coronabedingten Ausfall in 2020 und vier intensiven Entwicklungsjahren mit einem noch nie dagewesenen Technologie-Feuerwerk. KI-Komponenten, einfach zu bedienende Cobots, selbstlernende Roboter, zukunftsweisende Programmiertools – heute zu wissen, was die Produktion von morgen ausmacht, wird von entscheidender Bedeutung sein.

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